Alphabet Glaxo-Smithkline wird Teil des Google-Imperiums

Glaxo-Smithkline wird in die Google-Familie aufgenommen: Der britische Pharmakonzern gründet mit einem US-Partner die neue Firma Galvani Bioelectronics. Auch Google-Mutter Alphabet hat bereits ihre Zustimmung gegeben.
Der britische Pharmakonzern soll mit 55 Prozent die Mehrheit an Galvani Bioelectronics halten. Quelle: Reuters
GlaxoSmithKline

Der britische Pharmakonzern soll mit 55 Prozent die Mehrheit an Galvani Bioelectronics halten.

(Foto: Reuters)

LondonDer britische Pharmakonzern Glaxo-Smithkline (GSK) gründet ein Gemeinschaftsunternehmen mit einem Partner aus der Google-Familie. Die neue Firma Galvani Bioelectronics solle auf dem Feld der Bioelektronik tätig sein, erklärte GKS am Montag. Dazu sei eine Vereinbarung mit der zur Google-Mutter Alphabet gehörenden Gesellschaft Verily Life Sciences, früher Google Life Sciences, geschlossen worden.

GSK wird den Angaben zufolge mit 55 Prozent die Mehrheit an Galvani Bioelectronics halten, Verily die übrigen 45 Prozent. Beide Seiten wollen insgesamt bis zu 540 Millionen Pfund (640 Millionen Euro) in die neue Firma stecken.

Ziel sind Fortschritte in der Bioelektronik – in diesem Medizinbereich wird versucht, mit Hilfe sehr kleiner Implantate elektronische Signale durch den Körper zu senden. GSK erklärte, mit der Technologie könnten womöglich eines Tages chronische Krankheiten wie Arthritis, Diabetes und Asthma behandelt werden.

Das sind die Köpfe hinter Google
Die Gründer
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Larry Page (rechts) und Sergey Brin, hier im Jahr 2004, lernten sich 1995 an der kalifornischen Universität Stanford kennen. Zusammen entwickelten sie den „Page Rank“, den Mechanismus hinter der Google-Suchmaschine. Im September 1997 registrierten sie die Domain „Google“ – eigentlich ein Schreibfehler. Die Webseite sollte nach „Googol“ benannt werden, einer Zahl mit der Ziffer 1 und hundert Nullen.

Larry Page
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Der introvertierte Google-Gründer ist heute Chef der Muttergesellschaft Alphabet. Der Sohn eines Informatikers wurde schon früh zum passionierten Bastler. 1995 wechselt er als Doktorand an die Uni Stanford und lernt dort Sergey Brin kennen. Nach der Google-Gründung 1998 wird Page der erste Chef des Unternehmens. 2001 gibt er den Posten an der erfahrenen Manager Eric Schmidt ab, der den Konzern 2004 an die Börse bringt. Im April 2011 kehrt er an die Spitze zurück. Seit einer Lähmung der Stimmbänder hat er Probleme beim Sprechen. Nachdem er lange für einen spartanischen Lebensstil bekannt war, lebt Page heute auf einem weitläufigen Anwesen in Palo Alto und besitzt eine 45 Millionen Dollar teure Superjacht. Das Magazin „Forbes“ zählt ihn zu den reichsten Menschen der Welt.

Sergey Brin
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Der in Moskau geborene Sohn russischer Auswanderer gilt als genialer Mathematiker. Mit Larry Page, den er in Stanford kennenlernte, entwickelte er im Studentenwohnheim den Google-Algorithmus. Heute ist er Präsident der Google-Holding Alphabet und leitet das Geheimlabor Google X. Dort treibt er Projekte wie die Datenbrille Google Glass oder das selbstfahrende Auto voran. Wie Page ist auch er Multimilliardär.

Susan Wojcicki
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Die Managerin ist Tochter eines polnisch-amerikanischen Physikprofessors und wuchs auf dem Stanford-Campus auf. Ihre Garage diente als erster Firmensitz von Google, 1999 wurde sie die erste Marketingmanagerin des Unternehmens. Dort entwickelte sie mit der Werbetechnologie den wichtigsten Umsatzbringer des Unternehmens. Seit Februar 2014 leitet sie das Google-Videoportal Youtube. Google-Gründer Sergey Brin war bis Juni 2015 mit ihrer Schwester Anne verheiratet.

Eric Schmidt
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Schmidt ist Sohn eines Ökonomen und arbeitete nach seinem Studium als Manager in der IT-Branche. 2001 warben ihn Page und Brin für Google ab. Fast zehn Jahre stand Schmidt an der Spitze des Konzerns und machte Google zu einem Börsengiganten. Von 2011 bis 2017 war er „Executive Chairman“, seitdem berät er die beiden Gründer weiter als Mitglied des Verwaltungsrats. Seine Aktienoptionen, die er während seiner Tätigkeit erhielt, machten auch ihn zum Milliardär. Zudem ist er Mitglied der Bilderberg-Gruppe.

Sundar Pichai
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Der Sohn eines GE-Ingenieurs wuchs in Indien auf und ging während seines Studiums in die USA. 2004 stieg er bei Google ein und war zunächst für Projekte wie den Browser Chrome, Gmail oder Google Maps verantwortlich. Später kam auch das mobile Betriebssystem Android hinzu. Seit der Neustrukturierung des Konzerns hat er den Chefposten bei Google Inc. inne, die das Kerngeschäft der Holding Alphabet ausmacht.

Ruth Porat
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Die Finanzexpertin kam im Mai 2015 zu Google. Zuvor war sie Finanzchefin der Investmentbank JP Morgan. Als Chief Financial Officer ist es ihre Aufgabe, bei den oft teuren Forschungsprojekten von Google auf die Kosten zu schauen.

Galvani Bioelectronics soll seinen Hauptsitz im englischen Stevenage haben, wo bereits die Forschungs- und Entwicklungsabteilung von GSK sitzt. Daneben ist eine Niederlassung im kalifornischen San Francisco geplant.

Die britische Regierung reagierte vor dem Hintergrund des Brexit-Votums zufrieden auf die Pläne. Es handele sich um „einen weiteren bedeutenden Sieg für die britische Wirtschaft“, erklärte der für Unternehmen zuständige Minister Greg Clark. GSK hatte erst in der vergangenen Woche angekündigt, 275 Millionen Pfund in drei Fabriken in Großbritannien zu investieren.

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  • afp
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