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Akzo Nobel Farbenproduzent lehnt auch drittes Gebot von PPG ab

Der US-Konzern PGG will Akzo Nobel übernehmen. Doch der niederländische Farbenhersteller hat den Rivalen zum dritten Mal abblitzen lassen. Nun will das Management das eigene Unternehmen unattraktiver für PGG machen.
Update: 08.05.2017 - 13:11 Uhr Kommentieren
Der Farbenhersteller bleibt hart, obwohl eigene Aktionäre das Unternehmen zu Gesprächen mit PPG drängten. Quelle: dapd
Akzo Nobel

Der Farbenhersteller bleibt hart, obwohl eigene Aktionäre das Unternehmen zu Gesprächen mit PPG drängten.

(Foto: dapd)

AmsterdamDer niederländische Farbenhersteller Akzo Nobel hat den größeren US-Rivalen PPG auch mit dem dritten, abermals erhöhten Übernahmeangebot abblitzen lassen. Die Offerte von nunmehr knapp 27 Milliarden Euro sei immer noch zu niedrig, teilte das Amsterdamer Unternehmen am Montag mit. Dem Angebot fehle zudem das Verständnis für unterschiedliche Unternehmenskulturen, erklärte Akzo-Chef Ton Büchner.

Die Amerikaner zeigten sich enttäuscht und kündigten an, die Absage aus den Niederlanden kurzfristig zu prüfen. Nach dortigem Recht haben sie bis 1. Juni Zeit, sich für oder gegen ein formelles Gebot zu entscheiden. Akzo feilt bereits an Abwehrmaßnahmen gegen einen feindlichen Übernahmeversuch.

Büchner führte auch wettbewerbsrechtliche Hürden als Begründung für seine ablehnende Haltung an. Ein Zusammenschluss mit dem Konkurrenten aus Pittsburgh würde die beiden größten Farb- und Lackhersteller der Welt vereinen. Zu Akzo gehört auch das ehemalige BASF-Geschäft mit Industrielacken, das die Niederländer dem deutschen Konzern für knapp eine halbe Milliarde Euro abgekauft hatten.

PPG hatte sein Gebot für Akzo vor zwei Wochen auf 26,9 Milliarden Euro oder 96,75 Euro je Aktie aufgestockt. Das entspricht einem Aufschlag von 50 Prozent auf den Aktienkurs vom 8. März. Am Tag darauf war PPG erstmals an Akzo herangetreten und hatte 80 Euro geboten, später auf 90 Euro erhöht. Doch der Hersteller der Farbenmarke Dulux blieb hart, obwohl eigene Aktionäre wie etwa der für sein aggressives Geschäftsgebaren bekannte Hedgefonds Elliott Advisors das Unternehmen zu Gesprächen mit PPG drängten.

Am Samstag kam es nach übereinstimmenden Berichten aus beiden Lagern zwar zu einem Treffen zwischen der Akzo-Führung mit dem Leiter von PPG, Michael McGarry. Akzo-Chef Büchner beschrieb die Begegnung als "herzlich und respektvoll", äußerte sich aber nicht näher zum Inhalt. PPG kritisierte dagegen, dass die Akzo-Manager Verhandlungen von vornherein abgelehnt und ihre Bedenken nicht dargelegt hätten.

PPG-Chef McGarry trifft mit seinem Argument, dass beide Unternehmen dank umfangreicher Einsparungen zusammen besser dastehen, auf Verständnis von Analysten. In der niederländischen Politik kommen die Avancen aus Übersee dagegen nicht gut an. Das Wirtschaftsministerium sprach sich gegen die multinationale Firmenhochzeit aus und hat dabei die Geschichte hinter sich: Viele niederländische Firmen – darunter auch Akzo – wurden zwar durch Zukäufe im Ausland groß, erfolgreiche feindliche Übernahmen im Land selbst gab es bisher aber kaum.

Das Akzo-Management will nun sein Chemiegeschäft abspalten, um den Konzern für PPG unattraktiver zu machen. Die Erlöse aus einem Verkauf oder Börsengang der schätzungsweise acht Milliarden Euro schweren Sparte will Akzo größtenteils den Aktionären direkt zufließen lassen.

Akzo-Aktien verloren bis zum frühen Nachmittag 2,8 Prozent auf 77,20 Euro.

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