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Analyse Aufsteiger Airbus: Der Flugzeugbauer ist auf dem Weg zur Nummer eins

Bei ausgelasteter Produktion hat der Konzern den Gewinn verdoppelt. Nun investiert Airbus in neue Kapazitäten. Davon könnte das Hamburger Werk profitieren.
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Airbus hat zuletzt fast alles richtig gemacht. Quelle: Reuters
Guillaume Faury

Airbus hat zuletzt fast alles richtig gemacht.

(Foto: Reuters)

Paris Die anhaltend starke Nachfrage nach neuen Flugzeugen beschert Airbus ein ausgezeichnetes erstes Halbjahr: Das Betriebsergebnis (Ebit) hat der Flugzeugbauer verdoppelt, den Gewinn verfünffacht.

Die Aussichten für den weiteren Verlauf das Jahres bleiben so gut, dass CEO Guillaume Faury und der neue Finanzchef Dominik Asam sich irritierte Fragen anhören mussten: „Für das gesamte Jahr rechnen Sie laut Ihrem Ausblick nur mit einer Steigerung des Ebit um 15 Prozent. Kommen da Probleme auf Sie zu, die ich nicht sehe?“, wollte ein Analyst am Mittwoch wissen.

Keine versteckten Probleme, aber: „Wir bleiben vorsichtig, denn die Steigerung der Auslieferungsraten bleibt eine Herausforderung“, sagte Asam. Und Faury wurde sehr deutlich bei einer Gefahr, die Airbus seit Monaten umtreibt: drohende Strafzölle der USA. Die könnten sowohl die Lieferungen als auch die finanziellen Ergebnisse beeinträchtigen, warnte er in der Telefonkonferenz.

Unternehmenskreise haben schon früher darauf hingewiesen, dass Abnehmer in den USA einen Ausgleich für steigende Preise verlangen würden, die durch Zölle entstehen – auch wenn vertraglich das Wagnis bei ihnen liegt. „Ob, wann, wie“ das Risiko zur Wirklichkeit wird, sei allerdings noch offen und die Wirkung deshalb nicht zu beziffern, erklärte Faury.

Die Querelen bremsen womöglich die Wirkung der deutlich über dem Konsens liegenden, hervorragenden Halbjahreszahlen auf den Börsenkurs. Die Aktie legte bis zum Mittag um 0,4 Prozent zu.

Dabei ist die Meinung der Analysten einhellig positiv. Sie reicht von „sehr robustes zweites Quartal“ bei JP Morgan bis zu „Kurz gesagt: sehr starke Zahlen“, so Analyst Chris Hallam von Goldman Sachs. David Perry von JP Morgan sieht ein Kursziel von 163 Euro – das sind 27 Euro mehr als der aktuelle Wert.

Boeing-Krise verschafft Rückenwind

Voll konzentrieren muss sich Airbus dennoch auf das Positivszenario. Die Kunden können neue Flieger gar nicht schnell genug in Empfang nehmen. Dazu trägt indirekt auch die Krise beim Rivalen Boeing bei. Der hatte vor ein paar Tagen einen Milliardenverlust gemeldet.

Weil sein wichtigstes Modell, die 737 Max, nach zwei Abstürzen und offensichtlichen Fehlern in der Flugsteuerungssoftware noch immer nicht abheben darf, leiden Lieferungen und Resultate. Noch ist offen, wann die Aufsichtsbehörden die Max wieder an den Start gehen lassen.

Das zieht einen Rattenschwanz an Konsequenzen nach sich: Es kommt weniger Geld in die Kasse, und die Kunden lassen sich die Negativeffekte der Lieferverzögerungen von Boeing bezahlen.
Dabei bleibt es nicht. Die Opfer der beiden Flugzeugabstürze müssen entschädigt werden, dafür hat Boeing einen dreistelligen Millionenbetrag vorgesehen.

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Und es geht noch weiter: Weil nicht absehbar ist, wie teuer die Max-Krise wird, scheut das Management vor der Entscheidung über ein neues Modell im mittleren Flugsegment zurück. Das kommt nun Airbus zugute. Mit den Langstreckenversionen A321 LR und XLR haben die Europäer den Typ, den die Fluggesellschaften suchen.

Allerdings ist das in Toulouse ansässige Unternehmen weit davon entfernt, übermütig zu werden. Boeing ist bei den Großflugzeugen noch führend. Sein „Dreamliner“ und die überarbeitete 777 erfreuen sich großer Beliebtheit bei den Airlines.

In einer Randbemerkung machte Faury am Mittwoch deutlich, dass Boeing seine Flieger mit allen Mitteln in den Markt dränge: Die Amerikaner führten eine Politik, die auf Absatzmaximierung ziele. Airbus sei überzeugt davon, das bessere Produkt zu haben, aber: „Wenn es Preisdruck gibt, weil der Wettbewerber einen Mengen-Approach hat, dann definiert das die Marktbedingungen.“

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