Abgasskandal Autoindustrie lehnt technische Nachrüstungen bei Dieseln weiter ab

VDA-Präsident Bernhard Mattes stellt sich weiterhing gegen Hardware-Nachrüstungen bei Dieselfahrzeugen. Für ihn genügen Software-Updates.
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Der VDA-Chef verteidigt den Diesel als gegen Kritik im Zuge des Abgasskandals. Quelle: dpa
Bernhard Mattes

Der VDA-Chef verteidigt den Diesel als gegen Kritik im Zuge des Abgasskandals.

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BerlinDie Autoindustrie lehnt technische Nachrüstungen an Motor oder Abgasanlage bei Dieselautos weiter ab. VDA-Präsident Bernhard Mattes sagte am Montag in Berlin, solche Hardware-Umbauten seien „sehr, sehr komplex“. Außerdem würde es zwei bis drei Jahre dauern. „So viel Zeit haben wir nicht.“ Hardware-Nachrüstungen führten bei den umgerüsteten Autos zu mehr Verbrauch und damit mehr CO2-Ausstoß.

Der Chef des Verbands der Automobilindustrie (VDA) verwies auf dem Mobilitätskongress „Future Mobility Summit“ des „Tagesspiegels“ auf Software-Updates, mit denen die Hersteller den Schadstoffausstoß von Dieselautos senken wollen. Die Industrie arbeite zudem eng mit den Kommunen zusammen. Umweltverbände fordern aber seit langem auch Hardware-Nachrüstungen, weil diese wirksamer seien.

Mattes verteidigte den Diesel, dessen Image durch den Abgasskandal schwer belastet ist. Außerdem trägt der Antrieb erheblich dazu bei, dass Schadstoffgrenzwerte in vielen Städten nicht eingehalten werden. Mattes sagte, moderne Diesel seien sauber.

Der VDA-Chef nannte einen „Spiegel“-Bericht über einen geplanten Milliardenfonds zur Hardware-Nachrüstung eine „Spekulation“. Das Magazin hatte berichtet, in der Regierung gebe es Überlegungen, zumindest einen Teil der Dieselflotte technisch wirksam nachrüsten zu lassen. Dazu werde geprüft, ob Autokonzerne fünf Milliarden Euro in einen Fonds einzahlen. Die Regierung würde Geld zuschießen.

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2 Kommentare zu "Abgasskandal: Autoindustrie lehnt technische Nachrüstungen bei Dieseln weiter ab"

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  • Sie haben es immer noch nicht begriffen, Herr Narrog!

    Es geht hierbei nicht um den Schutz der deutschen Automobilindustrie.

    Vielmehr geht es um das Verursachungsprinzip. Der eiserne Grundsatz in unserem Rechtssystem lautet, dass Jemand, der Anderen einen Schaden verursacht für den entstandenen Schaden aufzukommen hat.

    Dieser Tatbestand ist im Falle der Volkswagen AG zu 100% erfüllt.

    Die gigantischen Wertminderungen, die VW-Dieselfahrer durch die illegalen Manipulationen seitens des VW-Konzerns erfahren gehen natürlich in die Milliarden EUR.

    Dafür hat VW aufzukommen, da helfen auch die Gefühlsduseleien des Verbandspräsidenten im unheilvollen Gefolge mit Ihnen, Herr Narrog, nichts.

  • Eine Nachrüstung der kompletten Dieselflotte mit Ad Blue Tanks, neuen DPF etc. kann leicht mehrere 1000 €/Auto kosten. Dazu muss man bedenken, dass sich die ganze Einstellung des Autos, Leistung, Verbrauch ändern. Bei mehreren Millionen Dieselfahrzeugen kann eine solche Änderung europaweit einen guten 2-stelligen Milliardenbetrag kosten.

    Ein solcher Schritt wäre geeignet die deutsche Autoindustrie signifikant zu schwächen so dass diese dann gegenüber den asiatischen Wettbewerbern den Kürzeren zieht.

    Die Industrie und die Autoindustrie die zusammen mit den Zulieferindustrien die stärkste Industriebranche ist, ist die wirtschaftliche Lebensgrundlage Deutschlands.

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