Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

200 Prozent Bonus Porsche, Skoda und die Nutzfahrzeugsparte streichen die höchsten VW-Verdienste ein

Bei Volkswagen werden die Jahresboni an weltweit 20.000 Manager ausgezahlt. Spitzenkräfte von Porsche, Skoda und VW Nutzfahrzeugen schneiden am besten ab.
Kommentieren
VW zahlt die Jahresboni an alle Manager aus: Porsche liegt vorn Quelle: dpa
Porsche-Manager erreichen ihre Ziele im VW-Konzern besonders gut

Ein Porsche Cayenne und ein VW Touareg gemeinsam auf einem Parkplatz: Der VW-Konzern profitiert vom großen Erfolg der Stuttgarter Sportwagentochter.

(Foto: dpa)

DüsseldorfWolfsburger Volkswagen-Manager dürften mit neidischen Blicken nach Stuttgart, Hannover und ins tschechische Mlada Boleslav schauen. In der gesamten Gruppe sind die Jahresboni für die einzelnen Konzerntöchter festgelegt worden, die die flexible Jahresprämie aller Manager im Volkswagen-Konzern bestimmen.

Die höchste Zielerreichungsquote haben Porsche, VW Nutzfahrzeuge und Skoda geschafft, wie es in Konzernkreisen in Wolfsburg hieß. Rund 20.000 Managern im Konzern wird jetzt die flexible Jahresprämie ausgezahlt. Porsche, VW Nutzfahrzeuge und Skoda haben einen Bonusfaktor von 200 Prozent erreicht. Sie führen damit deutlich die „Bundesliga-Tabelle“ an, wie die Liste im internen Volkswagen-Jargon heißt.

Jeder Manager im Konzern hat in seinem Vertrag eine individuell festgelegte Jahresprämie zugeordnet bekommen. Diese Summe wird dann mit dem jährlichen Bonusfaktor multipliziert. 200 Prozent für die Manager von Porsche, VW Nutzfahrzeuge und Skoda bedeuten, dass ihre individuelle Jahresprämie in doppelter Höhe ausgezahlt wird. Der Bonusfaktor orientiert sich am jeweiligen unternehmerischen Erfolg der Konzerntöchter und das über mehrere Jahre hinweg.

Porsche steht schon seit längerer Zeit unangefochten an der Spitze der verschiedenen Konzernmarken. Keine andere Tochter von Volkswagen erreicht eine operative Rendite zwischen 17 und 18 Prozent. Der Konzern wollte sich zur „Bundesliga-Tabelle“ der gesamten Volkswagen-Gruppe nicht äußern.

„Kein Kommentar“, sagte ein Sprecher auf Anfrage zu den vertraulichen Angaben. Aus Konzernkreisen hieß es ergänzend dazu, dass die Vergabe der jährlichen Bonusfaktoren eine Standard-Prozedur bei Volkswagen sei. Dabei werde der operative Gewinn (Ebit) mehrerer zurückliegender Jahre betrachtet. Der wirtschaftliche Erfolg der einzelnen Konzerntöchter lasse sich damit objektiv messen.

Hinter Skoda liegen mehrere gute Jahre, das erklärt das gute Abschneiden seiner Manager. Die tschechische Konzerntochter hat bei der Rendite inzwischen sogar die Ingolstädter Premiummarke Audi überholt. Vergleichsweise erfolgreich war auch die VW-Nutzfahrzeugsparte aus Hannover. Die Tochter hat Umsatz und Ertrag in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich steigern können.

Bentley geht es vergleichsweise schlecht

Einen ähnlich hohen Zielerreichungsgrad wie bei den drei führenden Konzerntöchtern bekommen die Manager aus der Region China und von Volkswagen Financial Services zugesprochen: 194 beziehungsweise 184 Prozent.

China ist der größte Absatzmarkt des gesamten Konzerns, außerdem überweisen die Fabriken in der Volksrepublik jährlich Milliarden-Erträge nach Wolfsburg. Fahrzeugfinanzierung und Leasing wachsen weiterhin vergleichsweise stark, auch was die Renditen betrifft. Das erklärt den hohen Bonusfaktor bei Volkswagen Financial aus Braunschweig.

Ganz am Ende der „Bundesliga-Tabelle“ steht die britische Konzerntochter Bentley mit einer Zielerreichungsquote von gerade einmal 16 Prozent. An dieser Zahl wird die Misere deutlich, die die britische Tochter seit Jahren durchmacht.

2018 war ein schlechtes Jahr: In den Büchern steht ein operativer Jahresverlust von fast 300 Millionen Euro. „Die Marke Bentley hat uns wenig Freude bereitet“, hatte Konzernfinanzvorstand Frank Witter bereits auf der Bilanzpressekonferenz Mitte des Monats gesagt.

Unter dem Zielerreichungsgrad von 100 Prozent liegen außerdem die MAN-Maschinenbausparte (62 Prozent) und die spanische Konzerntochter Seat (94). Der MAN-Maschinenbau könnte zu den Bereichen gehören, von denen sich der Konzern auf absehbare Zeit trennen wird.

Seat hat 2018 noch vergleichsweise schlecht abgeschnitten. In den zurückliegenden Jahren ging es mit der spanischen Tochter jedoch immer weiter aufwärts, 2019 werden die Seat-Manager wahrscheinlich die 100-Prozent-Marke erreichen.

Eine Besonderheit gibt es in diesem Jahr in Wolfsburg: In der Vergangenheit waren die Manager der Marke Volkswagen stets auf das Niveau der Kollegen gehoben worden, die unmittelbar dem Konzern zugeordnet sind. Dieses Mal wird fein unterschieden: Die Manager der Marke VW fallen von 142 auf 140 Prozent, wie aus Unternehmenskreisen verlautete. Die Konzernmanager können sich hingegen über eine Erhöhung von 142 auf 167 Prozent freuen.

2018 ist für die Marke VW weniger erfreulich verlaufen. Nach zwei Jahren mit Aufwärtstendenz ist die operative Rendite von Volkswagen Pkw mit 3,8 Prozent wieder unter die Marke von vier Prozent gefallen. Verantwortlich dafür waren die großen Probleme bei der Umstellung auf die neuen WLTP-Zulassungsstandards, die das Unternehmen im vergangenen Jahr mehr als eine Milliarde Euro gekostet haben.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

Mehr zu: 200 Prozent Bonus - Porsche, Skoda und die Nutzfahrzeugsparte streichen die höchsten VW-Verdienste ein

0 Kommentare zu "200 Prozent Bonus: Porsche, Skoda und die Nutzfahrzeugsparte streichen die höchsten VW-Verdienste ein"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.