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Abgasskandal Razzia bei Porsche – Vorstandsmitglied unter den Beschuldigten

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt im VW-Abgasskandal auch gegen Porsche-Mitarbeiter. Am Mittwoch gab es eine großangelegte Razzia.
18.04.2018 Update: 18.04.2018 - 11:54 Uhr 2 Kommentare
Porsche: Razzia bei Autobauer – Vorstandsmitglied unter den Beschuldigten Quelle: Reuters
Porsche-Logo

Mitarbeiter der VW-Tochter stehen im Verdacht, bei Dieselabgaswerten betrogen zu haben.

(Foto: Reuters)

Stuttgart Im Diesel-Skandal durchsuchen Staatsanwälte und Beamte der Landeskriminalämter Baden-Württemberg und Bayern Standorte des Autobauers Porsche. Die Ermittlungen an mehreren Orten richten sich gegen Mitarbeiter der Porsche AG wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung, teilte die Stuttgarter Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Es gehe um mögliche Manipulationen der Abgasreinigung von Dieselautos.

Die Behörden sprachen von derzeit drei Beschuldigte, einer von ihnen sei Mitglied des Vorstands der Porsche AG. Außerdem gehen man entsprechenden Vorwürfen gegen eine weiteren Porsche-Manager sowie gegen eine dritte Person nach, die nicht mehr im Unternehmen arbeite.

Ein Porsche-Sprecher erklärte, die Ermittler hätten Unterlagen gesichtet und gesichert. Porsche und Audi würden in vollem Umfang mit den Behörden kooperieren. Die VW-Tochter Audi hatte große Sechszylinder-Dieselmotoren auch an Porsche geliefert, die dort etwa in Varianten des Cayenne eingesetzt werden.

Im Einsatz seien insgesamt 30 Staatsanwälte aus Stuttgart und 3 Kollegen der Staatsanwaltschaft München II sowie etwa 160 Einsatzkräfte aus den Landeskriminalämtern beider Bundesländer, teilte die Behörde in Stuttgart weiter mit. Gesucht werde nach Beweisen in dem bereits seit längerem laufenden Verfahren, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. 

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    Bei ihren Ermittlungen gegen Porsche haben Staatsanwälte auch Standorte von Audi in Ingolstadt und in Neckarsulm durchsucht. Das teilte ein Unternehmenssprecher in Ingolstadt mit. Die Aktionen hätten aber nichts mit den Ermittlungen gegen Audi zu tun, betonte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München.

    Bei dem Stuttgarter Sport- und Geländewagenbauer hatte es bereits zuvor Ermittlungen im Zusammenhang mit der Abgas-Affäre bei Volkswagen gegeben. Im Herbst 2016 hatte das Unternehmen einen freiwilligen Rückruf des Modells Macan begonnen, nachdem Zweifel an der Abgasreinigung laut geworden waren. Im Juli 2017 ordnete der damalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) ein Zulassungsverbot für den Porsche-Geländewagen Cayenne mit 3,0-Liter-TDI-Antrieb an.

    Die Motoren für die Dieselmodelle von Porsche hatte die Konzernschwester Audi geliefert. Porsche hatte deswegen eine Millionenentschädigung verlangt. Auch bei Audi hatte es mehrere Razzien wegen des Abgasbetrugs gegeben.

    Mehr als 200 Ermittler waren an der Razzia beteiligt. Quelle: dpa
    Durchsuchungen bei Porsche in Stuttgart

    Mehr als 200 Ermittler waren an der Razzia beteiligt.

    (Foto: dpa)

    Dass die Ermittler nun auch bei Porsche eine derart großangelegte Razzia organisiert haben, wird als Zeichen der mangelnden Kooperationsbereitschaft von Seiten des Unternehmens ausgelegt. Der ehemalige Porsche-Entwicklungschef Wolfgang Hatz sitzt wegen des Abgasskandals bereits seit Ende September 2017 in Untersuchungshaft in München.

    Die Diesel-Affäre hatte im September 2015 bei Volkswagen begonnen. Der Autokonzern hatte damals eingeräumt, dass Millionen von Fahrzeugen mit Software ausgestattet worden waren, die die volle Abgasreinigung nur im Testbetrieb ermöglichte. Auf der Straße stießen die Wagen dagegen deutlich mehr Schadstoffe aus. Dies stürzte Volkswagen in eine schwere Krise. Den größten Autokonzern der Welt kostete die Diesel-Affäre vor allem aufgrund von Vergleichen und Schadenersatz in der USA bisher schon mehr als 25 Milliarden Euro.

    Der Großteil der strafrechtlichen Untersuchungen gegen VW liegt bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Dort werden auch Vorwürfe der Marktmanipulation gegen hohe Manager untersucht.

    • dpa
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    2 Kommentare zu "Abgasskandal: Razzia bei Porsche – Vorstandsmitglied unter den Beschuldigten"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Richtig! Und während andere Länder ihre Schlüsselbranchen schützen, versucht man sich bei uns medienwirksam den Ast abzusägen, auf dem wir sitzen.

    • Gesucht wird nicht nach Beweisen, gesucht wird nach einem Konstrukt, um irgendjemanden verurteilen zu können. Wer das nicht glaubt, der betrachte bitte das Skandalurteil gegen Michael Rook, von media markt Saturn wegen angeblicher Bestechlichkeit. Aus tausenden von SMS wurden zwei herausgesucht, die auf ein Treffen der angeblichen Täter hindeuteten.

      "Der 53-Jährige bestreitet bis heute die Tat, seine Anwälte sprachen damals von einem Skandal. Jetzt zeigt sich: Sie hatten womöglich recht, urteilt das Landgericht Itzehoe, wo Media-Saturn zivilrechtlich geklagt hatte, um Rook auch finanziell zur Rechenschaft zu ziehen."

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