737 Max Boeing erhält erneut Großauftrag aus dem Iran

Die iranische Fluggesellschaft Aseman Airlines bestellt 30 neue Flugzeuge vom Typ 737 Max bei Boeing. Dazu kommt noch eine Kaufoption für 30 weitere Jets. Der Deal soll 18.000 Arbeitsplätze in den USA sichern.
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Der jetzt besiegelte Vertrag ist das erste große Verkaufsgeschäft zwischen den USA und Iran nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Donald Trump Amtsantritt. Quelle: dpa
Boeing 737 MAX 9

Der jetzt besiegelte Vertrag ist das erste große Verkaufsgeschäft zwischen den USA und Iran nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Donald Trump Amtsantritt.

(Foto: dpa)

TeheranDer US-Flugzeugbauer Boeing hat im Iran einen weiteren Milliardenauftrag an Land gezogen. Das Unternehmen habe einen Vertrag über den Bau von 30 Maschinen des Typs Boeing 737 Max im Wert von drei Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro) für die iranische Gesellschaft Aseman Airlines unterzeichnet, teilte Boeing am Dienstag mit. Dazu komme eine Kaufoption für 30 weitere Flugzeuge gleicher Bauart. Damit würden 18.000 Arbeitsplätze in den USA geschaffen beziehungsweise gesichert.

Nach dem Abschluss des Atomabkommens zwischen dem Iran und den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland hatte die damalige Regierung in Washington Boeing und dessen europäischen Rivalen Airbus im vergangenen Jahr grünes Licht für den Verkauf von Verkehrsflugzeugen an die Islamische Republik gegeben. Diese muss ihre Flugzeugflotte dringend modernisieren.

Vom Bootsschuppen zum Luftfahrt-Giganten
Erste Anfänge im Schuppen
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In Seattle im US-Bundesstaat Washington wollte William Boeing eine Jacht bauen. Doch dann entdeckte der Unternehmer seine Faszination für das Fliegen und funktionierte das Gebäude kurzerhand zur Flugzeugfabrik um. Das sollte sich als gute Idee erweisen: Heute ist Boeing Weltmarktführer. Der legendäre „Red Barn“ – der erste Werksschuppen – steht im Luftfahrtmuseum von Seattle.

100.000 Dollar Startkapital
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Vor hundert Jahren – am 15. Juli 1916 – gründete Boeing mit einem Startkapital von 100.000 Dollar die Pacific Aero Products Company. Damit war die Basis für Boeings Flug- und Raumfahrt-Imperium gelegt, das zuletzt einen Börsenwert von fast 82 Milliarden Dollar hatte. Was wenig bekannt ist: Auch deutscher Pioniergeist spielte eine wichtige Rolle bei dieser Geschichte. Boeings Wurzeln liegen in Westfalen.

William Boeing
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Im Jahr 1868 brach der deutsche Auswanderer Wilhelm Böing von Hohenlimburg bei Hagen im Sauerland nach Amerika auf, um dort sein Glück als Unternehmer zu versuchen. Er gründete einen Holzhandel und verdiente genug Geld, um seinen Sohn William auf Privatschulen und die Eliteuni Yale zu schicken.

„Königin der Lüfte“
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Aus dem deutschen Namen Böing entstand das amerikanische Boeing – das zum Synonym für das größte Luft- und Raumfahrtunternehmen der Welt wurde. Mit dem Jumbo-Jet 747, „Königin der Lüfte“ genannt, schuf Boeing Ende der 1960er Jahre das jahrzehntelang größten Passagierflugzeug der Welt – und machte damit Fernreisen für Normalbürger überhaupt erschwinglich.

Konkurrenzdruck macht Boeing zu schaffen
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Doch im Jubiläumsjahr steht der Konzern, der stark von US-Rüstungsaufträgen profitiert und dessen Historie auch dunkle Kapitel wie den verheerenden Atombomben-Abwurf auf Hiroshima durch einen Boeing-B-29-Bomber umfasst, vor Herausforderungen. Der Konkurrenzdruck durch den Erzrivalen Airbus macht den Amerikanern zu schaffen. Anleger blickten zuletzt eher bange in die Zukunft, die Boeing-Aktie hat seit dem Jahresbeginn knapp zehn Prozent eingebüßt.

Gleichwertiger Konkurrent
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Wurde Airbus in den 1970er Jahren noch belächelt, haben sich die Europäer längst zum gleichwertigen Konkurrenten aufgeschwungen. Nach dem ersten Passagier- und Frachtjet A300 setzte Airbus Ende der 1980er Jahre mit der A320-Modellfamilie auf den wichtigen Markt der Mittelstreckenjets–- und machte der Boeing 737 Konkurrenz.

Zwei Riesen im Sinkflug
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Im neuen Jahrtausend musste der Jumbo-Jet seine Rolle als weltgrößtes Passagierflugzeug an die A380 von Airbus abgeben – doch heute befinden sich gleich beide Riesen im Sinkflug. Von der neuesten Jumbo-Generation 747-8 sollen wegen mangelnder Neuaufträge ab September nur noch sechs Maschinen pro Jahr ausgeliefert werden.

Boeing schloss im Dezember bereits einen 16,6 Milliarden Dollar teuren Vertrag über den Verkauf von 80 Passagierflugzeugen an die Gesellschaft Iran Air. Airbus verkaufte mehr als 110 Flugzeuge in den Iran.

Der jetzt besiegelte Vertrag ist das erste große Verkaufsgeschäft zwischen den USA und Iran nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Donald Trump Amtsantritt. Dieser hatte das Atomabkommen im Wahlkampf scharf kritisiert.

  • ap
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