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Angestrebter Börsengang IG Metall pocht auf Conti-Mehrheit bei Antriebstochter

Die IG Metall will unbedingt, dass Contis Antriebs-Tochter bei einem Börsengang im Konzern bleibt – denn an der Sparte hängen zigtausende Jobs.
20.07.2018 - 14:12 Uhr Kommentieren
In der Sparte wird die gesamte Antriebstechnik von Verbrennungs- über Hybrid-Motoren bis hin zu Elektroantrieben gebündelt. Quelle: Bloomberg
Powertrain

In der Sparte wird die gesamte Antriebstechnik von Verbrennungs- über Hybrid-Motoren bis hin zu Elektroantrieben gebündelt.

(Foto: Bloomberg)

Frankfurt Beim angestrebten Börsengang der Antriebs-Tochter des Autozulieferers Continental besteht die IG Metall auf einen dauerhaften Verbleib der Sparte im Konzern.

„Ich begrüße die öffentliche Äußerung des Vorstands, die Mehrheit an einem möglichen börsennotierten Unternehmen behalten zu wollen“, sagte die Vizechefin der Gewerkschaft und stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende von Continental, Christiane Benner. „Die IG Metall wird den Vorstand an dieser Aussage messen.“

Continental hatte am Mittwoch den größten Umbau der Firmengeschichte angekündigt, wobei das Unternehmen in eine Holding und drei eigenständige Bereiche aufgeteilt wird.

Einer davon, „Powertrain“, in dem die gesamte Antriebstechnik von Verbrennungs- über Hybrid-Motoren bis hin zu Elektroantrieben gebündelt wird, soll bei Zustimmung des Aufsichtsrats Mitte nächsten Jahres an die Börse gebracht werden. Conti-Chef Elmar Degenhart hatte betont, der Konzern werde aber die Kontrolle behalten.

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    Am Donnerstag soll der Aufsichtsrat des zweitgrößten deutschen Autozulieferers über den Vorschlag des Vorstands entscheiden. Benner signalisierte das Einverständnis der Arbeitnehmerseite. Schließlich hatte Conti schon im Frühjahr einen Pakt mit Betriebsrat und Gewerkschaft geschlossen, der im Falle einer Aufspaltung und Börsengängen den Mitarbeitern eine fünf Jahre lange Beschäftigungsgarantie sichert.

    „Die im April vereinbarte Beschäftigungssicherung ist eine gute Grundlage für die Zukunft“, ergänzte Benner. Für die Beschäftigten sei die Zusicherung des Vorstandes entscheidend, alle Konzernbereiche langfristig begleiten zu wollen.

    Mit dem Umbau will sich Conti für den tiefgreifenden Wandel in der Autoindustrie wappnen: Die einzelnen Sparten sollen flexibler agieren können, durch den Börsengang soll mehr Kapital für Milliardeninvestitionen mobilisiert werden.

    Für die Arbeitnehmer ist vor allem der Umschwung von der Verbrennungsmotortechnik hin zu Elektroautos kritisch, denn für die viel komplexeren Diesel- oder Benzinfahrzeuge werden auch viel mehr Beschäftigte gebraucht als für den Antrieb mit Batterien oder Brennstoffzellen.

    Arbeitnehmer sollen deshalb rechtzeitig umgeschult werden, bis Verbrennungsmotoren allmählich vom Markt verschwinden. Damit wird in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren gerechnet. 30.000 der weltweit gut 235.000 Conti-Beschäftigten arbeiten in der Verbrennungstechnik.

    Powertrain insgesamt hat 40.000 Mitarbeiter. Benner mahnte, dass die vom Verbrenner abhängigen Jobs bei Continental nicht unter die Räder kommen dürfen. "Ich erwarte, dass der Vorstand die Verantwortung für die Beschäftigten in allen Geschäftsbereichen übernimmt", erklärte die Arbeitnehmervertreterin.

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    • rtr
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