Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Abgasmessung Dieser Stickoxid-Sauger soll Fahrverbote verhindern

Die Stickoxidwerte in Kiel liegen weit über dem Grenzwert. Mit einem riesigen Sauger soll die Luft nun sauberer werden. Der Testlauf ist gestartet.
Kommentieren
Purevento bietet einen Ausweg für Dieselfahrverbote Quelle: Purevento
Prototyp Modell E mit Geschäftsführer Robert Krüger

Die Firma Purevento will die Luft von Stickoxid reinigen.

(Foto: Purevento)

Düsseldorf Bundesweit werden Dieselfahrverbote für verschiedene Städte ausgesprochen. Auch Kiel kurz vor solch einem Verbot. Doch die Stadt will nicht tatenlos warten, bis der Theodor-Heuss-Ring zur Sperrzone wird. Deshalb soll die Firma Purevento die Luft von Stickoxid reinigen und ein Fahrverbot bestenfalls noch rechtzeitig abwenden, wie der Oberbürgermeister Ulf Kämpfer gegenüber den Kieler Nachrichten mitteilte.

Der sogenannte Stadtluftreiniger, den das junge Unternehmen aus Trittau Ende Januar in Kiel erstmals in die Testphase schickt, lässt die Kieler hoffen. Der Luftfilter in der Größe eines Kleinbusses, der schädliches Stickoxid aus der Luft saugen soll, erinnert optisch an einen Bauwagen. Er soll unmittelbar am Fahrbahnrand neben einer der drei Stickoxid-Messstationen in Kiel soll sie stehen.

Dass der Luftfilter von Purevento ausgerechnet dort aufgestellt wird, ist jedoch eher dem Zufall geschuldet wie der Geschäftsführer Robert Krüger erklärt: „In Kiel ist die Besonderheit, dass innerhalb der Stadtgrenzen nur an einem etwa 200 Meter langen Streifen entlang des Theodor-Heuss-Ringes gesetzliche Schadstoffgrenzen dauerhaft überschritten werden.“

Im Prinzip könne man die Anlage überall dort aufstellen, wo hohe Schadstoffbelastungen auftreten. Die gesetzliche Grenze liegt im Jahresdurchschnitt derzeit bei 40 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft. Krügers Erfindung folgt einem simplen Mechanismus: „Die Luft wird zunächst durch die erste Filterebene gesogen. Diese befreit die Luft von circa 80 bis 90 Prozent Feinstäuben“, wie der Entwickler aus Schleswig-Holstein zusammenfasst.

Die bereits vorgereinigte Luft werde dann durch die zweite Filterebene nach außen gedrückt. Diese Filterebene entnehme der Luft bis zu etwa 85 Prozent der darin enthaltenen gasförmigen Schadstoffe wie Stickoxide. Das Ziel des Tests: Die Stickoxide sollen in Kiel um mindestens zehn Prozent reduziert werden, indem zum einen ein großer Teil der Luft direkt gereinigt und zum anderen die umliegende Luft durch die gesäuberte Luft entsprechend verdünnt wird. Langfristig will die Stadt Kiel die Schadstoffbelastung unter den gesetzlichen Grenzwert senken. Dafür bräuchte es nach Einschätzungen von Purevento etwa sechs Filteranlagen im Gesamtraum der Stadt.

Das Landesumweltministerium, die Stadt und Purevento werden die Ergebnisse des Tests nach einigen Wochen auswerten. Dabei soll insbesondere auf Abluft, Lärm und Ansaugverhalten geachtet werden. Falls der Stadtluftreiniger gute Ergebnisse erzielt, will das Unternehmen seine Maschine auch anderen Städten anbieten. 

„Die ersten Serien-Produkte können voraussichtlich in den nächsten sechs Monaten ausgeliefert werden“, sagt Krüger. Ungefähr 80.000 Euro werde eine Anlage dann ohne das aufwändige Fahrwerk kosten. Auf lange Sicht plant das Unternehmen auch Exporte ins Ausland. Die weltweiten Patente hat Purevento bereits angemeldet.

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite

Mehr zu: Abgasmessung - Dieser Stickoxid-Sauger soll Fahrverbote verhindern

0 Kommentare zu "Abgasmessung: Dieser Stickoxid-Sauger soll Fahrverbote verhindern"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.