Airbus-Konkurrenten China lockt deutsche Flugzeugbauer

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Kopieren reicht nicht


Chinesische Flugzeuge werden an dieser ersten Phase des Booms nicht teilhaben, noch gibt es kein marktfähiges Modell. "Chinas Flugzeugindustrie ist mindestens ein Jahrzehnt hinter der westlichen Konkurrenz", sagt Michael Santo von der Münchener Unternehmensberatung h&z. "China muss sich das technische Wissen zukaufen, weil die eigene Forschung noch nicht effizient genug arbeitet."
Die wirklichen Fortschritte sind schwer einzuschätzen. Auf ihrer Reise durch die chinesische Luftfahrtindustrie bekommen die Deutschen vor allem Ankündigungen präsentiert. Beispiel Zhuhai: Die nagelneuen Produktionshallen der Avic für Businessjets füllen lediglich drei Bausätze des insolventen US-Herstellers Epic, den die Chinesen zum Spottpreis von 4,3 Millionen Dollar übernommen haben. Bis 2015 sollen in dem bislang fast menschenleeren Komplex 15 000 Beschäftigte arbeiten.

Auch Comac muss noch viel aufholen. So basiert der 2002 begonnene Regionaljet ARJ 21 auf der eingestellten Mc Donald MD 90. Deutsche Ingenieure entdecken auffällig viele Ähnlichkeiten mit der Do 728, dem letzten Projekt des 2002 in die Insolvenz gegangenen bayerischen Flugzeugbauers Fairchild Dornier. Der letzte Eigentümer vor der Abwicklung hieß D Long und hatte seinen Sitz in China. Dennoch bekommt Comac das Projekt nicht in den Griff: Bis heute gibt es erst vier Testmaschinen, von einer Serienfertigung ist keine Rede.

Die Chinesen haben erkannt, dass es nicht reicht, westliche Auslaufmodelle zu kopieren. Sie konzentrieren sich daher auf die größere C919. Mit ihren 170 Sitzplätzen ist sie als Konkurrent zu den Airbus-Modellen A320 und A319 konzipiert. Geleitet wird das Projekt von Shi Jianzhong, einem verdienten Parteikader, der bereits Chinas Weltraumrakete "Langer Marsch" auf Augenhöhe mit der westlichen Konkurrenz gebracht hat.

"Wir werden bis Ende des Jahres 200 Bestellungen für die C919 haben", lässt Jianzhong seine deutschen Gesprächspartner wissen. Peking hat die staatlich kontrollierten Airlines dazu verdonnert, jeweils mindestens 20 Stück des China-Jets zu bestellen. So viel Starthilfe hatte Airbus vor 40 Jahren nicht, als das europäische Start-up die US-Giganten Boeing und Lockheed angriff. Heute ist Airbus Weltmarktführer.

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