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Alex Gorsky Der Chef von Johnson & Johnson hat gute Nachrichten in Sachen Corona-Impfstoff

Als einer der ersten amerikanischen CEOs hat der Army-Veteran den Sturm aufs Kapitol verurteilt. Jetzt macht Alex Gorsky mit einem Covid-Impfstoff Hoffnung.
14.01.2021 - 17:24 Uhr Kommentieren
Unter seiner Führung ist die Pharmasparte stark gewachsen. Quelle: © 2019 Bloomberg Finance LP
Alex Gorsky

Unter seiner Führung ist die Pharmasparte stark gewachsen.

(Foto: © 2019 Bloomberg Finance LP)

New York Von der Militärakademie West Point zum Hoffnungsträger im Kampf gegen das Coronavirus: Alex Gorsky, der Vorstandsvorsitzende des US-Pharma- und Konsumgüterkonzerns Johnson & Johnson, machte in diesen Tagen gleich zweimal von sich reden: Als einer der ersten amerikanischen CEOs hat der 60-Jährige den Sturm auf das Kapitol in Washington öffentlich verurteilt. Diese Woche gab er zudem hoffnungsvolle Studienergebnisse zu einem neuen Covid-Impfstoff bekannt.

Bereit seit dem Jahr 2012 steht Gorsky als CEO und als Chairman des Verwaltungsrats an der Spitze des Unternehmens mit Sitz in New Jersey. Unter seiner Führung ist vor allem die Pharmasparte stark gewachsen. Sie macht heute die Hälfte des Umsatzes aus. Die andere Hälfte kommt aus der Medizintechnik und von den Konsumgütermarken wie beispielsweise Bebe, Penaten und o.b.

Am Donnerstag erreichte der Aktienkurs von Johnson & Johnson in New York ein neues Allzeithoch. Grund waren die positiven Daten aus der zweiten Phase der klinischen Studie in Bezug auf den neuen Covid-Impfstoff, der sich bisher als sicher und effektiv herausgestellt hat. Bei diesem Vakzin würde eine einmalige Dosis ausreichen, anders als bei den bisher zugelassenen Impfstoffen von Moderna und Biontech/Pfizer.

Die Ergebnisse der dritten klinischen Testphase werden in wenigen Wochen erwartet. Lob erhielt Gorsky bereits von Scott Gottlieb, dem ehemaligen Chef der Arzneimittelbehörde FDA, der bei Pfizer im Aufsichtsrat sitzt. Gottlieb wies darauf hin, dass sogenannte Vektor-Impfstoffe wie die von Johnson & Johnson die wichtigen T-Zellen vielleicht stärker mobilisieren könnten als die mRNA-Vakzine von Moderna und Pfizer. „Das ist ein Hinweis, dass wir wahrscheinlich einen dritten Spieler haben werden, der auf den Markt tritt.“

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    Unternehmenschef mit Gewissen

    Erst am Montag hatte Gorsky im Rahmen einer wichtigen Branchenkonferenz von JP Morgan versichert, dass er sich nicht nur auf die Entwicklung des Impfstoffs fokussiert hat. Auch die Produktion stehe bereit: Johnson & Johnson könne in der ersten Jahreshälfte Hunderte Millionen Impfstoffe produzieren. Für das Gesamtjahr plant er knapp eine Milliarde. Aber Gorsky hat zuletzt nicht nur über Vakzine gesprochen. Er positionierte sich in den vergangenen Jahren immer stärker als Unternehmenschef mit einem Gewissen.

    Während des gewalttätigen Eindringens ins Kapitol in Washington verurteilte er am Mittwoch als einer der ersten amerikanischen CEOs den Angriff auf die Demokratie: „Als Amerikaner, als ein Kollege von Zehntausenden Johnson-&-Johnson-Mitarbeitern im Land und als ein Veteran des US-Militärs, der in Übersee gedient hat, um unsere Demokratie zu verteidigen, bin ich erschüttert von dem Angriff auf das, wofür unser Land seit seiner Gründung gestanden hat: freie, faire und friedliche Wahlen“, stellte er klar. Damit verteidigte er auch das von Donald Trump angezweifelte Wahlergebnis.

    Gorsky, der Absolvent der Elite-Militärakademie, hatte zunächst sechs Jahre gedient und das Militär als Captain verlassen, bevor er einen MBA an der renommierten Wharton School der University of Pennsylvania machte. 1988 fing er zunächst als Pharma-Repräsentant bei der Johnson-&-Johnson-Pharmasparte Janssen an und machte schnell Karriere. 2001 wurde er zum Präsidenten von Janssen ernannt.

    Nicht nur Ruhm und Ehre

    Allerdings verlief sein Weg nicht nur ruhmreich. Sein Name wird auch in dem Skandal um das Marketing des Anti-Psychotikums Risperdal genannt, das auch an Kinder und ältere Menschen verkauft wurde. Dafür musste Johnson & Johnson in mehreren Bundesstaaten Millionen Dollar Strafe zahlen. 2004 verließ Gorsky Johnson & Johnson, um für Novartis das US-Geschäft zu leiten. Doch nach vier Jahren kam er zum Konzern zurück und kletterte die Karriereleiter erneut schnell nach oben.
    Seine Zeit als Vorstandschef fiel zunächst unter die Obama-Administration und zuletzt unter Donald Trump. Dort saß Gorsky wie viele andere Konzernlenker zunächst im Beratergremium des Präsidenten. Das verließ er 2017 zwar als Reaktion auf Trumps ausbleibende Verurteilung der rassistischen Demonstrationen wieder. Aber ein Jahr später nahm er bereits an einem Abendessen des Präsidenten teil. Auch Gorsky profitierte von Steuersenklungen und – wie Kritiker anmerken – wohl auch von staatlichen Hilfen für die medizinische Versorgung von Veteranen.
    Zuletzt wurden seine Kritik und sein Gewissen allerdings lauter. Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd sagte Gorsky, weiße Männer müssten „besser zuhören“. In diesen Tagen hören auch ihm viele Menschen zu. Mit einem neuen Impfstoff könnte Gorsky seinen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie leisten – und dem Geschäft helfen. Ganz ohne Marketingtricks.

    Mehr: Die US-Sicherheitsbehörde FBI fahndet nach den Gewalttätern vom Kapitol.

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