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Aluminiumkonzern Alcoa profitiert von US-Strafzöllen und Sanktionen

Der Aluminiumkonzern Alcoa ist der Gewinner der Handelspolitik von Donald Trump. Die Prognosen wurden deutlich nach oben korrigiert, die Aktie kletterte auf ihr Jahreshoch.
19.04.2018 - 05:00 Uhr Kommentieren
Der US-Aluminiumriese glänzte an der New Yorker Wall Street mit guten Quartalszahlen. Quelle: AP
Alcoa

Der US-Aluminiumriese glänzte an der New Yorker Wall Street mit guten Quartalszahlen.

(Foto: AP)

San Francisco Während des regulären Aktienhandels am Mittwoch ging es schon mit dem Kurs des Aluminium-Konzerns Alcoa vier Prozent nach oben. Im nachbörslichen Handel kannte die Euphorie dann kaum noch Grenzen. Die Aktie kletterte zeitweise um knapp fünf Prozent auf ein neues Jahreshoch von über 60 Dollar.

Nicht nur die vorgelegten Zahlen für das abgelaufene erste Quartal überzeugten. Vor allem die Prognosen kamen gut an. Der bereinigte Gewinn (Ebitda) für 2018 werde jetzt bei 3,5 bis 3,7 Milliarden Dollar erwartet. Vor vier Monaten lagen die Unternehmensprognosen noch bei 2,6 bis 2,8 Milliarden Dollar.

Der frappierende Anstieg ist auf die Handelspolitik des US-Präsidenten zurückzuführen. Weil er und die Volksrepublik China in einem permanenten Streit um Strafzölle unter anderem auf Aluminiumerzeugnisse verkeilt sind, geht das Angebot stark zurück.

Alcoa selbst hatte vor wenigen Monaten noch ein globales Aluminium-Defizit von 300.000 bis 600.000 Tonnen vorhergesagt, jetzt sind es zwischen 600.000 und einer Million Tonnen. Auch Aluminiumoxid wird knapper. Statt eines ausgeglichenen Marktes wird auch bei diesem Produkt mit einem Fehlbestand von bis zu einer Million Tonnen gerechnet. Der unausweichliche Effekt: steigende Preise.

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    Im vergangenen Monat hat US-Präsident Donald Trump Aluminium aus China mit einem Strafzoll von zehn Prozent belegt. Andere Produktionsländer wie Kanada wurden ausgenommen. Dazu kommen noch die jüngsten Sanktionen gegen Russlands Aluminium-Riesen Rusal. Amerikanern ist es grundsätzlich untersagt, an den Konzern zu liefern oder von diesem zu kaufen. Internationale Unternehmen riskieren Strafen, wenn sie es tun.

    Rusal ist ein wichtiges Bindeglied zwischen der Bauxitförderung (Aluminiumerz) und der Fertigung. Der Wegfall eines der größten Anbieters von Halbfertigwaren in diesem Markt sorgt bereits für chaotische Zustände.

    Produzenten wie Alcoa und Minengesellschaften wie Rio Tinto sollten eigentlich überproportional von einer steigenden Weltmarktnachfrage und höheren Preisen dank Strafzöllen sowie Sanktionen profitieren. Aber im täglichen Geschäft sind sie jetzt auf der Jagd nach teuren Zwischenprodukten, um ihre Schmelzöfen am Laufen zu halten oder Abnehmer für ihr Bauxit zu finden, weil Rusal wegfällt.

    So optimistisch sich Alcoa auch gibt, es wird trotzdem vor der gegenwärtigen Unsicherheit gewarnt. Sollten sich China und die USA im Handelsstreit einigen und die Aluminium-Sanktionen entfallen, könnte das Bild schnell wieder anders aussehen.

    Ein wenig lässt das erste Quartal die vertrackte Situation schon erahnen: Der Umsatz sank trotz der positiven Entwicklung mit 3,1 Milliarden Dollar um drei Prozent, was mit geringeren Aluminium-Lieferungen begründet wurde. Höhere Auslieferungen von Rohmaterial zu steigende Preisen hätten das nur teilweise ausgleichen können.

    Der Umsatzrückgang ließ die Aktionäre aber weitgehend kalt. Im Aktionärsbrief versprach Alcoa die Effekte aus höheren Preisen und besserer Konjunktur konsequent „ins Ergebnis durchzureichen“. Der Nettogewinn für Alcoa lag im ersten Quartal bei 145 Millionen Dollar.

    Und während für viele Produkte – von der Limonadendose bis zum Auto – anziehende Preise drohen, geht die Wall Street erst einmal davon aus, dass bei Alcoa die positiven Effekte siegen werden. Für Coca-Cola oder General Motors könnte es in den kommenden Woche anders aussehen.

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