Akerson übernimmt von Whitacre Die Ära der Car Guys geht zu Ende

Bei den Autobauern sind branchenfremde Chefs auf dem Vormarsch: Heute hat Dan Akerson seinen ersten Arbeitstag an der Spitze von General Motors, er folgt auf Ed Whitacre. Der einstige Topmann des Telekommunikationskonzerns AT&T übergibt an den früheren Managing Director der Beteiligungsgesellschaft Carlyle. Bei den deutschen Herstellern dagegen haben Branchenkenner das Sagen - doch das könnte sich ändern.
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Daniel Akerson, der neue starke Mann bei GM. Quelle: Reuters

Daniel Akerson, der neue starke Mann bei GM.

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DÜSSELDORF. Wenn es über einen Automanager heißt, er habe Benzin im Blut, galt das noch vor kurzem als höchste Anerkennung. Doch heute zeigen nicht nur Whitacre und sein Nachfolger Akerson bei GM, sondern auch Alan Mulally bei Ford und Sergio Marchionne bei Chrysler, dass es nicht mehr notwendige Voraussetzung für einen Topposten in der Branche ist, jahrzehntelang in der Autoindustrie gearbeitet zu haben.

Denn die Lenker der drei großen US-Autobauer, der Big Three, kommen allesamt von außen: Mulally war zuvor Topmanager beim US-Flugzeugbauer Boeing, Marchionne Chef von Alusuisse und des Schweizer Warenprüfkonzerns Société Générale de Surveillance. Der Rechtsanwalt und Wirtschaftsprüfer ist nicht nur als Sanierer bei Chrysler aktiv, sondern zugleich Fiat-Chef und zeigt damit wie auch Philippe Varin, der von der Spitze des Stahlriesen Corus ans Steuer des Peugeot- und Citroën-Mutterkonzerns PSA wechselte, dass die Entwicklung vor Europa keinen Halt macht.

Die starke Präsenz von Quereinsteigern an der Spitze von Autobauern zeugt von einer Zeitenwende. Sie ist Symptom der Krise, in der die gesamte Branche steckt. "Branchenfremde sind immer dann besonders gefragt, wenn Unternehmen in die Krise geraten - oder wie in diesem Fall sogar eine ganze Industrie - und das Handeln in bewährten Mustern in die Krise geführt hat", sagt Ralf Kalmbach, der die globale Automotive-Sparte bei der Strategieberatung Roland Berger leitet.

Die Autobauer weltweit sind aber unterschiedlich stark von der Krise getroffen worden. So war die Lage bei den Herstellern aus den Vereinigten Staaten viel kritischer als bei denen aus Deutschland. "In Nordamerika musste sich die Autoindustrie aufgrund fundamentaler Probleme weitgehend neu erfinden", sagt Kalmbach. In solchen Situationen, "in denen Dinge notwendigerweise anders gemacht werden müssen", sind Branchenfremde ihm zufolge besonders gefragt. Inzwischen haben General Motors und Chrysler Insolvenzverfahren durchlaufen.

Die deutschen Hersteller waren dagegen "nicht derart neben der Spur", wie es der Berater formuliert. Deshalb regieren in Wolfsburg, Stuttgart oder München Branchenkenner, wie sie "beim Verfeinern technischer Konzepte benötigt werden".

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4 Kommentare zu "Akerson übernimmt von Whitacre: Die Ära der Car Guys geht zu Ende"

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  • Fakt ist, was auch niemand ernsthaft leugnen will, auf der Welt gibt es zuviele Produktionskapazitäten für Autos. Marx würde es "Überproduktionskrise" nennen.

    Jeder Hersteller, wirklich jeder, verspricht seinen Aktionären Wachstum. Steigerung der Marktanteile. Zu diesem Zwecke wird fragwürdiges Leasing ausgebaut, aktuell ja Werder-Schaaf im Rechtsstreit mit bMW (s. Spiegel Online), diese absurden Finanzierungen greifen um sich, inzwischen werden ja sogar Kleinwagen wie der VW Lupo oder der Fiat 500 verleast. Das muss man sich mal vorstellen, die Leute leasen allen Ernstes Kleinwagen!

    Fazit - alle Hersteller wollen bei bestehenden Überkapazitäten weiter wachsen. Das kann und wird einfach nicht funktionieren. Über kurz oder lang wird's uns hier auch noch erwischen mit den Autoherstellerpleiten.

  • Und wo führte, global gesehen, diese Welt denn hin?
    Na klar, in die Auto-Überproduktion, in der sie sich nach wie vor befindet. - Und im Gegensatz sich Deutschland auszusuchen, um als Gegenpart durchgeführter insolvenzen in den USA herzuhalten, sage ich mal was voraus: Es werden hierzulande Zeiten heranbrechen, in denen man sich eine durchgeführte insolvenz bei diesem oder jenem Automobilhersteller herbeiwünschen wird und es nur bei diesem Wunsch dann wird bleiben können.
    Und nach wie vor gilt dieser Widerspruch: Die nicht vorhandene Logistik von Elektrofahrzeugen steht nun einmal im direkten Gegensatz zu Untersuchungen der bundeswehr, die uns die Katastrophe von Treibstoffengpässen vorgaukeln.
    Es fehlt der Welt die strukturierte Mobilität aller Gesellschaften.

  • Es hat doch auch bisher nichts geschadet, von der Sache, die man macht, keine Ahnung zu haben. Politiker sind hier Trendsetter.

  • Guten Tag,.... banchenfremd....... in den banken laufen Frisoere, Auto und Versicherungs-Verkaeufer, Moebel-Verkaeufer, Kirchenrechtler, Ex-Jesuiten Moenche, unmengen Alkoholiker und sogar Ex-Knacki's herum. Da ist es gar nicht mal so schlimm wenn jemand von ATT kommt und Autos zusammenzimmert. ( ATT ( T ) hat mich niemals enttaeuscht. Ah- Ja ... die branchenfremden bankleute schimpfen sich heute General-Manager;.... Head-Trader, Chief Client Adviser, Chef-(volks) Wirt..... und des gleichen mehr. Aber wie sagte birne ?. Entscheidend ist was " Hinten " raus kommt. bei den banken Sch..... ; das wissen wir alle ;.... na dann wollen wir mal hoffen dass es bei GM noch immer Autos sein werden. besten Dank.

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