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Abgasaffäre Inhaftierter Rupert Stadler bleibt vorläufig weiter Audi-Chef

Der Volkswagen-Aufsichtsrat kann sich in der Causa Stadler einmal mehr nicht einigen. Damit bleibt der seit drei Monaten in Untersuchungshaft sitzende Audi-Chef lediglich beurlaubt.
Update: 28.09.2018 - 16:03 Uhr Kommentieren
Audi: Inhaftierter Rupert Stadler bleibt vorläufig weiter Chef Quelle: dpa
Rupert Stadler

Der bislang beurlaubte Rupert Stadler bleibt vorerst Audi-Chef.

(Foto: dpa)

DüsseldorfSeit gut drei Monaten sitzt Rupert Stadler nun in Untersuchungshaft. Und genauso lange ringen die Aufsichtsräte von Volkswagen und Audi mit der Frage, wie sie mit der Causa Stadler umgehen sollen. Denn offiziell ist der Audi-Chef seit seiner Inhaftierung nur „beurlaubt“.

Daran wird sich auch vorerst nichts ändern: Am Freitag vertagte der VW-Aufsichtsrat das Thema nach Informationen des Handelsblatts ein weiteres Mal. Vorangegangen sei aber eine intensive Diskussion über die weitere Vorgehensweise, hieß es im Umfeld des Aufsichtsrats.

Noch immer geht es um die Frage, ob der offiziell beurlaubte Audi-Chef abberufen oder abgelöst werden soll. Ein klares Votum in der Frage sei nicht zu erzielen gewesen, hieß es im Anschluss an die Sitzung. VW äußerte sich nicht dazu.

Die dpa berichtet zudem, dass die beiden Vertreter des Landes Niedersachsen im Aufsichtsrat, Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU), mit der Lösung einer Vertragsaufhebung samt Abfindung für den Chef der VW-Tochter nicht einverstanden seien.

Bereits am 17. September hatte es ein außerplanmäßiges Treffen des höchsten Kontrollgremiums gegeben, dieses entpuppte sich etwas überraschend aber lediglich als informelles Treffen. Denn schon zuvor hieß es in VW-Kreisen: „Alles andere als Stadlers Ablösung wäre verwunderlich.“

Stadler wurde Mitte Juni wegen des Verdachts der „Verdunklungsgefahr“ im Zusammenhang mit der Abgasaffäre festgenommen. Dass der Audi-Chef auch nach einer möglichen Haftentlassung an die Konzernspitze zurückkehrt, gilt als ausgeschlossen. An seiner Abberufung gebe es keinen Zweifel, hieß es aus Kreisen des Gremiums, wohl aber an den Modalitäten.

Da Stadler sowohl bei Audi als auch VW über langlaufende Verträge verfügt, steht ihm aber eine hohe Abfindung zu, erst im vergangenen Mai hatten die Audi-Aufsichtsräte ihm weitere fünf Jahre an der Konzernspitze gewährt.

Eine Vertragsauflösung wäre zu diesem Zeitpunkt aber heikel: Anfang kommender Woche will die Bundesregierung die Eckpunkte für den Umtausch und die Nachrüstung älterer Dieselautos bekannt geben.

Womöglich werden sich die Autobesitzer an den Kosten beteiligen müssen. Eine Trennung von Stadler, die mit einer Millionenabfindung verbunden wäre, könnte zu massiver Kritik in der Öffentlichkeit führen, hieß es in Konzernkreisen. Mit der Verschiebung gehe VW einer solchen Diskussion aus dem Weg.

Noch im Mai 2017 verlängerte der Audi-Aufsichtsrat Stadlers Bestellung als Vorstandsvorsitzender sogar um weitere fünf Jahre. Schon damals hatten die Vertreter der Gewerkschaft IG Metall große Probleme mit der Personalie, doch am Ende stimmten die Arbeitnehmer zu – auch weil es an Alternativen mangelte.

Stadler trieb den Neustart von Audi voran, allen voran die Entwicklung des „Etron“. Doch der Prestigeerfolg um das erste Elektroauto ist nicht nachhaltig: Audi droht gegenüber den Konkurrenten BMW und Daimler weiter an Boden zu verlieren. Die Aufarbeitung der Dieselkrise und die dauernden Vorstandswechsel haben das Unternehmen tief verunsichert.

Wichtige Entscheidungen sind zu lange liegen geblieben: Zu wenig hatte sich am Design verändert, altbacken kam die Marke zuletzt daher. Wunschkandidat für die Stadler-Nachfolge ist Markus Duesmann, der bis Juli 2018 Einkaufsvorstand von BMW war. Wann der 49-Jährige kommt, steht allerdings in den Sternen, da Duesmann bisher keine Freigabe durch BMW hat.

In der Belegschaft brodelte es immer lauter, die Beschäftigten in den Stammwerken Ingolstadt und Neckarsulm fürchten um ihre Jobs. „Ein ‚Weiter so‘ akzeptieren wir nicht. Deshalb fordern wir einen Neustart, der jetzt gezündet werden muss“, forderte Audi-Betriebsratschef Peter Mosch auf der jüngsten Betriebsversammlung. Doch mit der ungeklärten Personalie Stadler wird der Neustart wohl noch auf sich warten lassen.

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