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Aktienbewertung Warum Analysten noch immer die Bayer-Aktie empfehlen

Der Leverkusener Konzern steht seit dem Monsanto-Desaster an den Märkten im Feuer. Expertenbewertungen zeigen jedoch in die entgegensetzte Richtung.
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Das Jahrestief der Bayer-Aktie liegt bei 61 Euro – Analysten sind dennoch nicht negativ. Quelle: APN
Pharmakonzern mit Kursschwierigkeiten

Das Jahrestief der Bayer-Aktie liegt bei 61 Euro – Analysten sind dennoch nicht negativ.

(Foto: APN)

FrankfurtDas Votum der Analysten fällt relativ eindeutig aus: Fast alle Banken raten zum Kauf oder zumindest zum Halten der Bayer-Aktie. Die Zahl der Kaufempfehlungen ist seit Mitte September sogar noch gestiegen. Schon damals hatte die Aktie wegen der Klagewelle gegen das von der Bayer-Tochter Monsanto vertriebene Pflanzenschutzmittel Glyphosat deutlich verloren. Ausgezahlt haben sich die Kaufempfehlungen bislang nicht. Die Aktie fiel weiter bis auf das Jahrestief von 61 Euro. Zwar ist der Kurs der Aktie zuletzt wieder etwas gestiegen, aber seit dem Sommer büßte sie rund ein Drittel an Wert ein.

Das Urteil der Analysten: Viele halten die Aktie schlichtweg für zu billig. Denn Bayer wird nur noch mit dem 8,7-Fachen des für 2019 erwarteten Nettogewinns bewertet. Zum Vergleich: Selbst bei wachstumsschwächeren Pharmawerten wie Sanofi, Pfizer oder Glaxo-Smithkline fallen die Bewertungen wesentlich höher aus – mit dem 14-Fachen des Gewinns und dem gut zwölffachen Betriebsgewinn vor Abschreibungen (Ebitda).

Allein für die Bayer-Pharmasparte lässt sich auf dieser Basis ein Wert von etwa 60 Milliarden Euro ableiten. Ähnlich ist die Konstellation im Consumer-Health-Bereich, wo zum Beispiel Procter & Gamble erst vor Kurzem das 19-Fache des Ebitda für die Selbstmedikationssparte der Merck-Gruppe zahlte.

Gemessen an solchen Relationen repräsentiert das Consumer-Health-Geschäft von Bayer ohne Weiteres einen Wert von etwa 20 Milliarden Euro. Die erweiterte Agrosparte käme bei einer branchentypischen Bewertung auf 60 bis 70 Milliarden Euro. Korrigiert werden müsste die Summe um die Schulden in Höhe von 30 Milliarden Euro.

All diese Berechnungen zeigen auf: Bei gängigen Bewertungsrelationen müsste sich die Bayer-Aktie jenseits von 100 Euro bewegen. Investoren überzeugt das alles dennoch nicht. „Solange unklar ist, zu welchen Belastungen die hohe Zahl an Glyphosat-Klagen gegen Monsanto führt, sehen wir keine nachhaltige Kurserholung“, meint Thorsten Strauß, Analyst bei der NordLB, der keinen Kauf empfiehlt.

Als Problem gilt angesichts der aktuell schlechten Stimmung an der Börse, dass die Verschuldung von Bayer durch die 63,5 Milliarden Dollar teure Monsanto-Übernahme massiv gestiegen ist. Das stört auch die Ratingagenturen. Standard & Poor’s und Moody’s halten die Kreditwürdigkeit mit Noten im Bereich Dreifach-B nur noch für mittelmäßig.

Probleme, neue Anleihen zu verkaufen, hatte Bayer dennoch nicht. Kurz nach den Rating-Herabstufungen platzierten die Leverkusener im Juni innerhalb von zwei Tagen neue Anleihen für 15 Milliarden Dollar und fünf Milliarden Euro. Allerdings haben auch die Zinspapiere die Investoren bislang nicht glücklich gemacht. Mit zwei bis drei Prozent waren die Kursverluste im Vergleich zur Aktie aber moderat.

Privatanleger konnten die neuen Bayer-Anleihen mit Mindestanlagesummen von 100.000 Euro nicht kaufen. Neue Regeln am Finanzmarkt erschweren seit diesem Jahr den Anleiheverkauf an Privatanleger. So müssen Kleinanleger bei Bayer auf schon länger ausstehende Anleihen zurückgreifen, die auf 1 000 Euro lauten. Attraktiv sind diese mit Renditen von rund einem halben Prozent aber nicht.

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