Agrochemie Monsanto forciert Kampf um Syngenta

Monsanto will Syngenta kaufen: Die Schweizer zeigen den Amerikanern aber weiter die kalte Schulter. Insiderberichten zufolge sucht Monsanto nun das Gespräch mit Syngenta-Aktionären. Indes bringt sich BASF in Position.
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Die Zentrale des Agrochemieherstellers Syngenta in Stein nahe Basel: Monsanto will das Unternehmen übernehmen, die Schweizer sträuben sich. Quelle: Reuters
Syngenta-Logo in der Schweiz

Die Zentrale des Agrochemieherstellers Syngenta in Stein nahe Basel: Monsanto will das Unternehmen übernehmen, die Schweizer sträuben sich.

(Foto: Reuters)

ZürichMonsanto kommt bei der geplanten Übernahme von Syngenta nicht voran und will nun die Investoren des Schweizer Agrochemiekonzerns für sich gewinnen. Am Dienstag werde sich Monsanto-Chef Brett Begemann in einem Zürcher Luxushotel mit Syngenta-Aktionären treffen, um sie von den Vorteilen des Deals zu überzeugen und auszuloten, welche Zugeständnisse noch notwendig seien, erfuhr Reuters von Insidern am Montag.

Daneben seien weitere Treffen zwischen Monsanto-Managern und Sygenta-Aktionären in anderen europäischen Städten geplant. Die sechs größten Eigner sind US-Fonds, danach folgen der norwegische Staatsfonds und die Schweizer Großbanken UBS und Credit Suisse. Der Syngenta-Vorstand zeigt dem US-Saatguthersteller weiter die kalte Schulter, obwohl dieser eine zusätzliche Gebühr von zwei Milliarden Dollar in Aussicht stellte, sollte eine Übernahme am Widerstand der Kartellbehörden scheitern.

Das Angebot sei völlig unangemessen, erklärten Syngenta-Konzernchef Mike Mack und Präsident Michel Demare. Die Schweizer hatten von Monsanto einen zweiten Übernahmevorschlag erhalten, der abgesehen von der Gebühr im wesentlichen dem ersten entspreche. Der angebotene Kaufpreis sei unverändert und nicht ausreichend.

Zudem seien die vorgeschlagenen Maßnahmen, um von den Regulatoren grünes Licht für die Transaktion zu erhalten, ungenügend. Monsanto habe zu wenig unternommen, um den Bedenken der Regulatoren Rechnung zu tragen. Die vorgeschlagenen Verkäufe von Bereichen seien ungenügend. „Monsanto beschönigt die fundamentalen Risiken der Transaktion weiterhin“, hieß es in der Reaktion der Schweizer.

Mitte April hatte Monsanto dem Baseler Unternehmen eine Übernahme im Wert von 45 Milliarden Dollar vorgeschlagen, ohne allerdings ein formelles Angebot zu unterbreiten. Syngenta reagierte kühl. Der Preis von 449 Franken ja Aktie sei zu niedrig, hatte der Vorstand erklärt.

Drei Treffen der Berater von Syngenta und Monsanto brachten keine Annäherung. Monsanto-Chef Begemann hatte erklärt, er sei unter anderem bereit, die gesamte Saatgutsparte von Syngenta zu veräußern, um die Transaktion über die Bühne zu bringen. Als heißer Kaufinteressent dafür wird unter Experten der Chemieriese BASF gehandelt. Reuters hatte Mitte vergangener Woche von mit der Situation vertrauten Personen erfahren, dass die Ludwigshafener mit Investmentbanken über die Möglichkeit einer Offerte für Syngenta sprechen. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

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An der Börse gaben Syngenta-Aktien am Montag um 0,7 Prozent auf 410 Franken nach. „Monsanto hat den Druck auf Syngenta erhöht, in einen konstruktiven Prozess einzutreten“, erklärten die Analysten der Berenberg Bank. Angesichts der Bereitschaft der Amerikaner, eine zwei Milliarden-Dollar-Zahlung zu leisten, sei es für Syngenta schwierig zu behaupten, dass die regulatorischen Hürden zu hoch seien. Als nächsten Schritt erwarten die Experten noch vor der Veröffentlichung der Monsanto-Quartalszahlen am 24. Juni ein formelles – und möglicherweise unabgestimmtes – Übernahmeangebot.

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