ADAC Automobilclub darf Verein bleiben

Der ADAC darf ein Verein bleiben. Das hat ein Münchner Gericht bestätigt. Der Kommerz ist bei dem Automobilclub ausreichend getrennt, befanden die Richter. Das ist auch für den TÜV und den FC Bayern von Interesse.
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Der Automobilclub hatte sich nach Aufdeckung der Manipulationen beim Autopreis „Gelber Engel“ 2014 von Grund auf reformiert. Quelle: dpa
ADAC-Zentrale in München

Der Automobilclub hatte sich nach Aufdeckung der Manipulationen beim Autopreis „Gelber Engel“ 2014 von Grund auf reformiert.

(Foto: dpa)

MünchenEs war ein Mammutprozess. Fast zwei Jahre quälte sich der ADAC durch seine „Reform für Vertrauen“, um sich dann Ende 2015 den Beschluss zu fassen, sich aufzuspalten. Seit Anfang des Jahres besteht der ADAC aus drei Organisationen: einem Wirtschaftsbetrieb in einer Aktiengesellschaft, einer Stiftung und einem Verein. Ein notwendiger Schritt, sagt Präsident August Markl, der sich vehement für die Aufspaltung eingesetzt hat. Denn sonst hätte der ADAC mit seinen rund 19 Millionen Mitgliedern und zwei Milliarden Euro Umsatz seinen Vereinsstatus verloren.

Diese Sorge ist der ADAC-Präsident erst einmal los. Denn mit der zum Januar dieses Jahres umgesetzten Reform ist das Registergericht München einverstanden. Das Gericht bestätigte am Dienstag den Vereinsstatus des ADAC und billigte ihm den Status des „Idealvereins“ zu. Das heißt: Mit der Reform hat der Club ausreichend dafür gesorgt, dass wirtschaftliche Aktivitäten wie der Verkauf von Autobatterien, Reisen und Versicherungen nur ein Nebenzweck des Autoclubs seien. Geschäfte, die mit dem Vereinszweck „Rat und Hilfe“ in Konflikt stehen, hat der ADAC aufgegeben. Außerdem sind die personellen Verquickungen zwischen Verein und der neu gegründeten Aktiengesellschaft auf ein vertretbares Maß beschränkt.

Damit hat die Reform ihren Hauptzweck erfüllt. Denn nach dem Skandal um die Manipulation des Autopreises „Gelber Engel“ im Januar 2014 hatte eine anonyme Anzeige das Registergericht München zu einer Überprüfung des Vereinsstatus veranlasst. Ein Verlust der Vereinsstatus hätte sehr unangenehme Folgen für den Club gehabt, beispielsweise hohe Steuernachzahlungen. Ein Beirat unter Beteiligung des ehemaligen Verfassungsrichters Hans-Jürgen Papier sowie der Verbraucherschützerin Edda Müller empfahl die Aufspaltung des ADAC. Zudem sollten sich Clubfunktionäre aus dem Management der Wirtschaftsbetriebe zurückziehen.

Die rund 8600 ADAC-Beschäftigten sind seit dem 1. Januar zwischen Club, Wirtschaftsbetrieb und Stiftung aufgeteilt. Damit sei der ADAC ausreichend „entherrscht“, stellte der Beirat fest. Kritiker wie der ehemalige ADAC-Präsident Otto Flimm warfen den Reformen vor, mit der Auslagerung der Wirtschaftsbetriebe in eine Aktiengesellschaft ohne Not das Vermögen des Autoclubs aus der Hand zu geben.

Auf diesen Autobahnen gibt es die meisten Staus
Staurekord
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Das Jahr 2016 hat nach Angaben des ADAC einen neuen Staurekord gebracht. Der Autoclub zählte im vergangenen Jahr 20 Prozent mehr Staus als im Vorjahr, rund 694.000 nach 568.000 im Jahr 2015. Das sei so viel wie nie, teilte der Autoclub mit.

(Quelle: dpa)

Bessere Meldesysteme
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Staus können über entsprechende Meldesysteme in Fahrzeugen immer genauer erfasst werden, sagt ADAC-Sprecher Andreas Hölzel. Zum anderen werde aber auch mehr gefahren. „Es ist tatsächlich mehr Verkehr auf unseren Straßen als in früheren Jahren. Das gilt für den Güterverkehr ebenso wie für den Personenverkehr“, sagte Hölzel. Er verwies dabei auf Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen, die für 2016 bei der Kfz-Fahrleistung - der Summe aller gefahrenen Kilometer – von einem Plus von 2,5 Prozent ausgeht.

Schlimmste Stauzeiten
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Außerdem sei Deutschland – womöglich auch wegen der Terrorangst mit Blick auf einige Urlaubsländer – als Reiseland attraktiver geworden. „Die Leute machen wieder mehr hierzulande Urlaub“, sagte Hölzel. Das Auto werde öfter als Verkehrsmittel für Urlaubsfahrten eingesetzt. Diese Nutzung habe um sechs Prozent zugenommen. Mit den Autourlauben hänge vermutlich auch die Verschiebung der schlimmsten Stauzeiten zusammen: Die meisten Staus zählte der ADAC im September, gefolgt von Juli und August. Früher war meist der Oktober der staureichste Monat.

Baustellen
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Mehr als im Jahr davor blockierten zudem Baustellen den Verkehr. Die Bautätigkeit habe um rund 15 Prozent zugenommen. „Vom Bundesverkehrsministerium gibt es mehr Geld für Ausbau und Sanierung. Das ist an sich eine gute Sache. Aber es macht sich einfach bemerkbar“, sagte Hölzel. Parallel zur Zahl der Staus stieg auch deren Gesamtlänge auf bundesweit auf knapp 1,38 Millionen Kilometer, 2015 waren es 1,13 Millionen. Die Staustunden beliefen sich entsprechend auf 419.000 nach 341.000 im Vorjahr.

Bundesländer - Platz 3
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Der ADAC hat auch eine Rangliste über die am meisten mit Stau belasteten Bundesländer und Fernstraßen aufgestellt. Auf Rang drei der besonders extrem von stau belasteten Bundesländer landet Baden-Württemberg mit 75.000 Staus. Auf dem Bild staut sich der Verkehr auf der A5 bei Riegel.

Bundesländer - Platz 2
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Bayern liegt auf Rang zwei der Bundesländer mit den meisten Staus. Im vergangenen Jahr waren es laut ADAC mehr als 126.000 Staus.

Bundesländer - Platz 1
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Besonders betroffen war aufgrund seiner Ballungsräume und seines dichten Autobahnnetzes Nordrhein-Westfalen mit rund 218.000 Staus. Damit ist das bevölkerungsreichste Bundesland Spitzenreiter bei der Staustatistik – nicht nur bei starkem Schneefall auf der Autobahn 4 (Foto).

Die jetzt vom Registergericht bestätigte Reform hat Bedeutung über den ADAC hinaus. Denn mit dem TÜV, dem Roten Kreuz sowie Fußballclubs wie dem FC Bayern arbeiten in Deutschland viele große Wirtschaftsbetriebe unter dem Mantel des Vereinsrechtes. Experten gehen davon aus, dass der ADAC mit seiner Reform Standards im Umgang mit kommerziell tätigen Vereinen gesetzt hat. Ob alle Vereine in Deutschland diesen genügen, wird sich zeigen.

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