Abgasskandal Daimler meldet auffällige Softwarefunktion bei Lkw-Motor – Vertrieb gestoppt

Daimler hat bei einem Lkw-Motor eine auffällige Softwarefunktion entdeckt und dem KBA gemeldet. Der Verkauf der betroffenen Lastwagen wurde gestoppt.
Update: 08.07.2018 - 15:08 Uhr Kommentieren

Verdächtiger Motor im LKW – Daimler erneut unter Druck

New YorkDaimler soll bei einem Sechszylindermotor für Lastwagen eine Softwarefunktion entdeckt haben, die „unter bestimmten Bedingungen die Abgasnachbehandlung abschaltet“, berichtete die „Bild am Sonntag“. Der deutsche Autobauer soll daraufhin Ende Juni den Verdachtsfall selbst dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) gemeldet haben. Nun soll das KBA den Fall klären.

Die abweichenden Messergebnisse bei dem Motor OM 501, der unter anderem beim Mercedes-Benz Actros verbaut werde, wurden bei einer internen Überprüfung entdeckt, berichtet das Blatt.

Ein Daimler-Sprecher bestätigte gegenüber dem Handelsblatt: „Im Rahmen regelmäßiger Konformitätsprüfungen der Typzulassung hat die Daimler AG bei einem Sechszylindermotor für schwere Nutzfahrzeuge der Abgasnorm Euro V bei vereinzelten Betriebssituationen eine geringfügige Überschreitung des für die Zertifizierung relevanten NOx-Grenzwertes festgestellt.“

Daimler selbst nennt die Behauptung der Zeitung, dass man eine Softwarefunktion bei einem Lkw-Motor entdeckt hätte, die die Abgasnachbehandlung abschaltet, „irreführend“.

Konkret spreche man mit dem KBA vielmehr über eine technische Funktion im Zusammenhang mit dem Fahrzeugdiagnose-System OBD. Das stelle sicher, dass während der Fahrt unter bestimmten, vom normalen Betriebszustand abweichenden Bedingungen – wie zum Beispiel der Einsatz von Biokraftstoffen – eine Adblue-Überdosierung verhindert würde. Das Harnstoff-Wassergemisch neutralisiert die Stickoxide. Bei einer Überdosierung besteht aber die Gefahr eines Amoniakaustritts.

Der betroffene Motortyp wurde nur noch in Lkws verbaut, die für den außereuropäischen Markt bestimmt waren. Jetzt erfolgt ein Verkaufsstopp. „Bis zur Klärung der technischen Fragen hat das Unternehmen entschieden, diesen Motor vorsorglich nicht mehr auszuliefern“, sagte der Sprecher dem Handelsblatt. Der Konzern geht davon aus, dass die Softwarefunktion nicht illegal ist.

Erst vor wenigen Wochen hatte das KBA einen amtlichen Rückruf für 774.000 Pkws verhängt. Bei den Modellen handelt es sich neben dem Transporter Vito vor allem um das SUV-Modell GLC und die Limousinen der C-Klasse.

Alle Modelle enthalten aus Sicht des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) nicht genehmigte Abschalteinrichtungen der Abgasanlagen. In Deutschland sind nach Angaben der Behörde 238.000 Autos betroffen.

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