Abgasskandal VW erzielt Kompromiss über Audi-Modelle in USA

VW hat wohl auch eine Lösung für die Audi-Modelle, die in den USA vom Abgasskandal betroffen sind: Gut 20.000 ältere Autos werden zurückgenommen, rund 60.000 nachgebessert. Eine offizielle Bestätigung fehlt aber noch.
Update: 15.11.2016 - 20:25 Uhr 5 Kommentare
Audi hatte vergangenes Jahr zugegeben, eine nach US-Recht als illegal geltende Software bei Sechszylinder-Diesel-Motoren mit drei Litern Hubraum eingebaut zu haben. Quelle: dpa
US-Umweltbehörde EPA

Audi hatte vergangenes Jahr zugegeben, eine nach US-Recht als illegal geltende Software bei Sechszylinder-Diesel-Motoren mit drei Litern Hubraum eingebaut zu haben.

(Foto: dpa)

Washington/MünchenNach monatelangen Verhandlungen hat Volkswagen in den USA eine weitere wichtige Hürde zur Überwindung der Abgasaffäre genommen. Der Konzern habe eine Einigung über die Reparatur und den Rückkauf von rund 80.000 Diesel-Fahrzeugen mit 3,0-Liter-Motoren der Tochter Audi erzielt, sagten zwei mit den Verhandlungen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.

Der Kompromiss mit den US-Behörden beinhalte das Angebot zum Rückkauf von etwa 20.000 älteren Fahrzeugen und die Nachbesserung von rund 60.000 Wagen. Über einen Schadenersatz für Fahrzeugbesitzer wegen überhöhter Emissionen werde noch mit den Anwälten verhandelt. VW hatte bereits vor Monaten in den USA eine Einigung für rund 475.000 Dieselautos mit 2,0-Liter-Motor mit einer illegalen Abschalteinrichtung erzielt.

Volkswagen lehnte einen Kommentar ab und verwies auf eine Auflage des Bezirksgerichts in San Francisco, sich in dem Fall nicht zu äußern.

Für Ende November ist eine Anhörung angesetzt. Richter Charles Breyer hatte unlängst erklärt, Audi habe bei den Verhandlungen mit den US-Behörden über eine Lösung für die insgesamt 85.000 betroffenen Fahrzeuge wesentliche Fortschritte gemacht. Er sei optimistisch, dass bis Anfang Dezember eine Einigung erzielt werden könne.

Die US-Umweltbehörde EPA gab keine Stellungnahme ab. Ein Audi-Sprecher in den USA sagte, das Unternehmen arbeite hart daran, die Dinge wieder in Ordnung zu bringen. „Wir machen große Fortschritte in unseren Bemühungen, eine genehmigungsfähige Lösung zu finden.“ Zu Details wollte er sich nicht äußern. Als erste hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg über den Kompromiss berichtet.

Audi ist im VW-Konzern für die Entwicklung von großen Motoren mit drei Litern Hubraum zuständig. Der Sechszylinder-Dieselmotor aus Ingolstadt kommt außer in großen Limousinen und Geländewagen von Audi auch in großen Modellen von Porsche und VW zum Einsatz. Den Insidern zufolge soll bei den betroffenen 60.000 neueren Limousinen und Geländewagen die Software aktualisiert werden. Für die etwa 20.000 älteren Fahrzeuge werde eine separate, kompliziertere Lösung erwartet. Die Gespräche mit Anwälten von Besitzern der Wagen über eine Entschädigung für überhöhte Emissionswerte dauern demnach noch an. Bis Ende November, wenn der nächste Gerichtstermin in den USA ansteht, soll eine Lösung gefunden werden.

Durchbruch vor der Aufsichtsratssitzung

Audi hatte vergangenes Jahr zugegeben, eine nach US-Recht als illegal geltende Software bei Sechszylinder-Diesel-Motoren mit drei Litern Hubraum eingebaut zu haben, um die Abgaswerte zu manipulieren. Volkswagen hatte mit den US-Behörden und Zivilklägern bereits eine Einigung für rund 475.000 Dieselautos mit 2,0-Liter-Motor mit einer illegalen Abschalteinrichtung erreicht, die den Konzern bis zu 16,5 Milliarden Dollar kosten kann. Weltweit sind von dem Abgasskandal, der vor gut einem Jahr in den USA aufgeflogen ist, rund elf Millionen Dieselfahrzeuge betroffen.

Ein Hybrid-Porsche und Visionen
VW-Show in der Fondation Louis Vuitton
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In der futuristischen Fondation Louis Vuitton hat Volkswagen am Vorabend des Automobilsalons in Paris seine „Volkswagen Group Media Night“ veranstaltet. Das Museum wurde kurzerhand zur Autoausstellung umfunktioniert.

Ganz bescheiden
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Dabei übte sich der Konzern, weiter im Schatten der Diesel-Affäre, in ungewohnter Bescheidenheit. Statt 1000 waren nur 500 Gäste gekommen, auf teure Gastspiele berühmter Bands wie in der Vergangenheit wurde ganz verzichtet.

Autos zum anfassen
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Auch die präsentierten Modelle wie hier der Audi S5 wurden nicht extra vorgefahren, sondern waren zur Begutachtung durch das Publikum bereits geparkt.

Reichlich Erspartes
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Fast genau ein Jahr nach Bekanntwerden des Dieselskandals muss der größte Autobauer Europas auf sein Geld achten. Noch ist nicht sicher, ob die Rückstellungen von insgesamt 17,8 Milliarden Euro für sämtliche juristische Kosten reichen.

Markenabend muss sein
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Weit weniger Bescheiden dürften potentielle Käufer des Lamborghini Centenario Roadster sein. Und auch für Volkswagen hat die Sparsamkeit Grenzen: Volvo und Ford verzichteten aus Kostengründen gleich ganz auf den Auftritt in Paris.

Concept Car I.D.
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Doch vor allem geht es beim Markenabend darum, wie Volkswagen die Zukunft sieht: Elektrisch. An eine Virtual Reality Station konnte man das elektrische VW Concept Car I.D., das auf der Messe präsentiert werden wird, schon einmal erleben.

Neuer Porsche
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Der „I.D.“ soll dabei das erste wirklich massentaugliche reine Elektroauto werden, mit 600 Kilometern Reichweite soll er auf einer Stufe mit Benzinern stehen. Auf elektronische Power setzen die Wolfsburger auch beim Porsche Panamera 4 e-hybrid.

Ein Kompromiss auch bei den 3,0-Liter-Motoren in den USA würde zudem enormen Druck von Audi-Chef Rupert Stadler nehmen. Der Manager war zuletzt wegen neuer Vorwürfe intern wieder stärker in die Kritik geraten. Die US-Umweltbehörde EPA leitete Medienberichten zufolge nach der Entdeckung einer neuen Schummelsoftware ein Verfahren gegen Audi ein. Geprüft wird Insidern zufolge, ob es sich bei der Software um eine illegale Abschalteinrichtung bei Benzinmotoren handelt. Zudem sollte Stadler Insidern zufolge ein weiteres Mal von den Ermittlern der US-Anwaltskanzlei Jones Day befragt werden, die VW mit der Aufarbeitung der Dieselaffäre beauftragt hat.

Der Durchbruch bei den Sechszylinder-Motoren kommt zudem rechtzeitig vor der Aufsichtsratssitzung von Volkswagen an diesem Freitag, auf der die Budgetplanung für die nächsten Jahre beschlossen werden soll.

  • rtr
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  • Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

  • Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

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  • Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme

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