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Abgasmesszyklus WLTP Neue Abgasregeln sorgen für Schlussspurt am deutschen Automarkt

Seit Anfang September gelten strengere Abgasregeln für Neuwagen. Die Autokäufer haben vorher noch einmal kräftig zugegriffen.
Update: 04.09.2018 - 16:59 Uhr Kommentieren

„Davon profitiert niemand“ – Was kostet das WLTP-Verfahren den Autofahrer?

HamburgDie Umstellung auf den neuen Abgas-Prüfstandard hat die Autoverkäufe in Deutschland auf einen Rekordwert getrieben. Erstmals wurde in einem August die Marke von 300.000 Pkw-Neuzulassungen überschritten. Der Grund: Unternehmen deckten sich für ihre Flotten mit Großeinkäufen ein, um möglichen Lieferengpässen bei einigen Modellen ab Anfang September zu entgehen.

Die Zahl der Neuzulassungen stieg im August im Vergleich zum Vorjahresmonat um 24,7 Prozent auf 316.405, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Dienstag in Flensburg mitteilte. In den ersten acht Monaten waren es 2,47 Millionen, ein Plus von 6,4 Prozent.

Seit 1. September dürfen in der EU nur noch Autos neu zugelassen werden, die den Prüfstandard WLTP („Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure“) durchlaufen haben. Den Herstellern gelang es aber nicht, in der gesetzten Frist für alle aktuellen Modelle die gründlicheren und längeren Tests abzuschließen.

Den KBA-Zahlen zufolge wurden im August gut zwei Drittel (67,4 Prozent) der Neuwagen gewerblich zugelassen und knapp ein Drittel (32,6 Prozent) privat. Dabei stiegen die gewerblichen Anmeldungen um enorme 37,8 Prozent, die privaten Zulassung legten um 4,3 Prozent zu.

Bei der Produktion im Inland und beim Export gab es als Folge der neuen Typzulassung nach dem WLTP-Standard einen gegenläufigen Effekt. Wegen teils fehlender Genehmigungen drosselten die Fabriken im August die Fertigung für die Autos, die in den Folgemonaten ausgeliefert werden sollen. Die Produktion brach nach Angaben des Verbands der Automobilindustrie (VDA) um 31 Prozent auf 310.400 Personenwagen ein. Bei den Ausfuhren betrug das Minus verglichen mit August 2017 sogar 34 Prozent auf eine Stückzahl von 234.000 Fahrzeugen.

Der VDA erwartet, dass sich die Entwicklung bei Neuzulassungen und Produktion innerhalb weniger Monate wieder normalisieren wird. „Fürs Gesamtjahr 2018 halten wir an unserer Prognose von 3,5 Millionen Neuzulassungen fest“, stellte VDA-Präsident Bernhard Mattes klar. Das entspräche einem Plus von einem Prozent. Der Diesel-Anteil fiel nicht weiter, sondern stabilisierte sich bei 32,6 Prozent. Produktion und Export liegen nach acht Monaten jeweils sechs Prozent unter Vorjahresniveau.

Zwei deutsche Marken, Mercedes (minus 10,9 Prozent) und Opel (minus 5,2 Prozent), mussten trotz des sehr günstigen Gesamtmarkts Rückgänge hinnehmen. Anteilig legten nach der Übersicht des KBA am stärksten Porsche (plus 60,8 Prozent), VW (plus 46,2 Prozent) und Audi (plus 45,3 Prozent) zu. Im Privatmarkt seien ausländische Marken mit einem Anteil von 46,3 Prozent überdurchschnittlich erfolgreich gewesen, merkte der Importeurverband VDIK an.

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