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Allein die Postbank verbessert ihren Ruf bei Deutschlands Verbrauchern Ex-Staatskonzerne vergraulen die Kunden

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Auch die Deutsche Post tut sich schwer, den ramponierten Ruf aufzupolieren. Hohe Werbeausgaben nutzten bislang wenig. Von den flockigen Reklamesprüchen der Gebrüder Gottschalk zeigten sich nur 14,2 % der Befragten überzeugt, 26,8 % der Deutschen attestierten dem staatlichen Logistiker, seine Leistung habe im vergangenen Jahr nachgelassen.

Die Demontage zahlreicher Briefkästen und die Schließung unrentabler Postämter nehmen die Kunden dem Bonner Konzern übel, lange Schlangen in den verbliebenen Filialen ebenso. „Wir werden künftig unsere tatsächliche Leistung besser darstellen“, kündigt Post-Sprecher Dirk Klasen auf Anfrage an. Zudem wolle man die betrieblichen Abläufe in den Filialen noch in diesem Jahr optimieren.

Zumindest im Briefgeschäft kann sich die Post den aus Kundensicht unzureichenden Service noch leisten. Dort besitzt der zu einem guten Drittel privatisierte Konzern, anders als im Paketgeschäft, weiterhin ein Monopol. Marketingfachleute warnen aber davor, sich auf einer solchen Marktposition auszuruhen. So erging es auch der Deutschen Telekom, von der sich der Bund mehrheitlich getrennt hat: Ihr entzog der Gesetzgeber Anfang 1998 als erstem Staatskonzern die Monopolstellung. Der Wettbewerb beflügelt seither die Kundenorientierung des Bonner Marktführers – auch wenn sie ausbaubar bleibt: 20,7 % der von Dialego Befragten sehen zum Vorjahr eine Verbesserung, 22,7 % eine Verschlechterung des Angebots.

Langjährige Erfahrungen im Wettbewerb kann unter den Staatskonzernen jedoch nur die Postbank vorweisen. Ohne einen Monopol-Vorsprung wie bei der Post oder Telekom hat sie sich mit 10 Mill. Kunden zum deutschen Marktführer im Privatkundengeschäft emporgearbeitet. Vorstandschef Wulf von Schimmelmann kommt seinen Kunden dabei buchstäblich entgegen: Seit 2003 schwärmen seine Finanzberater durch die Republik, um Interessierten daheim die Produkte der blau- gelben Bank zu verkaufen. Für den im Herbst geplanten Börsengang hat die Postbank daher gute Karten. 17,5 % der Deutschen wären nach heutigem Stand an einem Aktienerwerb interessiert, wie die Exklusivumfrage ergab. Dagegen erscheinen die Papiere der Post nur 17 % der Befragten attraktiv, die der Telekom lediglich 15,5 %. Abgeschlagen dagegen die Bahn: Hier würden sich im Falle eines Börsengangs nur 3,1 % nach Aktien umschauen.

Eigentümer Staat

Bahn AG: Das aus Deutscher Bundesbahn und Reichsbahn vor zehn Jahren geschaffene Unternehmen gehört zu 100 % dem Bund. 2005 soll über einen Börsengang entschieden werden.
Deutsche Post AG: Der Bonner Logistikkonzern soll mittelfristig komplett über die Börse verkauft werden. Noch gehören aber 19 % dem Bund und 43,5 % einer bundeseigenen Banktochter, der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).
Deutsche Telekom: Das Fernmeldeunternehmen befindet sich derzeit noch zu 43 % im Besitz von Bund und KfW. Diese könnten demnächst weitere Aktienpakete der Telekom an die Börse bringen.
Postbank: Knapp die Hälfte ihres Kreditinstituts will die Deutsche Post im Herbst für geschätzte 2,5 Mrd. Euro an die Börse bringen.

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