Airbus kommt bei Produktion nicht nach US-Jetbauer Boeing lässt Europäer hinter sich

Der europäische Flugzeugbauer Airbus schiebt einen Riesenstapel an Aufträgen vor sich her. Einzig die Produktionskapazitäten fehlen. Daher bleibt Boeing die Nummer eins der Lüfte – vorerst.
762 neue Jets haben die Amerikaner 2015 an ihre Kunden ausgeliefert Quelle: Reuters
Boeing 737 Max

762 neue Jets haben die Amerikaner 2015 an ihre Kunden ausgeliefert

(Foto: Reuters)

Toulouse/ChicagoDer Luftverkehr wächst in der ganzen Welt und die Flugzeughersteller kommen mit dem Bau neuer Jets kaum hinterher. Vor allem beim europäischen Airbus-Konzern wächst der unerledigte Auftragsberg dank der viel gefragten Mittelstreckenjets in bisher unerreichte Höhen, bei der Fertigung behielt der US-Rivale Boeing die Nase 2015 erneut deutlich vorn. Schlecht sieht es derweil für die Riesenflieger aus: Boeings Jumbo-Jet 747-8 und der doppelstöckige Airbus A380 machen kaum noch eine Airline heiß.

Wenn Airbus' Verkehrsflugzeug-Chef Fabrice Brégier am Dienstag die Auftrags- und Auslieferungszahlen des vergangenen Jahres vorstellt, geht es wie immer um das Kräftemessen mit dem Rivalen aus den USA. Für Boeing sind die Zahlen schon bekannt: 762 neue Jets haben die Amerikaner 2015 an ihre Kunden ausgeliefert. Unterdessen gingen ähnlich viele Aufträge ein – nämlich für 768 neue Maschinen, Stornierungen herausgerechnet.

Airbus soll laut Insidern 635 Flugzeuge ausgeliefert haben. Das sind zwar sechs mehr als im Vorjahr, aber 127 weniger als bei Boeing. Mit 1007 Netto-Bestellungen lagen die Europäer hingegen schon Ende November weit vor den Amerikanern.

Der Auftragsberg ist vor allem für die Europäer auch ein Problem. Weil die Produktion nicht hinterherkommt, müssen Fluggesellschaften auf frisch georderte Maschinen immer länger warten. Ende November beliefen sich die Bestellungen bei Airbus auf 6837 Flugzeuge. Den Berg abzuarbeiten, würde rein rechnerisch zehn Jahre dauern. Solange die Produktionszahlen nicht mithalten, wird der Stapel immer größer.

Das sind die teuersten Flugzeuge der Welt
Platz 10: Boeing 737-Max
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Die 737 ist Boeings Verkaufsschlager. Besonders die spritsparende Max-Variante des Mittelstreckenjets findet reißenden Absatz. In der größten Version, 737-Max 9, ist das Flugzeug laut Liste für 113,3 Millionen Dollar zu haben. Die günstigste Version der Baureihe ist die 737-700, die 78,3 Millionen Dollar kostet.

Die Listenpreise der Hersteller bieten nur einen Rahmen. Mit den Endpreisen stimmen sie in der Regel nicht überein. Die Hersteller gewähren hier in der Regel deutliche Preisnachlässe.

Hinweis: Airbus-Preisliste für das Jahr 2015, Boeing für 2014.

Platz 9: Airbus A321neo
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Spritsparen ist das Gebot der Branche. Was bei Boeing die Max-Variante, ist bei Airbus „Neo“. Auch das größte Modell der A320-Familie, die A321, wird in der Neo-Variante angeboten. Listenpreis: 124,4 Millionen Dollar. Hier im Bild die A320neo, sie kostet 106,2 Millionen Dollar. Die kleinere A318 bietet Airbus bereits für 74,3 Millionen Dollar an.

Platz 8: Boeing 767
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191,5 Millionen Dollar muss berappen, wer sich eine 767 von Boeing in den Hangar stellen will. Die Goldenen Zeiten hat das Flugzeug allerdings hinter sich, es wird kaum noch bestellt.

Platz 7: Airbus A330neo
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Der neue Airbus A330neo wurde erst im Sommer 2014 vorgestellt. In der größeren Version A330-900neo kostet der Flieger 284,6 Millionen Dollar. Die Maschine löst die A330-300 ab, die gut 30 Millionen Dollar günstiger war.

Platz 6: Boeing 787-Dreamliner
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Boeings neue Großvariante des 787-Dreamliner ist gleich knapp 80 Millionen Dollar teurer als die 787-8. Mit einem Listenpreis von 297,5 Millionen Dollar ist das Flugzeug auch eins der teuersten der Welt. Ab 2018 soll es erstmals an eine Airline ausgeliefert werden.

Platz 5: Boeing 777-300
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Die „Triple Seven“ ist ein gefragtes Modell. Das Flugzeug punktet mit seiner großen Reichweite. Der Preis beträgt laut Liste 330 Millionen Dollar. Bald ist die 777 auch als spritsparende Variante erhältlich.

Platz 4: Airbus A350
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Wir nähern uns den Top drei: Erst seit Anfang 2015 ist der neue Airbus A350 im Dienst. Die große Version des Langstreckenjets A350-1000 (im Bild unten) ist für 351,9 Millionen Dollar zu haben. Die A350-900 (oben) kostet laut Liste 304,8 Millionen. Insgesamt hat Airbus die durchschnittlichen Listenpreise seiner Flugzeuge von 2014 auf 2015 um 3,27 Prozent erhöht.

Dabei verteilt sich die Nachfrage höchst ungleich auf die verschiedenen Flugzeugmodelle. Der neue Großraumflieger A350 ist gut gefragt, doch die Produktion läuft nur langsam hoch. Und von den kleineren Mittelstreckenjets der A320-Familie und der spritsparenden Neuauflage A320neo ordern Fluglinien oft hundert und mehr Flieger auf einen Schlag. Airbus baut deshalb in Hamburg eine neue Fertigungslinie. Weil auch die Zulieferer aufrüsten müssen, sollen erst ab Mitte 2019 jährlich rund 720 Mittelstreckenjets die Werke in Hamburg, Toulouse, Tianjin (China) und Mobile (USA) verlassen, rund 200 mehr als bislang.

Nur ein Mini-Auftrag für A380
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