Alstom-Übernahmepoker Uneinigkeit bei Siemens

Manche Aufsichtsräte bei Siemens sollen GE im Übernahmekampf um Alstom die Daumen drücken. Sie stellen sich damit gegen Firmenchef Joe Kaeser. Mit Spannung wird erwartet, ob sich die Politik weiter einschaltet.
Update: 05.05.2014 - 10:13 Uhr 9 Kommentare

Gibt es noch eine Chance für Siemens Alstom zu übernehmen?

München/ParisBei Siemens gehen nach „Spiegel“-Informationen einzelne Aufsichtsräte auf Distanz zum beabsichtigten Einstieg beim französischen Konkurrenten Alstom. Das Nachrichtenmagazin zitiert einen Aufsichtsrat mit den Worten: „Für uns geht die Welt nicht unter, wenn wir den Zuschlag nicht bekommen“, davon hänge die Zukunft von Siemens nicht ab. Außerdem berichtet der „Spiegel“, einige drückten die Daumen, dass der US-Rivale General Electric (GE) bei dem spektakulären Übernahmekampf obsiege – und stellen sich damit gegen Firmenchef Joe Kaeser.

In Siemens-Kreisen hieß es dazu am Sonntag, die Zustimmung des Aufsichtsrats zu einem Übernahmeangebot sei einstimmig gefallen. Siemens hatte nach einer Sitzung des Kontrollgremiums am Dienstag ein eigenes Angebot im Übernahmepoker um Alstom angekündigt - allerdings unter der Voraussetzung, „dass Alstom Siemens einen Zeitraum von vier Wochen mit Zugang zu Daten des Unternehmens und erforderlichen Managementinterviews einräumt, damit Siemens eine angemessene Prüfung des Alstom-Geschäfts durchführen kann“. Wie eine Übernahme von Teilen des Konzerns oder sogar des kompletten Unternehmens im Detail aussehen könnte, wurde nicht offenbart.

Tags darauf hatte der Verwaltungsrat von Alstom den Aktionären allerdings eine bindende Offerte von GE empfohlen. Dieser will für die Energietechnik-Sparte von Alstom 12,35 Milliarden Euro zahlen. Alstom versicherte indes, wenn auch Siemens ein konkretes Angebot vorlegen wolle, werde das Unternehmen einen fairen Zugang zu den notwendigen Informationen bekommen.

GE hat auch Offerten für zwei Indien-Töchter des französischen Rivalen abgegeben. Die Amerikaner boten umgerechnet insgesamt 280 Millionen Euro für eine Beteiligung in Höhe von 25 Prozent an Alstom T&D sowie 26 Prozent an Alstom India, wie aus einer Mitteilung an die indische Börse am Montag hervorging. GE will die Gebote demnach jedoch nur dann tatsächlich umsetzen, wenn es mit seiner Offerte für Alstoms Energietechniksparte Erfolg hat.

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9 Kommentare zu "Alstom-Übernahmepoker: Uneinigkeit bei Siemens"

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  • Alstom – Der Sargnagel für Siemens

    Nennen Sie mir eine wirklich gelungene Akquisition der Siemens AG der letzten 10 Jahre. Sicher reibt sich ein Herr Cromme wieder die Hände in Erwartung großer Dinge – siehe Thyssen Krupp. Auch da war Herr Cromme am Ende ja nicht verantwortlich.

    Wie stellen sich die Aufsichtsräte der Siemens AG das vor? Nicht nur das Desaster der ICE Zugwägen – bis heute noch nicht gelöst – stimmt mich dabei pessimistisch. Als mittelständischer Unternehmer stelle ich mir doch die Frage, was kann Siemens eigentlich zur Lösung der heutigen Alstom Probleme beitragen. Hat Siemens, außer einem Cashpolster, so viele freie Managementkapazitäten in dem für diese Gigaaufgabe notwendigen Kaliber, um eine derartige Herausforderung zu stemmen. Mit welchem Recht denkt Herr Käser mit seinen Mannen: Kein Problem, das kriegen wir hin! Oder wird er, wie schon bei TK, von einem Herrn Cromme zu einem Gigadeal getrieben, ohne die einfachsten Grundbedingungen einer solchen Übernahme zu hinterfragen.

    Deshalb stelle ich nochmals folgende drei Fragen:

    1. Hat Siemens die Lösung zu den Alstomproblemen to date?
    2. Besitzt Siemens die "freien Managementkapazitäten" um eine Integration derartigen Ausmaßes zu stemmen?
    3. Passt dieser Deal, der unerwartet vor der Tür steht, überhaupt zu den strategischen Zielen, welche vor bekanntwerden der potentiellen GE Übernahme von Alstom für die betroffenen Siemens Sparten angedacht war?

    Es kann doch nicht sein, dass der Zufall die Siemensstrategie auf Jahre oder Jahrzehnte dominiert. Ich wünsche deshalb Herrn Käser und seinem Team, dass dieser Kelch an Ihnen vorbeiläuft und Hr. Immelt viel Erfolg bei der Integration. Eine Übernahme von Alstom ist mittelfristig der Sargnagel für Siemens – Herr Cromme kommen Sie endlich zur Venunft.

  • Alstom – Der Sargnagel für Siemens

    Nennen Sie mir eine wirklich gelungene Akquisition der Siemens AG der letzten 10 Jahre. Sicher reibt sich ein Herr Cromme wieder die Hände in Erwartung großer Dinge – siehe Thyssen Krupp. Auch da war Herr Cromme am Ende ja nicht verantwortlich.

    Wie stellen sich die Aufsichtsräte der Siemens AG das vor? Nicht nur das Desaster der ICE Zugwägen – bis heute noch nicht gelöst – stimmt mich dabei pessimistisch. Als mittelständischer Unternehmer stelle ich mir doch die Frage, was kann Siemens eigentlich zur Lösung der heutigen Alstom Probleme beitragen. Hat Siemens, außer einem Cashpolster, so viele freie Managementkapazitäten in dem für diese Gigaaufgabe notwendigen Kaliber, um eine derartige Herausforderung zu stemmen. Mit welchem Recht denkt Herr Käser mit seinen Mannen: Kein Problem, das kriegen wir hin! Oder wird er, wie schon bei TK, von einem Herrn Cromme zu einem Gigadeal getrieben, ohne die einfachsten Grundbedingungen einer solchen Übernahme zu hinterfragen.

    Deshalb stelle ich nochmals folgende drei Fragen:

    1. Hat Siemens die Lösung zu den Alstomproblemen to date?
    2. Besitzt Siemens die "freien Managementkapazitäten" um eine Integration derartigen Ausmaßes zu stemmen?
    3. Passt dieser Deal, der unerwartet vor der Tür steht, überhaupt zu den strategischen Zielen, welche vor bekanntwerden der potentiellen GE Übernahme von Alstom für die betroffenen Siemens Sparten angedacht war?

    Es kann doch nicht sein, dass der Zufall die Siemensstrategie auf Jahre oder Jahrzehnte dominiert. Ich wünsche deshalb Herrn Käser und seinem Team, dass dieser Kelch an Ihnen vorbeiläuft und Hr. Immelt viel Erfolg bei der Integration. Eine Übernahme von Alstom ist mittelfristig der Sargnagel für Siemens – Herr Cromme kommen Sie endlich zur Venunft.

  • @

    Zitat : Dies liegt in erster linie an der Arroganz des französischen mangements auch als Juniorpartner vom 1. Tag nur die eigenen Interessen im Focus zu haben

    - absolute Zustimmung !

    Wer sich mit Franzosen geschäftlich eingelassen hat, hat vom ersten Tag an schon verloren !

    Denn denen geht es dabei nicht mehr ums Geschäft, sondern um ihre verträumten Belange der Grand Nation.

    Die Franzosen sind notorische Chauvinisten, die alles Platt walzen .

    In Deutschland haben sie schon zu genüge angeschlagene Firmen in kürzester Zeit vollends ruiniert :

    SABA, DUAL, NORDMENDE, SEL, AEG, HÖCHST sind nur schillernde Beispiele dafür !

    Für SIEMENS wäre eine Fusion mit ALSTOM das sicherste schleichende ENDE !

    .

  • @Marc
    Natürlich ist mein Kommentar ideologisch geprägt! In der freien Wirtschaft ist kein Platz für verträumte Gutmenschen.
    Ich gehöre ganz sicher nicht zu den Kommunisten im Tarnkleid des Naturschutzes. Eher die andere Richtung :-)

  • @Grassus
    Ich verstehe Ihren Kommentar nicht....Es ist doch Siemens die Alstom übernehmen wollen und nicht Alstom Siemens...!???

  • @Dipl.-Ing.
    Ihr Kommentar ist ideologisch geprägt!
    Sie schreiben von "Atommüll"....lässt auf einen Grünen Jünger schließen, der von Wirtschaft und Technik nichts vestanden hat und wahrscheinlich auch nichts wissen will.

  • Wer längere zeit das vergnügen hatte mit französischen Großfirmen zusammenzuarbeiten, wird sich für siemens wünschen, dass eine Übernahme scheitert. Dies liegt in erster linie an der Arroganz des französischen mangements auch als Juniorpartner vom 1. Tag nur die eigenen Interessen im Focus zu haben und nur die eigene Dominanz zu akzeptieren.
    Wir sollten uns einfach in Ruhe anschauen, wie die Amis dieses problem lösen werden, vielleicht kann man ja etwas lernen daraus.

  • Übernahme eines Unternehmens im Milliardenbereich ohne vorher die Bücher genau geprüft zu haben? Womöglich noch die Übernahme von "Altlasten" (Atommüll?) und utopischen Pensionszusagen an altgediente Politiker mit Beraterfunktionen?

    Das erinnert doch sehr an die Aufnahme Griechenlands in die EU!

  • Dass Patrick Kron kein grosser Freund Deutschlands und der Deutschen ist, kann man menschlich verstehen u. muss es akzeptiern. Warum soll aber ein Unternehmen aus einem Land in dem Atomenergie "Teufelszeug" ist, stolz (borniert) grosser "Vorreiter"(niemand reitet hinter ihm her, auch nicht Japan!) beim Atomausstieg usw. usf. ist, die Energiesparte eines Unternehmens eines Landes, das auf Atomenergie setzt uebernehmen? Es waere vielleicht eine Chance Europa weiterzubringen, da aber auch in dieser Hinsicht, Dank Lucke und seiner AfD u. anderen "Gscheidles" man dagegen (Europa mein' ich) ist, sieht alles leicht schizophren aus.

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