Absatz in Europa Trüber Dezember für die Autoindustrie

Der Absatz der Autohersteller in Europa ist im Dezember deutlich gesunken. Die Stimmung der Branche ist dennoch gut. Denn im Gesamtjahr konnte die Autoindustrie am Rekordabsatz kratzen.
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VW hat in Europa ein starkes Jahr hinter sich. In Deutschland konnten vor allem elektrische Modelle wie der E-Golf deutlich zulegen. Quelle: dpa
Elektrischer Volkswagen

VW hat in Europa ein starkes Jahr hinter sich. In Deutschland konnten vor allem elektrische Modelle wie der E-Golf deutlich zulegen.

(Foto: dpa)

BrüsselEin Arbeitstag weniger als im Vorjahr sorgte beim Absatz der Autoindustrie im Dezember für einen deutlichen Einbruch. Die Verkäufe rutschten um 4,9 Prozent auf 1,09 Millionen Stück ab. Nach einem insgesamt sehr starken Jahr dürfte das die Stimmung der Hersteller aber nicht trüben.

Mit 15,1 Millionen neu zugelassenen Pkw erreicht der EU-Automarkt im Jahr 2017 den dritthöchsten Stand seit Erfassung der Statistik. Nur 2006 und 2007 wurden mehr Autos verkauft. Das liegt vor allem daran, dass die Krisenstaaten in Südeuropa wie Spanien (plus 7,7 Prozent) und Italien (plus 7,9 Prozent) sich mittlerweile wieder erholt haben. Noch stärker wuchs der Automarkt in Osteuropa, wo die Zahl der Neuzulassungen sogar um 13 Prozent kletterte.

In den großen Industrienationen ist das Bild durchwachsen, während Frankreich (plus 4,7 Prozent) und Deutschland (plus 2,7 Prozent) deutlich zulegen konnten, schwächelt der Automarkt in Großbritannien spürbar. Im Jahresvergleich sanken die Verkäufe auf der Insel um 5,7 Prozent. Währungsturbulenzen und die Unsicherheit nach dem Brexit sorgen dort für den ersten Absatzrückgang seit sechs Jahren.

Das sind die Renditekönige der Autowelt
Platz 10 - Hyundai - Ebit-Marge: 5,3 Prozent
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Die Rendite der Koreaner hat in den ersten neun Monaten kräftig gelitten. 2,99 Milliarden Euro Gewinn bedeuten neun Prozent weniger als im Vorjahr. Das reicht allerdings immer noch für die Top Ten – allerdings nur, weil die französischen Konzerne Renault und PSA nicht in der Statistik auftauchen. Die Franzosen machten im dritten Quartal keine Ebit-Angaben.

Quelle: EY, Stand: 1.-3. Quartal 2017

Platz 9 - Honda - Ebit-Marge: 5,4 Prozent
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Die Japaner haben ihren Gewinn in den ersten drei Quartalen um neun Prozent auf 4,78 Milliarden Euro gesteigert. Bei der Marge hat Honda damit deutliche Fortschritte gemacht.

Platz 8 - FCA - Ebit-Marge: 5,7 Prozent
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Die Italiener haben mit Jeep eine unschlagbare Gewinnmaschine im Konzern. Ein Plus von 22 Prozent in den ersten neun Monaten spricht eine deutliche Sprache. Der Gewinn von Fiat-Chrysler stieg auf 4,65 Milliarden Euro.

Platz 7 - Nissan - Ebit-Marge: 5,7 Prozent
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Anders als die Schwester Renault verläuft das Jahr für Nissan dürftig. Der Absatz stagniert, der Gewinn ist sogar um fünf Prozent auf 4,19 Milliarden Euro eingebrochen. Im Branchenvergleich ist das aber immer noch in Ordnung.

Platz 6 - Volkswagen - Ebit-Marge: 6,2 Prozent
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Der Schein trügt. Die Marge des VW-Konzerns fällt im Vergleich mit der Konkurrenz zwar gut aus – doch das geht vor allem auf die Kappe der Premiummarken Audi und Porsche. Die Kernmarke VW erwirtschaftet bestenfalls unterdurchschnittliche Renditen. Dank überwundener Dieselkrise steigt der Gewinn in den ersten neun Monaten trotzdem um satte 23 Prozent auf 10,64 Milliarden Euro.

Platz 5 - Toyota - Ebit-Marge: 7,1 Prozent
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Für den erfolgsverwöhnten Branchenprimus lief das Jahr bislang durchwachsen – vor allem, weil die Japaner großen Wert auf ihre Profitabilität legen. Der Gewinn sank aber um acht Prozent auf 12,34 Milliarden Euro. Das ist allerdings in absoluten Zahlen immer noch der höchste Gewinn in der Industrie.

Platz 4 - General Motors - Ebit-Marge: 7,5 Prozent
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Mary Barra regiert beim US-Autobauer mit eiserner Hand – und richtet ihn gnadenlos auf Effizienz aus. Wegen Verlusten aus dem Opel-Verkauf sank der Gewinn in den ersten neun Monaten damit um sechs Prozent auf 7,27 Milliarden Euro.

Die deutschen Autobauer legten zwar 2017 alle zu. Dabei konnte Volkswagen aber nur wegen Zuwächsen bei den meisten Töchtern 2,3 Prozent mehr Fahrzeuge absetzen als im Vorjahr. Am schwächsten schnitt BMW mit 0,9 Prozent ab. Lediglich Daimler lag mit einem Zuwachs um 4,8 Prozent über dem Marktdurchschnitt.

Der Dieselantrieb steckt dagegen weiter in einer tiefen Vertrauenskrise. In den fünf größten Absatzmärkten (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien) sanken die Dieselneuzulassungen im Dezember um satte 18,4 Prozent. Der Anteil an den Verkäufen hat sich um 7,7 Prozentpunkte auf 41,9 Prozent verringert. Im Gesamtjahr betrug der Anteil der verkauften Diesel 45,3 Prozent und ist damit so niedrig wie seit 15 Jahren nicht mehr, schreibt die Unternehmensberatung EY in einer Studie.

Elektrische Antriebe sind dagegen im Aufwind. In den fünf größten EU-Märkten stieg der Absatz von Elektro- und Hybrid-Autos um 54 Prozent auf rund 468.000 Fahrzeuge. Dabei verkauft sich der Hybridantrieb aber etwa dreimal mehr als reine Elektroautos. Den stärksten Zuwachs in der EU haben die (halb-)elektrischen Modelle in Deutschland, wo ihr Absatz um 85 Prozent auf einen Marktanteil von 3,2 Prozent zulegte.

  • dpa
  • bay
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