Aktie hebt ab Peugeot strebt Allianz mit General Motors an

Peugeot sucht nach Partnern. Derzeit laufen nach Angaben des Unternehmens bereits Gespräche mit anderen Herstellern. Einer davon soll der US-Riese General Motors sein. Genialer Schachzug oder Hilfeschrei?
Update: 22.02.2012 - 13:19 Uhr 6 Kommentare
Ein Peugeot RCZ in einer Niederlassung in Mainz. Quelle: dapd

Ein Peugeot RCZ in einer Niederlassung in Mainz.

(Foto: dapd)

ParisDer französische Autobauer PSA Peugeot Citroen spricht mit der Opel-Mutter General Motors nach Informationen aus Verhandlungskreisen über eine umfassende Zusammenarbeit. Ziel sei, durch gemeinsame Modell-Plattformen und Größenvorteile die Herstellungskosten zu drücken und so die Verluste im Europa-Geschäft zu verringern, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen am Mittwoch. „Es geht um eine strategische Allianz“, sagte ein Insider. Kern einer solchen Allianz könne eine Zusammenarbeit von Peugeot und Opel bei Kleinwagen sein.

Beide Firmen stehen unter großem Handlungsdruck - Peugeot ist wegen der Abhängigkeit vom Heimatmarkt und den südeuropäischen Schuldenstaaten der am heftigsten von der Krise betroffene Autobauer. Die Franzosen waren zuletzt im Kerngeschäft in die Verlustzone gerutscht und haben herbe Einschnitte angekündigt. Opel wiederum ist seit Jahren das Sorgenkind des weltgrößten Autokonzerns GM und steht vor einer harten Sanierung.

Eine enge Verflechtung über Aktienbeteiligungen sei zunächst nicht geplant, hieß es aus den Verhandlungskreisen weiter. Allenfalls würden kleinere Aktienpakete ausgetauscht, was lediglich einen symbolischen Stellenwert hätte. Die Firmen seien einer Einigung aber noch nicht nahe.

Europas Branchenprimus Volkswagen ist dem Zweiplatzierten PSA inzwischen weit enteilt: Während VW auf dem Weg an die anvisierte Weltmarktspitze immer mehr Autos verkauft - 2011 waren es schon über acht Millionen Fahrzeuge - setzte Peugeot wegen der Flaute in Europa nur 3,5 Millionen Autos ab, 1,5 Prozent weniger als 2010. Und die GM-Tochter Opel befindet sich seit Jahren in Rückzugsgefechten um Marktanteile und schreibt rote Zahlen, die Geduld der Konzernmutter in Detroit mit der Rüsselsheimer Tochter wird immer weniger.

Analysten allerdings konnten in einer ersten Reaktion nur schwer mögliche Vorteile einer Kooperation erkennen. Schließlich kämpften beide Firmen in Europa mit ähnlichen Problemen und hätten sich daher nur wenig zu geben, sagte Erich Hauser von Credit Suisse.

Peugeot bestätigte am Mittwoch zwar, es gebe Gespräche mit einem anderen Hersteller über eine mögliche Allianz, nannte aber keinen Namen. „Es kann keine Gewissheit geben, dass diese Gespräche zu einer Einigung führen werden“, teilte Peugeot mit. Eine GM-Sprecherin sagte, Gespräche in der Branche seien üblich. Mehr wolle sie dazu nicht sagen.

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6 Kommentare zu "Aktie hebt ab: Peugeot strebt Allianz mit GM an"

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  • @GSN Der Größenwahn...Ps. Es wird Volkswagen so oder so nicht gelingen, falls nötig fahren die Amis eben Geschütze auf like Toyota, eine Rückrufaktion nach der anderen. Da wäre dann der gute alte Herr Brüderle hilfreich, um im US-TV zu erklären deutsche Autos sind usische..

  • ...ist die Marktführerschaft eigentlich das einzig Wichtige??? Und wenn ja, wieso eigentlich?

  • @Allace64
    Gut analysiert, sehe ich genauso ! Bei dem französischen Verhandlungsgeschick halte ich es allerdings auch für möglich, dass sich GM über den Leisten ziehen lässt z.B. dadurch, dass sich PSA an GM beteiligt ähnlich wie Renault an Nissan. Wenn das geschieht, gute Nacht Marie für die von VW angestrebte Marktführerschaft !

  • wenn Opel verschwindet so haben doch VW, Mercedes und BMW weiteres Wachstumpotential.. ;) ..und dabei erwirtschaften die Deutsche Unternehmen Gewinne und nicht wie bei OPEL alles an GM. ..oder springen die Opelfans auf PE und GM um? ..schon allein aus Rachegelüsten würde ich den Schrott nicht kaufen.

  • Eine Autohochzeit zwischen GM und PSA würde nichts gutes für Opel bedeuten. Patente und Markenwerte von Opel liegen bei GM, die Produktivität von PSA ist besser, die Kapazitäten von PSA reichen um die Opelproduktion mit zu verarbeiten. Der Wunsch von VW bis 2018 Weltmarktführer zu sein rückt in weite Ferne.
    Für GM wird das ein schwer zu managendes Gemenge aus Chinaproduktion, US-Markt und europäischem Markt. PSA und Opel sind zwei Kranke, die, wenn sie zusammenkommen, nicht so schnell gesund werden ohne harte Einschnitte.
    Das könnte bedeuten, dass Bochum und Eisennach und Kaiserslautern in Gefahr laufen geschlossen zu werden. GM wird dann die Marke Chevy weiter aufbauen und Opel wird nach und nach verschwinden, genau so wie Vauxhall in UK.

  • Sieh an - eine weitere Schrotthochzeit.

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