Abwehr gegen Übernahme K+S erwägt Teil-Börsengang von Tochter Morton Salt

Nach dem Übernahmeversuch des Konkurrenten Potash will sich K+S neu aufstellen. Offenbar plant der Düngemittelhersteller, einen Teil seiner US-Tochter Morton an die Börse zu bringen – als „Giftpille“.
Die Offerte des Rivalen Potash kam K+S nicht willkommen. Deshalb will der Konzern sich künftig vor ungebetenen Übernahmeversuchen schützen. Quelle: dpa
K+S-Bergwerk Sigmundshall

Die Offerte des Rivalen Potash kam K+S nicht willkommen. Deshalb will der Konzern sich künftig vor ungebetenen Übernahmeversuchen schützen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Salz- und Düngerhersteller K+S arbeitet einem Zeitungsbericht zufolge an einer neuen Abwehrstrategie für unerbetene Übernahmeversuche. Es gebe die Idee, die US-Tochter Morton Salt in den USA teilweise an die Börse zu bringen, schreibt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Donnerstag) unter Berufung auf eigene Informationen. Von einer Entscheidung sei der Konzern aber noch weit entfernt, hieß es weiter.

Im Management gebe es verschiedene Meinungen zu dem Gedankenspiel, schreibt das Blatt. K+S wollte sich auf Anfrage nicht zu den Erwägungen äußern.

Die Aktien reagierten am Donnerstag in einem schwachen Gesamtmarkt als einer der wenigen Dax-Gewinner mit einem leichten Kursaufschlag. Aus Sicht von EquinetBank-Analyst Michael Schäfer ist das K+S-Salzgeschäft eine „verborgene Schönheit“. K+S ist der größte Salzhersteller der Welt, allerdings macht der Bereich nur rund ein Viertel des Konzerngewinns aus.

Ein Teilbörsengang der Tochter könnte laut der Zeitung zweierlei Gründe haben: Einerseits dürfte er Übernahmeversuche wie zuletzt durch den kanadischen Kalidünger-Rivalen Potash erschweren. Die Tochter könnte als sogenannte „Giftpille“ dienen. Zum anderen würde der Wert der Salz-Sparte im Konzern transparenter – allerdings auch für Übernahme-Interessenten.

K+S-Chef Norbert Steiner hatte das Potash-Gebot im vergangenen Jahr als zu niedrig zurückgewiesen. Auch fehlten bindende Zusagen für Standorte und Mitarbeiter. Doch der Aktienkurs ist derzeit mit 20,70 Euro weit von der informellen Offerte in Höhe von damals 41 Euro entfernt. Damit dürfte der Druck der Anteilseigner auf den Vorstand zumindest bis zur Hauptversammlung im Mai steigen.

Diese Übernahmen scheiterten spektakulär
Bank of Scotland - National Westminster Bank 1999
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NatWest-Vorstandsvorsitzender Sir David Rowland (r.) im Jahr 1999: Die National Westminster Bank (NatWest), eine der größten britischen Banken, hat 1999 nach zweieinhalb Monaten den Kampf um ihre Unabhängigkeit verloren. Bieter waren die Royal Bank of Scotland und der Konkurrent Bank of Scotland. Die Bank of Scotland bot 41,74 Milliarden Dollar – zu wenig für die NatWest. Den Übernahmekampf hat die RBS gewonnen.

Quelle: Dealogic

France Telecom - TeliaSonera 2008
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France Telecom-Chef Stephane Richard auf einer Konferenz 2015: Vor sieben Jahren erhoffte sich France Telecom, mit der Übernahme des schwedisch-finnischen Konkurrenten TeliaSonera zum viertgrößten Telekommunikationskonzern der Welt aufzusteigen. Doch beide Konzerne konnten sich auf kein passendes Angebot einigen. Die Franzosen wollten den Konkurrenten für 41,78 Milliarden Dollar kaufen.

Bell Atlantic - Airtouch 1999
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Bell-Atlantic-Chef (l., hier mit GTE-Chef Charles R. Lee) auf einer Pressekonferenz 1998: Um die amerikanische Telekommunikationsfirma AirTouch Communications war im Jahr 1999 offenbar ein Übernahmekampf entbrannt. Obwohl die geplante Übernahme des Telefonkonzerns GTE noch nicht perfekt war, wollte Bell Atlantic den Mobilfunkanbieter kaufen – für 44,05 Milliarden Dollar. Doch zur Übernahme kam es dann doch nicht. Als Grund nannte Bell Atlantic die anstehende Fusion von Airtouch mit dem britischen Mobilfunkunternehmen Vodafone.

General Electric - Honeywell 2000
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General-Electric-Chef Jeffrey R. Immelt spricht vor Mitarbeitern im Jahr 2014: Zunächst schien der umfangreichsten Fusion der Welt im Jahr 2000 nichts im Weg zu stehen. General Electric hat die Bieterschlacht um Honeywell International gewonnen. Die Übernahme kostete General Electric (GE) 44,16 Milliarden Dollar. Doch die EU-Kommission hat die Übernahmeofferte des US-Mischkonzerns General Electric für den Technologieriesen Honeywell kurz darauf abgelehnt. Die Fusion würde für GE eine marktbeherrschende Stellung in der Luftfahrtindustrie schaffen oder verstärken, war die Begründung der Kommission damals.

Comcast - Time Warner Cable 2014
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Ein Fahrzeug von Comcast: Es sollte die Mega-Hochzeit im US-Fernsehmarkt werden. Comcast, der größte Kabelfernseh-Anbieter in den USA, wollte die Nummer zwei, Time Warner Cable, übernehmen. Mitte April 2015 ist der Deal (45,25 Milliarden Dollar) geplatzt. Wettbewerbshüter und Regierung senkten die Daumen. Sie fürchteten eine zu große Marktmacht des neuen Konzerns.

Microsoft - Yahoo 2008
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Microsoft-Chef Satya Nadella im Jahr 2014: Nach einem drei Monate langen Tauziehen hat der Softwareriese Microsoft 2008 sein milliardenschweres Übernahmeangebot für den Internet-Konzern Yahoo zurückgezogen. Beide Seiten konnten sich nicht auf einen Kaufpreis einigen. Nachdem Microsoft das Angebot von 47,48 Milliarden Dollar zum zweiten Mal verbessert hatte, war Yahoo damit nicht zufrieden. Yahoo lehnte das Microsoft-Angebot ab und verlangte weit mehr als 50 Milliarden Dollar.

Comcast- Mediaone 1999
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Mediaone-Chef Charles M. Lillis (l.) und Comcast-Chef Brian Roberts bei einer Pressekonferenz im Jahr 1999: Es hätte wieder eine Elefantenhochzeit gegeben – eine rein US-amerikanische. Comcast hatte 48,65 Milliarden Dollar in Aktien für die Mediaone Group angeboten und damit den Kürzeren gezogen. Mediaone Group hat das Übernahmeangebot des größten US-Telefonkonzerns AT&T akzeptiert.

  • dpa
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