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Airbus-Beteiligung Rüstungskonzern MBDA Deutschland streicht ein Viertel der Stellen

Ein von MBDA erhoffter Milliardenauftrag der Bundeswehr verzögert sich auf unabsehbare Zeit. Der Konzern sieht sich zu Sparmaßnahmen gezwungen.
17.12.2020 - 17:15 Uhr Kommentieren
Die neue Raketenabwehr ist eines der größten Rüstungsprojekte der Bundeswehr. Quelle: MBDA
Raketenabwehrsystem von MBDA

Die neue Raketenabwehr ist eines der größten Rüstungsprojekte der Bundeswehr.

(Foto: MBDA)

Berlin Der Rüstungskonzern MBDA Deutschland streicht 300 seiner rund 1200 Arbeitsplätze, nachdem sich der erhoffte Milliardenauftrag für die neue Raketenabwehr der Bundeswehr auf unabsehbare Zeit verzögert. Daneben seien weitere Sparmaßnahmen geplant, um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens zu sichern, teilte die Airbus-Beteiligung MBDA am Donnerstag mit.

Alle Geschäftsbereiche und Standorte seien betroffen, die Schließung eines Standortes sei aktuell aber nicht geplant.

„Durch die nicht absehbare Beauftragung von TLVS (der Bundeswehr-Raketenabwehr) sind wir jetzt leider gezwungen, die Strukturen der MBDA Deutschland GmbH anzupassen“, erklärte Geschäftsführer Thomas Gottschild. „Sollte sich die Auftragslage nachhaltig verbessern, werden wir den Restrukturierungsplan daran anpassen.“

Gottschild hatte bereits Mitte Oktober gewarnt, eine weitere Verschiebung des Vorhabens wäre mit einem Abbruch gleichzusetzen. Die neue Raketenabwehr ist eines der größten Rüstungsprojekte der Bundeswehr. Sie sollte nach bisheriger Planung ab Ende der 2020er Jahre ausgeliefert werden und nach und nach die alten Patriot-Batterien von Raytheon ersetzen.

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    Das Verteidigungsministerium hatte sich bereits 2015 grundsätzlich für den Kauf des MBDA-Systems entschieden, seither laufen Verhandlungen. Im August hatte MBDA, das im Konsortium mit dem US-Rüstungskonzern Lockheed Martin antritt, ein drittes, überarbeitetes Angebot vorgelegt. Der Konzern ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Airbus, der britischen BAE Systems und der italienischen Leonardo.

    Inzwischen wird nicht mehr mit einem Vertragsabschluss 2021 gerechnet, da Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer die Luftverteidigung in ihrer Gesamtheit prüfen und bewerten will. MBDA hat nach eigenen Angaben bisher 150 Millionen Euro in das Projekt investiert. Ursprünglich hatte die Politik knapp vier Milliarden Euro für das Projekt veranschlagt. Nach früheren Angaben von Insidern dürften sich die Kosten jedoch um mehrere Milliarden erhöhen. 

    Mehr: Die Bundeswehr bangt um ihre Rüstungsgroßprojekte.

    • rtr
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