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VW-Dieselautos

Der Großteil der zurückgegebenen Fahrzeuge steht im Moment noch auf riesigen Parkplätzen und alten Flughäfen, die über die USA verteilt sind.

(Foto: AFP)

Abgasmanipulation Fast alle manipulierten VW-Diesel in den USA sind von der Straße

Volkswagen hat die manipulierten Dieselautos in den USA schneller als erwartet zurückbekommen. Dadurch spart der Konzern viel Geld.
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DüsseldorfVolkswagen kommt in den USA mit der Aufarbeitung der Dieselaffäre voran. Mehr als 85 Prozent der manipulierten Autos sind wieder in den Händen des Konzerns gelandet. VW vermeidet damit zusätzliche Strafen. Das geht aus dem jüngsten Kontrollbericht der US-Sammelkläger hervor, der dem Handelsblatt vorliegt. Der Wolfsburger Autokonzern hatte sich gegenüber der US-Justiz dazu verpflichtet, dass der überwiegende Teil der manipulierten Dieselfahrzeuge von den amerikanischen Straßen verschwinden muss.

Der Großteil der zurückgegebenen Autos, etwa 80 Prozent, steht im Moment noch auf riesigen Parkplätzen und alten Flughäfen, die über die USA verteilt sind. „Im ganzen Land gibt es 37 Rückgabe-Einrichtungen“, heißt es wörtlich im Zwischenbericht der US-Sammelkläger. Dort werde entschieden, was mit den zurückgebrachten Autos weiter passiere. Volkswagen hat vor allem wärmere Regionen mit trockener Luft und wenig Regen ausgesucht – damit die abgestellten Fahrzeuge keinen Rost ansetzen können.

Rund 13 Prozent der Autos sind komplett von amerikanischen Straßen verschwunden und wurden verschrottet. Nur 5,4 Prozent sind wiederverkauft worden – nach einer aufwendigen Hardware-Umrüstung. Bis zum Stichtag 31. März waren Volkswagen rund 350.000 manipulierte Dieselfahrzeuge zurückgegeben worden.

Die Quote von 85 Prozent an zurückgegebenen Fahrzeugen hat der Wolfsburger Autokonzern vorzeitig erreicht. Die US-Behörden hätten sich auch damit zufriedengegeben, wenn Volkswagen die Marke im kommenden Jahr geschafft hätte. Auf jeden Fall spart der VW-Konzern dadurch Geld: Wäre es Volkswagen nicht gelungen, 85 Prozent der betroffenen Fahrzeuge von der Straße zu holen oder umzurüsten, hätte der Konzern für jeden Prozentpunkt, um den das Ziel verfehlt wird, 85 Millionen Dollar zahlen müssen.

Die Entschädigungszahlungen an die US-Autofahrer und die fälligen Geldstrafen an die Justiz machen zusammen einen Betrag von rund 15 Milliarden Euro aus. Insgesamt hat Volkswagen bislang mehr als 25 Milliarden Euro zur Bewältigung der Dieselaffäre zurückgestellt. Der VW-Konzern hofft darauf, dass damit das Ende erreicht ist. Völlig unklar ist heute allerdings noch, welche finanziellen Lasten wegen der laufenden Schadensersatzverfahren in Deutschland auf das Unternehmen zukommen könnten.

In USA setzt der VW-Konzern darauf, mit den zurückgebrachten Autos in den kommenden Monaten doch noch Geld zu verdienen. Denn die rund 300.000 Fahrzeuge, die jetzt in den USA auf riesigen Parkplätzen abgestellt worden sind, können alle noch umgerüstet und als Gebrauchtwagen weiterverkauft werden. Der VW-Konzern hat für einen Verkauf ausdrücklich die Genehmigung der US-Behörden bekommen – wenn sie zuvor umgerüstet worden sind.

Inzwischen kann Volkswagen auch alle rund 500.000 betroffenen US-Dieselfahrzeuge mit manipuliertem Zwei-Liter-Motor legal so umrüsten, dass sie den strengeren amerikanischen Abgasnormen entsprechen. Die amerikanischen Umweltbehörden haben dem Wolfsburger Konzern die entsprechenden Genehmigungen erteilt.

Das sind die Bestseller von VW
Platz 10: VW Up - 158.795 verkaufte Fahrzeuge
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Trotz gesunkener Verkaufszahlen reicht es noch für Platz zehn: Der Kleinstwagen von VW überzeugt mit pfiffigen Lösungen auf engstem Raum. Agilität in der City und geringe Kosten, damit kann der Zweitürer ebenso punkten.

Quelle: VW Konzernbericht 2017

(Foto: vw)
Platz 9: VW Gol – 203.148 verkaufte Fahrzeuge
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Der Kleinwagen wird speziell für den lateinamerikanischen Markt gebaut und ist dort eines der erfolgreichsten Autos überhaupt. 2017 konnte Volkswagen den Absatz deutlich steigern.

(Foto: picture alliance/dpa)
Platz 8: VW Santana - 293.313 verkaufte Fahrzeuge
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Auch die dritte Generation ist ein echter Verkaufserfolg. In Deutschland führte das damals noch sehr kantige Modell eher ein Langweiler-Schattendasein, machte aber international Karriere: 2013 wurde ein komplett neu entwickelter Santana speziell für den chinesischen Markt vorgestellt.

(Foto: AFP)
Platz 7: VW Bora - 334.900 verkaufte Fahrzeuge
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Dass der Name der fünftürigen Limousine zwischen Golf- und Passat-Größe überhaupt noch geführt wird, ist der Bedeutung des chinesischen Automarktes zu verdanken, der für die Wolfsburger so unglaublich wichtig geworden ist. Und egal was man von der Formgebung in Europa hält: Chinesen lieben nun mal klassische Limousinen.

(Foto: Hersteller)
Platz 6: VW Lavida - 507.574 verkaufte Fahrzeuge
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Und noch eine Limousine, wobei diese untere Mittelklasse sogar in China entwickelt wurde. Den hierzulande unbekannten Lavida bietet VW seit zwei Jahren auf dem größten Wachstumsmarkt an. Mit Erfolg.

(Foto: Reuters)
Platz 5: VW Passat/Magotan - 660.996 verkaufte Fahrzeuge
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Platz, Qualität und High-Tech überzeugen viele Käufer. Die geräumige untere Mittelklasse ist in Deutschland vor allem als Kombi für Dienstwagen-Fuhrparks gefragt, der Rest der Welt findet die Limousine interessanter. Den Absatz des Bestsellers, den es schon seit mehr als 40 Jahren gibt, ging im Vergleich zum Vorjahr etwas zurück.

(Foto: vw)
Platz 4: VW Polo – 755.506 verkaufte Fahrzeuge
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Egal welche Generation - der deutsche Kleinwagen-Klassiker dominiert die Neuzulassungsstatistiken oft Monat für Monat in Folge. 2017 präsentierte VW-Markenvorstand Herbert Diess die neueste Variante des Polo.

(Foto: Reuters)

In Deutschland und Europa hat Volkswagen bei den betroffenen Fahrzeugen lediglich eine neue Software in der Motorsteuerung aufgespielt. In den USA reicht eine solche Umrüstung nicht aus. Dort müssen die Autos technisch viel aufwendiger umgebaut werden – mit größeren Eingriffen an Filter- und Abgassystemen. Lösungen, die inzwischen auch in Deutschland diskutiert werden, um die Stickoxidbelastungen in den Großstädten zu senken.

In der Anfangszeit kurz nach der Aufdeckung der Dieselmanipulationen gab es in den USA überhaupt keine von den Umweltbehörden genehmigten Umrüstungsprogramme für die manipulierten Motoren. Erst seit dem vergangenen Jahr können die Volkswagen-Modelle in größerer Zahl umgerüstet werden, und erst seit wenigen Wochen gibt es Umrüstpakete für alle betroffenen Modelljahre aus der Zeit bis 2015.

Das erklärt, warum Volkswagen die Autos zu Hunderttausenden auf großen Parkplätzen abgestellt hat. VW musste die Zeit überbrücken. Erst jetzt darf der Konzern die Fahrzeuge legal in einen gesetzeskonformen Zustand bringen.

Weil es keine genehmigten Umrüstungsprogramme gab, hat sich der Großteil der US-Kunden dafür entschieden, die betroffenen Autos gegen eine Entschädigungszahlung an den deutschen Fahrzeugkonzern zurückzugeben. Rund 85 Prozent der amerikanischen Käufer haben ihre Autos an VW zurückverkauft. Nur der deutlich kleinere Rest hat die Fahrzeuge umrüsten lassen und behalten.

Ein amerikanischer Dieselkunde, der sein manipuliertes Fahrzeug an den VW-Konzern zurückgegeben hat, konnte im Durchschnitt mit einer Entschädigungssumme von etwa 21.500 US-Dollar rechnen.

Wer sich statt des Rückkaufs für eine Umrüstung entscheidet, bekommt in den USA – im Unterschied zu Europa – immer noch eine Entschädigung. Der Durchschnittsbetrag liegt dafür bei etwa 6000 Dollar. In Einzelfällen wurde als Höchstbetrag bis zu 45.000 Dollar gezahlt. Insgesamt hat der VW-Konzern bislang etwa 7,7 Milliarden Dollar an amerikanische Kunden ausgeschüttet.

Autofahrer in Deutschland können im Unterschied zu US-Kunden unverändert nicht mit einer Entschädigung rechnen. Der Volkswagen-Konzern steht auf dem Standpunkt, dass das Unternehmen mit der Software in der Motorsteuerung von Dieselfahrzeugen in Europa nicht gegen geltendes Recht verstoßen hat.

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