ABB Elektronikkonzern kauft Industrial Solutions

ABB kauft zu und übernimmt die Sparte für Elektrokomponenten vom US-Rivalen General Electric. Der Kaufpreis beläuft liegt über zweieinhalb Milliarden Dollar. Der Deal soll 2018 abgeschlossen werden.
Update: 25.09.2017 - 13:05 Uhr Kommentieren
Der Kaufpreis der GE-Sparte Industrial Solutions beläuft sich auf 2,6 Milliarden Dollar. Quelle: Reuters
ABB übernimmt Industrial Solutions

Der Kaufpreis der GE-Sparte Industrial Solutions beläuft sich auf 2,6 Milliarden Dollar.

(Foto: Reuters)

ZürichABB greift an: Der Schweizer Elektrotechnikkonzern übernimmt für 2,6 Milliarden US-Dollar die Elektrokomponenten-Sparte vom amerikanischen Rivalen General Electric. „Das ist eine einmalige Chance, unsere Position im amerikanischen Markt zu stärken“, sagte ABB-Chef Ulrich Spiesshofer am Montagmorgen. Nach Jahren, in denen der Konzern aus der Schweiz mit sich selbst beschäftigt war, schaltet er nun weiter auf Angriff – und will in den USA, dem Kernmarkt des Konkurrenten General Electric, seine Marktanteile ausbauen.

Die so genannte „Industrial Solutions“-Sparte von General-Electric stellt Elektrobauteile und Stromaggregate her. „Die echte Stärke sind die Lösungen für kommerzielle und industrielle Nutzer“, sagt Spiesshofer. Für die Amerikaner gehört die Sparte nicht mehr zum Kerngeschäft.

Doch das ficht Spiesshofer nicht an: „Wir wissen um die Herausforderungen für die Sparte und haben einen detaillierten Plan, um das Segment wieder an Stärke gewinnen zu lassen“. Man wolle den Verlust an Marktanteilen stoppen und das Geschäft wieder auf die Erfolgsspur bringen. Spiesshofers Versprechen: „Erst machen wir das Geschäft besser, dann machen wir es größer – und noch besser“.

Das sind die innovativsten Unternehmen Europas
Platz 10: Technicolor
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Gerade noch in die Top-10 der fleißigsten europäischen Ideengeber hat es das Unternehmen Technicolor geschafft (745 Anträge). Die Franzosen sind vor allem im Elektronikbereich sowie im Bereich Mediendienstleistungen tätig.

Platz 9: Alcatel-Lucent
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Der Telekommunikationskonzern Alcatel-Lucent ist Frankreichs innovativster Konzern, zumindest wenn man nach den Patentanmeldungen in Europa geht. Demnach stellte Alcatel-Lucent im vergangenen Jahr 769 Anträge. In seiner jetzigen Form ist der Telekommunikationskonzern 2006 nach der Fusion von Alcatel und Lucent Technologies entstanden. Ex-Vodafone Geschäftsführer Michel Combes steht seit Februar 2013 an der Spitze des Unternehmens.

Platz 9: Bayer
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Deutschlandweit der viertfleißigste Ideengeber ist der Pharma- und Chemiekonzern Bayer. Europaweit schafft es das Unternehmen auf Platz Neun. 809 Patente reichten die Leverkusener 2014 beim europäischen Patentamt ein. Weltweit erwirtschafteten 115.000 Mitarbeiter 2014 40,2 Milliarden Euro Umsatz.

Platz 7: DSM
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Die niederländische Firma DSM (Abkürzung für "De Stats Mijnen") schickte im vergangenen Jahr 854 Anträge an das Europäische Patentamt. DSM produziert neben Arznei- und Nahrungsergänzungsmitteln auch Methoden zur Entspiegelung von Solarzellen, um sie so effizienter zu machen.

Platz 6: Nokia
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Mit 1.040 Patentanträgen in Europa gehört Nokia zu den innovativsten Unternehmen des Kontinents. 2014 war das erste Jahr, in dem die Finnen auf Eingebungen ihrer Handysparte verzichten mussten. Ab 25. April übernahm Microsoft endgültig die Mobilfunk-Sparte der Finnen.

Platz 5: Ericsson
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Auf Platz fünf der fleißigsten europäischen Ideengeber hat es der schwedische Telekommunikationsspezialist Ericsson geschafft (1.347 Patentanmeldungen). In einem Patentstreit bezichtigen die Schweden den Branchenriesen Apple derzeit, 41 seiner Patente verletzt zu haben. Unter anderem geht es um Chipdesign, Ortungsdienste und Elemente des Mobilfunkstandards LTE.

Platz 4: Bosch
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Mit Bosch schafft es gleich das dritte deutsche Unternehmen in die Top-10 der europäischen Patentanmelder. 2014 wollten sich die Baden-Württemberger 1.438 Ideen schützen lassen. 2013 fuhr Bosch knapp 1,3 Milliarden Euro Gewinn ein, bei 46 Milliarden Euro Umsatz.

Für ABB dürfte es dabei noch einiges zu tun geben: Im vergangenen Jahr machte die GE-Sparte rund 2,7 Milliarden US-Dollar Umsatz. Die operative Umsatzrendite lag aber nur bei rund acht Prozent. Durch den Deal dürfte die Rentabilität des Elektrifizierungsgeschäfts von ABB erst einmal schwächer ausfallen. Spätestens im Jahr 2020 soll sie aber wieder zwischen 15 und 19 Prozent liegen.

Die Transaktion soll im ersten Halbjahr 2018 über die Bühne gehen. Durch die Übernahme sollen ab dem fünften Jahr Kosteneinsparungen von rund 200 Millionen Dollar möglich sein.

ABB-Chef Spiesshofer zeigte sich überzeugt, dass er das Geschäft wieder auf Erfolgskurs bringen kann. Auf die Frage, warum die Sparte bei GE nicht floriere, antwortete er: „Ungeliebte Kinder bekommen manchmal nicht die Aufmerksamkeit ihrer Eltern, die sie brauchen”.

ABB hatte sich über mehrere Jahre auf Kosteneinsparungen konzentriert. Die Folge: Der Umsatz sank über viele Quartale kontinuierlich. Doch diese Phase beendete Spiesshofer im Frühjahr mit der Übernahme des österreichischen Automatisierungsspezialisten B&R.

Damals zahlte ABB geschätzt zwei Milliarden Dollar. Spiesshofer stellte klar, dass dies nicht der letzte Zukauf sein würde. „Bilanziell wäre eine Milliardenübernahme kein Problem“, sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Mit dem B&R-Kauf versuchte ABB, in der Industrieautomatisierung näher an den deutschen Konkurrenten Siemens heranzurücken.

ABB ist vor allem in der Prozessautomatisierung stark, während Siemens mit seiner Simatic-Technik die Industrieautomatisierung dominiert. Auch mit dem aktuellen Zukauf der GE-Sparte stärkt sich ABB im Wettbewerb mit Siemens, diesmal auf dem Feld der Elektrifizierung.

An der Börse schlug der Zukauf keine großen Wellen. Am Mittag lagen die ABB-Aktien minimal im Plus. Morgan-Stanley-Analysten Katie Self sagte, der Deal sei sinnvoll. „Doch das drängendere Thema ist der von ABB angekündigte Aktienrückkauf.“ Den wolle der Konzern nun verschieben – bei den Aktionären werde das nicht gut ankommen, erwartet die Analystin.

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