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Airbag-Hersteller Takata will offenbar Montag Gläubigerschutz beantragen

Der durch den Airbag-Skandal schwer angeschlagenen japanische Autozulieferer Takata will einem Bericht zufolge am Montag Gläubigerschutz beantragen. Die Angst vor der Pleite lässt die Aktie massiv abstürzen.
22.06.2017 Update: 22.06.2017 - 10:03 Uhr Kommentieren

Tödliche Geschosse – das sind die Gründe für die Takata-Pleite

Tokio Der wegen des Skandals um defekte Airbags angeschlagene japanische Autozulieferer Takata wird einem Agenturbericht zufolge am Montag Antrag auf Gläubigerschutz stellen. Dieser werde am zuständigen Bezirksgericht in Tokio eingereicht, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person sowie eine zweite, die darüber unterrichtet wurde. Anschließend werde Takata bei der Sumitomo Mitsui Financial Group (SMFG) Überbrückungskredite beantragen.

An der Tokioter Börse ließ die Nachricht die Aktien des Konzerns um mehr als die Hälfte einbrechen. Ein Sprecher von Takata erklärte, bislang sei weder zu dem Antrag noch zur Finanzierung eine Entscheidung getroffen worden.

Früheren Informationen von Insidern zufolge will Takata auch in den USA Gläubigerschutz beantragen. Der Konzern hatte dort dort mit den Behörden eine Einigung erzielt. Danach zahlt das Unternehmen unter anderem eine Milliarde Dollar und stellt sich drei Jahre lang unter die Aufsicht eines Prüfers. Die Japaner sehen sich mit Milliardenforderungen aus dem Skandal konfrontiert, mit dem mindestens 16 Todesfälle wegen defekter Aufblasvorrichtungen in Verbindung gebracht werden. Mehr als 100 Millionen Airbags wurden zurückgerufen, davon allein in den USA 70 Millionen.

Takata hat zuletzt den dritten Jahresverlust in Folge eingefahren: Umgerechnet stand in dem Ende März zu Ende gegangenen Geschäftsjahr ein Minus von umgerechnet 640 Millionen Euro in den Büchern.

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    Der Konzern sucht entsprechend nach einem Investor. Den Angaben vom Donnerstag zufolge soll SMFG Kredite in Höhe von umgerechnet Hunderte Millionen Euro bereitstellen. Der US-Autoteileproduzent Key Safety Systems und der Beteiligungsfonds Bain Capital versuchen ihrerseits, mit Takata und seinen Kunden ein 1,6 Milliarden Euro schweres Rettungspaket zu schnüren, wie die Nachrichtenagentur Reuters von Insidern erfahren hat. Anderen Angaben zufolge soll Takata nach dem Abschluss der Rückrufaktion – die größte in der Geschichte des Automobils - die Produktion von Aufblasvorrichtungen für Airbags ganz einstellen.

    • rtr
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