ABB Siemens-Rivale sieht Vorboten einer Markterholung

Der Quartalsgewinn des Elektrokonzerns ABB ist überraschend um 45 Prozent gestiegen. Sinkende Aufträge aus der Energiebranche und das schwache Marktwachstum belasten ABB aber weiterhin. Das Kabelgeschäft boomt hingegen.
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Der Gewinn des Konzerns ist im ersten Quartal überraschend um 45 Prozent gestiegen. Quelle: Reuters
Elektrokonzern ABB

Der Gewinn des Konzerns ist im ersten Quartal überraschend um 45 Prozent gestiegen.

(Foto: Reuters)

ZürichDer Elektrokonzern ABB findet allmählich wieder in die Wachstumsspur zurück. Die Schweizer steigerten den Umsatz im ersten Quartal 2017 aus eigener Kraft um drei Prozent auf 7,85 Milliarden Dollar und erreichten damit die stärkste Zuwachsrate seit Frühjahr 2015.
„Wir sehen erste Anzeichen einer Marktstabilisierung in Teilen der Prozessindustrie und auch einige Wachstumssignale in frühzyklischen Geschäften“, zeigte sich Konzernchef Ulrich Spiesshofer am Donnerstag etwas optimistischer als zuletzt. Der Gewinn kletterte um 45 Prozent auf 724 Millionen Dollar – allerdings nur, weil der Verkauf des Kabel-Geschäfts an die dänische NKT Cables viel Geld in die Kasse spülte. Allerdings dämpfte Spiesshofer Hoffnungen auf einen baldigen Boom der Geschäfte. 2017 werde ein Übergangsjahr.

Seit 2013 kämpft der Zürcher Konzern mit Gegenwind. Denn Förderunternehmen aus der Öl-, Gas- und Bergbaubranche bestellen angesichts niedriger Rohstoffpreise wenig neue Technik. Dazu kommt das geringere Wachstum in vielen Schwellenländern, wo ABB stark vertreten ist. Auch bei Konkurrenten wie Siemens und GE hinterließ der Trend zuletzt Spuren, die Rivalen schnitten aber deutlich besser ab. Als Folge der geopolitischen Unsicherheiten zögern viele ABB-Kunden auch jetzt noch mit größeren Investitionen.

In den ersten drei Monaten des Jahres sanken die Aufträge um neun Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar, vor allem weil der Konzern in China weniger große Orders in der Stromübertragung hereinholen konnte als im Vorjahr. Die von Quartal zu Quartal weniger stark schwankenden kleineren Bestellungen legten dagegen leicht zu, besonders gefragt waren Roboter. Barclays-Analyst James Stettler sprach von einem ermutigenden Trend, die ABB-Aktie legte am Mittag um 1,6 Prozent zu. Der Zwischenbericht des Konkurrenten Schneider kam an der Börse ebenfalls gut an. Ähnlich wie bei ABB zog das organische Umsatzwachstum bei den Franzosen zu Jahresbeginn auf rund drei Prozent an.

Auch ABB-Lenker Spiesshofer sieht seinen Konzern auf dem richtigen Weg. „Wir nehmen Fahrt auf, um das Wachstum des Geschäfts anzukurbeln“, erklärte er. An den mittelfristigen Zielen hält er fest. Bis 2020 soll der Umsatz jährlich um drei bis sechs Prozent zulegen und die operative Rendite elf bis 16 Prozent betragen. Im ersten Quartal erreichte ABB jeweils das untere Ende dieser Spannen.

Diese Deutschen machen die Schweiz reich
Erben und Familiendynastien
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Das Schweizer Wirtschaftsmagazins „Bilanz“ berichtet, dass die 300 reichsten Einwohner der Schweiz zusammen 613 Milliarden Franken besitzen. Darunter befinden sich zahlreiche Zuzügler aus dem Ausland. Alleine die 51 vermögendsten „Exildeutschen“ verfügen dem Magazin zufolge insgesamt über ein Vermögen von 93,2 Milliarden Franken. In deren Top Ten befinden sich vor allem Erben und traditionsreiche Familiendynastien.

Platz 10: Otto Happel
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Vermögen: 3 bis 3,5 Milliarden Franken

Otto Happel gilt als öffentlichkeitsscheu und lebt am Vierwaldstättersee. Durch den Verkauf des Familienunternehmens, der Gesellschaft für Entstaubungsanlagen (GEA), wurde er zum Milliardär.

Platz 9: Traudl Engelhorn
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Vermögen: 3 bis 3,5 Milliarden Franken

1997 schluckte Roche die Pharmafirma Boehringer Mannheim. Das brachte den vier Familienzweigen der Engelhorns insgesamt 16 Milliarden Franken ein. Zu den Profiteuren zählte auch Traudl Engelhorn (89), die am Genfersee lebt – sie ist die Frau des verstorbenen Peter Engelhorn. Dieser war der Cousin des langjährigen Boehringer-Mannheim-Chefs Curt Engelhorn.

Platz 8: Heidi Engelhorn
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Vermögen: 3 bis 3,5 Milliarden Franken

Heidi Engelhorn (links im Bild) ist die Ehefrau des am 13. Oktober im Alter von 90 Jahren verstorbenen Curt Engelhorn. Zusammen lebten sie zuletzt in Gstaad im Berner Oberland. Er war lange Zeit Chef von Boehringer Mannheim, verkaufte das Pharmaunternehmen aber schließlich an Roche. Damit wurde Engelhorn weitverzweigte Familie zu einer der reichsten der Welt.

Platz 7: Karl-Heinz-Kipp
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Vermögen: 4 bis 4,5 Milliarden Franken

Der Deutsch-Schweizer gründete die Massa-Verbrauchermärkte, heute ein Teil des Metro-Konzerns. Dazu gehören ihm mehrere Hotels wie das Tschuggen Grand Hotel in Arosa (Bild), in dem er auch lebt. In die Schweiz wanderte er bereits vor rund drei Jahrzehnten aus.

Platz 6: Theo Müller
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Vermögen: 4,5 bis 5 Milliarden Franken

Seine Produkte finden sich in jedem Kühlregal: Theo Müller machte aus einer Dorfmolkerei einen Weltkonzern. Der Molkereimogul lebt am Zürichsee.

Platz 5: Erben Wella
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Vermögen: 4,5 bis 5 Milliarden Franken

Der globale Haarpflege- und Kosmetikkonzern Wella geht auf den deutschen Friseur Franz Ströher zurück. Davon dass der US-Konzern Procter & Gamble 2003 die Mehrheit der Wella AG übernahm, profitieren die Erben wie Immo Ströher (Mitte) bis heute.

Spiesshofer stellte auch weitere Zukäufe in Aussicht. Im Vordergrund stünden dabei die Bereiche Elektrifizierung sowie Roboter. Nach einer jahrelangen Abstinenz bei Großakquisitionen hatte sich ABB Anfang des Monats den österreichischen Steuerungshersteller Bernecker & Rainer (B&R) einverleibt. Mit der größten Übernahme seit fünf Jahren, die einem Insider zufolge knapp zwei Milliarden Dollar kostete, wollen die Schweizer den Rückstand auf den Industrieautomations-Weltmarktführer Siemens verkürzen.

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