Analyse zu Zetsches Ergebnissen Das Phänomen Daimler

Daimler verkauft so viele Autos wie noch nie. Dieter Zetsche hat den Konzern zurück in die Spitze geführt, weil er die Kosten im Griff hat. Gute Modelle sind der Schlüssel, Daimler könnte zum Treiber der Branche werden.
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Zetsche: “Daimler schießt aus allen Rohren“

Das sind starke Zahlen, die Daimler am Mittwochmorgen vorgelegt hat: Noch nie hat der Konzern so viele Autos und Lastwagen verkauft wie im ersten Halbjahr. Und anders als in den vergangenen Boomphasen steigt die Rendite noch schneller als der Umsatz.

Das zeigt: Die Stuttgarter haben nicht nur gute Modelle im Angebot. Sie haben auch die Kosten im Griff. Erstmals liegt die Rendite im Autogeschäft wieder über zehn Prozent, das ist ein Meilenstein.

Markus Fasse ist Redakteur im Ressort Unternehmen & Märkte Quelle: privat
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Markus Fasse ist Redakteur im Ressort Unternehmen & Märkte

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Natürlich helfen Mercedes auch günstige Umstände. Der Ölpreis ist niedrig, die Konjunktur brummt in den USA und sogar wieder in Europa. Die S-Klasse, das Flaggschiff der Marke, ist neu eingeführt und sorgt für satte Gewinne.

Zudem hat Mercedes 2015 zum Jahr des Geländewagen erklärt und präsentiert vier neue Modelle. Das ist gut für die Rendite, Offroader bringen mehr als vergleichbare Limousinen. Ob Mercedes damit die Klimaziele in der Europäischen Union erreichen kann, muss sich noch zeigen.

Das gute Ergebnis ist eine Genugtuung für die Dieter Zetsche. Der Daimler-Chef hat lange darum gekämpft, das Unternehmen wieder auf Augenhöhe mit Audi und BMW zu bringen. Dabei helfen Produktentscheidungen, die in den Jahren der Krise entschlossener ausfielen als bei der Konkurrenz.

Ein Beispiel ist die neue A-Klasse, die im Kompaktsegment die Rivalen alt aussehen lässt. Und anders als BMW und Audi scheinen die Schwaben in China nicht zu straucheln. Dort verkauft Mercedes zwar insgesamt noch weniger, hat dafür aber die frischeren Modelle.

Zetsche hat versprochen, nachhaltig gute Ergebnisse zu liefern. Mercedes muss wie der Rest der Branche in den kommenden Jahren noch sehr viel Geld in alternative Antriebe und die Vernetzung seiner Produkte stecken. Angesichts des radikalen Wandels der Branche wird das ein Kraftakt. Anders als vor einigen Jahren hat man jetzt aber das Gefühl, dass Daimler ein Treiber der Entwicklung sein kann.

So hat Mercedes die A-Klasse renoviert
Auf die Straße kommt die überarbeitete A-Klasse Ende September.
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„Modellpflege“ nennen die Stuttgarter das, was bei anderen „Facelift“ heißt. Im Klartext: Rund drei Jahre nach Erscheinen wird ein Modell aktualisiert und mit neuester Technik versehen. Äußerlich ändert sich meist nur wenig, damit die bisherigen Käufer nicht plötzlich in einem „alten“ Auto unterwegs sind. Diesmal ist die 2012 vorgestellte A-Klasse an der Reihe. Dabei setzt der jetzt 280 kW/381 PS starke AMG A 45 4matic eine neue Leistungsbestmarke für Kompaktsportler. Viel wichtiger aber: Bei den normalen Modellen nutzten die Ingenieure die Chance, ein viel beklagtes Manko der aktuellen Serie auszumerzen.

Aufgegangen ist vor allem der Plan, die Kundschaft zu verjüngen
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Der kleinste Mercedes machte den Buchhaltern in der schwäbischen Zentrale bisher viel Freude. Die kompakten Fronttriebler - neben der A-Klasse auch das SUV GLA und die Coupé-Limousine CLA - boomen und tragen dazu bei, dass die Edelmarke jeden Monat Verkaufsrekorde melden kann. Aufgegangen ist vor allem der Plan, die Kundschaft zu verjüngen. „Die Käufer der neuen A-Klasse sind im Schnitt 13 Jahre jünger als vorher“, weiß Produktmanager Claudius Steinhoff zu berichten. Was wiederum bedeutet, dass die Schwelle von 50 Jahren Lebensalter unterschritten wurde. Zudem seien es neue Menschen, die sich erstmals einen Mercedes gönnen: „Zwei von drei Käufern kommen von anderen Marken“. Dennoch startet jetzt die „gemopfte“ A-Klasse, wie die erwähnte Modellpflege im Daimler-Jargon heißt ...

Unsichtbar ist die wohl wichtigste Neuerung des Mercedes-Mini, mit der auf Klagen mancher Kunden reagiert wird.
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Hinter vorgehaltener Hand räumen Daimler-Ingenieure inzwischen ein, dass das Serienfahrwerk wohl allzu zu sportlich geraten war. Denn die meisten Kunden sind nun mal in ganz normaler Gangart unterwegs, nutzen ihren Mercedes eher selten zum Twisten um enge Landstraßen-Biegungen. Die straffe Härte der A-Klasse irritierte wohl die Mehrheit ihrer Fahrer. „Jetzt kann jeder per Knopfdruck entscheiden, wie er unterwegs sein will“, erklärt Jörg Bremkamp, der mit der Entwicklung von Federung und Dämpfung befasst ist.

Auf Wunsch leuchtet es im Cockpit in frechem Grün
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„Dynamic Select“ nennt Mercedes das jetzt eingeführte System, das das Fahrverhalten der A-Klasse in Bruchteilen von Sekunden verändert. Je nach Laune des Fahrers benimmt sich der Mercedes wohlig komfortabel, dynamisch straff oder besonders spritsparend. Wenn dann noch die elektronische Dämpferverstellung mit an Bord ist, kann die A-Klasse vielfach angepasst werden.

Entwickelt wurde das neue Fahrwerk auch mit Hilfe des eigenen Fahrsimulators, in dem Testfahrten auf verschiedenen Strecken ohne echtes Auto nachempfunden werden können. Der erste Eindruck vom neuen Fahrverhalten, den Mercedes auf eben diesem Simulator ermöglichte, konnte schon mal überzeugen und macht neugierig auf die Fahrt in der richtigen A-Klasse.

Das Schmuckstück unter dem Buchstaben „A“ bleibt natürlich der Allradler aus der Sportabteilung von AMG
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Der auch äußerlich erkennbare Ballermann mit dem langen Namen Mercedes AMG A 45 4matic ist mit seinem Zweiliter-Turbo und 280 kW/381 PS der derzeit Stärkste seiner Klasse und dieser Motorgröße. Erst der 2017 erscheinende Volvo S 60 mit 450 PS wird ihn dann wieder die Krone rauben. Wenn bis dahin nicht auch AMG weiter an der PS-Schraube drehen wird. Der Preis (derzeit 50.160 Euro) soll nur dezent „angepasst“ werden. Ähnliches gilt für die anderen Modelle. Auf die Straße kommt die A-Klasse Ende September.

Gut erkennbar von außen
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Der Ballermann mit dem langen Namen Mercedes AMG A 45 4matic ist mit seinem Zweiliter-Turbo und 280 kW/381 PS der derzeit Stärkste seiner Klasse und dieser Motorgröße.

Der künftige A 160
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Die Neuheiten unter der Motorhaube: Der künftige A 160 mit 75 kW/102 PS markiert jetzt den Einstieg in die A-Klasse, wird sich preislich wohl um die 20.000 Euro bewegen. Sparmeister mit Stern ist der A 180d (80 kW/109 PS), der mit 3,5 Litern Normverbrauch auf 100 Kilometer auskommen soll. Stärker wurden der A 220d (130 kW/177 PS), der um sieben PS zulegte.

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Leider geht die kurzfristige Kostenfokussierung zu Lasten der Qualität der Fahrzeuge von Mercedes-Benz, da sollte Herr Dr. Zetsche mal nicht dem Opel-Vorbild folgen, um kurzfristig Erfolge zu generieren.

  • Ich bin nach wie vor kein Freund vom Stern. Aber die Synergien mit Aston Martin bei AMG in der Motorenentwicklung bringen vielleicht auch in Sindelfingen mal einen schönen brachialen V12-Sound für ein Supersportler hin.

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