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Abgasskandal KBA prüft Verdacht gegen weitere Daimler-Diesel

Das Kraftfahrtbundesamt soll inzwischen fünf „unzulässige Abschaltfunktionen“ bei Daimler-Modellen entdeckt haben. Es könnten Hunderttausende Fahrzeuge betroffen sein.
10.06.2018 Update: 10.06.2018 - 10:40 Uhr 1 Kommentar
Diesel: KBA prüft Verdacht gegen eine Million Daimler Quelle: AFP
Daimler

Daimler-Chef Dieter Zetsche soll am Montag erneut im Bundesverkehrsministerium vorsprechen.

(Foto: AFP)

München/Berlin Daimler gerät im Dieselskandal einem Medienbericht zufolge weiter unter Druck. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) habe inzwischen fünf „unzulässige Abschaltfunktionen“ bei Daimler-Modellen entdeckt, berichtete die „Bild am Sonntag“ vorab.

Die Behörde geht dem Verdacht nach, dass diese Software-Funktionen in einem Großteil der neueren Diesel-Flotte (Euro 6) zum Einsatz kämen und fast eine Million Fahrzeuge betroffen seien, so die Zeitung.

Daimler wollte sich am Samstagabend nicht zu dem Bericht äußern. „Kein Kommentar“, sagte ein Sprecher. Daimler arbeite allerdings vollumfänglich und transparent mit dem KBA und dem Bundesverkehrsministerium zusammen. Der Sprecher bekräftigte zudem, Daimler widerspreche, wenn das KBA meine, es handele sich um eine unzulässige Abschalteinrichtung.

Die „BamS“ schrieb, Daimler nutze wie andere Hersteller eine Harnstofflösung zur Abgasreinigung. Allerdings verschlechtere sich laut KBA der Wirkungsgrad ohne erklärbaren Grund, sobald der Motor nach dem Start 17,6 Gramm Stickoxide ausgestoßen habe. Bei einer anderen Softwarefunktion wechsele die Motorsteuerung nach 1200 Sekunden – bei neueren Modellen 2000 Sekunden – in den schmutzigen Abgasmodus.

Das KBA untersucht seit Monaten das Abgasverhalten des Mercedes-Transporters Vito. Gefunden haben die Prüfer gleich mehrere Funktionen, die für ein zeitweiliges Abschalten der Abgasreinigung sorgen. Daimler muss nun mehrere Tausend Transporter zurückrufen.

Im Fokus sind nun aber auch die Schwestermotoren des im „Vito“ verwendeten Dieselantriebs. Insbesondere der in der C-Klasse verwendete OM 626 könnte ähnliche Funktionen aufweisen, vermuten die Behörden. Nach Handelsblatt-Informationen wären damit allerdings nur rund 160.000 Autos betroffen. Weder das KBA noch Daimler bestätigen solche Zahlen derzeit.

Klarheit dürfte ein für Montag angesetztes Treffen zwischen Daimler-Chef Dieter Zetsche und Verkehrsminister Andreas Scheuer bringen. Zetsche hatte zwei Wochen Zeit, sämtliche fragwürdigen Softwareprogramme in seinen Autos offenzulegen. Anfang Juni hatte der „Spiegel“ berichtet, Daimler drohe im Dieselskandal eine Milliarden-Strafe.
Mit Material von Reuters

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1 Kommentar zu "Abgasskandal: KBA prüft Verdacht gegen weitere Daimler-Diesel"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • "Bei einer anderen Softwarefunktion wechsele die Motorsteuerung nach 1200 Sekunden – bei neueren Modellen 2000 Sekunden – in den schmutzigen Abgasmodus."

    Sehr merkwürdig, der alte Prüfzyklus NEFZ dauert 1180 Sekunden, der neuere, jetzt gültige WLTP-Zyklus nimmt 1800 Sekunden in Anspruch. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
    Daimler wird sicher genau erklären können, weshalb es sich hierbei nicht um eine Abschalteinrichtung handelt. Wahrscheinlich ist dies mit dem Bauteilschutz zu begründen...

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