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Analysten erwarten Angebotserhöhung Eon bei Endesa fast am Ziel

Im Übernahmekampf um den spanischen Versorger Endesa ist der Düsseldorfer Energiekonzern E.ON den einzigen Konkurrenten los. Der spanische Rivale Gas Natural teilte am Donnerstagabend nach einer Verwaltungsratssitzung mit, er ziehe sich aus dem Bieterverfahren zurück. Der Schritt kommt nicht überraschend, da Gas Natural finanziell nicht mit Eon mithalten konnte. Er hat allerdings Auswirkungen auf die weitere Taktik des deutschen Konzerns, der mit dem in Lateinamerika stark vertretenen spanischen Konkurrenten in die Weltspitze der Strom- und Erdgaskonzerne vordringen will.
Illustration: Handelsblatt.com

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juf/HB MADRID/DÜSSELDORF. Gas Natural hatte bereits vor anderthalb Jahren eine Offerte für Endesa unterbreitet. Das Gebot im Volumen von rund 24 Mrd. Euro wurde zwar von der Endesa-Führung als feindlich zurück gewiesen, von der spanischen Regierung allerdings ausdrücklich unterstützt. Der Gasversorger konnte deshalb lange hoffen zum Zuge zu kommen, obwohl sich im vergangenen Frühjahr Eon einmischte und inzwischen mit 36,5 Mrd. Euro deutlich mehr bietet. Die Regierung blockierte zunächst die kartellrechtliche Freigabe, Gas Natural setzte auf eine juristische Verzögerung. Nachdem aber inzwischen alle Hürden aus dem Weg geräumt wurden, musste Gas Natural Farbe bekennen.

Die Kontrahenten hätten bis zum späten Freitagnachmittag bei der Börsenaufsicht CNMV in einem verschlossenen Umschlag ein letztes, verbindliches Gebot einreichen müssen. Dieses Verfahren ist nun hinfällig. Vermutlich wird Eon aber dennoch schon am Freitag ein neues Gebot abgeben. Der Konzern muss auf jeden Fall nachlegen, weil der Börsenaufsicht bislang lediglich die ursprüngliche Offerte über rund 25 Euro je Aktie vorliegt. Eon hat zwar bereits angekündigt, die Offerte auf mindestens 34,50 Euro je Aktie aufzustocken, konnte dies bislang aber formell noch nicht machen.

Analysten rechnen sogar damit, dass Eon noch höher geht, um den Widerstand der Aktionäre und des Endesa-Managements zu brechen. Schließlich dürfte es für Eon schwer werden, die nötige Mehrheit zu bekommen, da der mit über 20 Prozent inzwischen größte Endesa-Aktionär, der Mischkonzerns Acciona, Stimmung gegen den deutschen Konzern macht. Allerdings hatte sich Acciona in der vergangenen Woche bereit erklärt, seinen Anteil an die Deutschen abgeben zu wollen, falls dieser die Kontrolle über Endesa erlange. Damit war Acciona von seiner Position abgerückt, die Unabhängigkeit von Endesa verteidigen zu wollen. Zudem hat die Endesa-Aktie sich in den vergangenen Wochen zwischen 38 und 39 Euro eingependelt.

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