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Abgas-Skandal So hoch sind die Umtauschprämien der Autobauer

Die meisten Autohersteller setzen auf Umtauschprämien, die unterschiedlich hoch ausfallen. VW zweifelt weiterhin an der technischen Umsetzung von Nachrüstungen.
Update: 02.10.2018 - 14:18 Uhr Kommentieren

Die Koalition hat sich geeinigt, wie sie Fahrverbote in Städten für Diesel-Fahrzeuge verhindern will. Das wollen die einzelnen Hersteller dazu beitragen.

BMW

BMW will Dieselfahrern sofort bis zu 6000 Euro Umtauschprämie zahlen, lehnt Hardware-Nachrüstungen auf Unternehmenskosten jedoch ab. BMW-Chef Harald Krüger geht von einer besseren Ausgangslage für sein Unternehmen im Vergleich zum Rest der Branche aus. „Wir kennen die Details noch nicht“, sagte Krüger auf der Paris Motorshow. „Aber unsere Diesel der Abgasstufen 5 und 6 sind bei den Emissionswerten 40 Prozent besser als der Wettbewerb.“ Daher sehen sich die Münchener bei den Hardware-Umrüstungen auch weniger in der Pflicht.

BMW-Fahrer in Regionen mit hohen Stickoxid-Belastung bekämen 6000 Euro Rabatt, wenn sie ihren Euro-4- oder Euro-5-Diesel durch ein Neufahrzeug ersetzten, ergänzte ein BMW-Sprecher in München. Beim Kauf eines jungen Gebrauchten oder eines Vorführwagens zahle der Konzern 4500 Euro Umtauschprämie.

BMW, VW und Co.: Die Diesel-Umtauschprämien der Autobauer Quelle: AP
BMW

Die Bayern gehen davon aus, dass man aufgrund niedriger Emissionswerte keine Nachrüstungen vollziehen muss.

(Foto: AP)

Das Angebot gelte rückwirkend ab Montag. Der alte Diesel müsse mindestens ein Jahr auf den Halter zugelassen sein, der die Umtauschprämie bekommen will. „Wir konzentrieren uns auf die Flottenerneuerung, weil sie schnell Verbesserungen bringt“, sagte der Sprecher.

Eine Umtauschprämie von 2000 Euro biete BMW weiterhin flächendeckend an – die höheren Prämien beschränkten sich auf die von der Koalition benannten 14 Regionen mit hohen Stickoxid-Werten. Zudem verringere BMW den Schadstoff-Ausstoß vieler Fahrzeuge durch freiwillige Software-Updates und habe im Mai 45 Millionen Euro in den vom Dieselgipfel geschaffenen Fonds eingezahlt.

VW

Der Autokonzern hält Nachrüstungen für technisch nicht umsetzbar und setzt deshalb eher auf die Umtauschprämie. Quelle: AFP
VW

Der Autokonzern hält Nachrüstungen für technisch nicht umsetzbar und setzt deshalb eher auf die Umtauschprämie.

(Foto: AFP)

Die vom Volkswagen-Konzern geplanten Umstiegsprämien werden im Durchschnitt bei etwa 4000 Euro für Diesel der Abgasnormen Euro 1 bis 4 liegen. Bei Euro 5 kalkuliert der Wolfsburger Konzern mit rund 5000 Euro je Fahrzeug. Entscheidend seien aber immer auch der jeweilige Zustand und die Ausstattung des einzelnen Fahrzeugs.

Diese Förderung beinhaltet nach VW-Angaben auch einen Ausgleich in Abhängigkeit vom Restwert des alten Autos und ein attraktives Finanzierungsangebot. Der Wolfsburger Autohersteller gleicht damit den Wertverlust der Diesel aus. Volkswagen will damit in den 14 betroffenen Städten fast eine Million Fahrzeugbesitzer erreichen.

VW stemmt sich allerdings weiterhin gegen die volle Kostenübernahme von Nachrüstungen. „Wenn die Nachrüstung beim Kunden Akzeptanz finden sollte, werden wir uns wie zugesagt beteiligen“, sagte eine Person mit Kenntnis der Beratungen am Dienstag. Der Auslöser der Dieselkrise hatte im Vorfeld der Beratungen im Koalitionsausschuss lediglich eine Kostenübernahme von 80 Prozent zugesagt.

Daimler (Mercedes-Benz)

Für den Stuttgarter Hersteller ist eine Nachrüstung nicht ausgeschlossen. Bisher wird jedoch die Umtauschvariante favorisiert. Quelle: dpa
Mercedes

Für den Stuttgarter Hersteller ist eine Nachrüstung nicht ausgeschlossen. Bisher wird jedoch die Umtauschvariante favorisiert.

(Foto: dpa)

Daimler-Chef Dieter Zetsche verwies darauf, dass die angedachten Maßnahmen nicht nur das Neuwagen- sondern auch das Gebrauchtwagengeschäft betreffen. „Man muss aber auch wissen, dass die Neufahrzeuge in Deutschland von unserer Marke an Flottenkunden gehen. Privatkunden in Deutschland aber primär gebrauchte Fahrzeuge kaufen“, sagt Zetsche.

„Insofern dreht es sich nicht nur darum, was in der ersten Stufe dieser Futterkette passiert, sondern wie es gelingt insgesamt über den Gebrauchtwagenmarkt Fahrzeuge zu drehen, und darauf richten sich dann auch die Maßnahmen.“ Daimler kündigte nun eine Umtauschprämie von bis zu 5000 Euro für den Kauf eines Neuwagen an.

Renault

Der französische Autohersteller nutzt die Umtauschaprämie um eventuell auch Neukunden zu gewinnen. Quelle: dpa
Renault

Der französische Autohersteller nutzt die Umtauschaprämie um eventuell auch Neukunden zu gewinnen.

(Foto: dpa)

Die Franzosen haben für alte Diesel-PKW mit Abgasnormen Euro 1 bis Euro 5 eine Umtauschprämie von bis zu 10.000 Euro angekündigt. Private Pkw-Halter erhalten die Prämie ab sofort beim Kauf eines Neuwagens, unabhängig von der Antriebsart. Die Prämien sind dabei nach Modell gestaffelt. Das Angebot gilt bis zum 30. November und schließt Dieselfahrzeuge aller Marken ein.

Volvo

Der schwedische Autohersteller will zumindest für den Geländewagen eine Nachrüstung anbieten. Die technische Umsetzungsmöglichkeiten sind jedoch umstritten. Quelle: AP
Volvo

Der schwedische Autohersteller will zumindest für den Geländewagen eine Nachrüstung anbieten. Die technische Umsetzungsmöglichkeiten sind jedoch umstritten.

(Foto: AP)

Für den Geländewagen XC60 werden Nachrüstungen angeboten. Volvo arbeitet hierbei mit dem Bamberger Katalysatoren-Hersteller Dr. Pley zusammen. Über die Pläne hatte der „Spiegel“ und der „Bayerische Rundfunk“ berichtet. Die Volvo-Geländewagen sollen mit einem SCR-Katalysator nachgerüstet werden. In diesen Katalysatoren wird Harnflüssigkeit eingespritzt, um das giftige Stickoxid unschädlich zu machen.

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