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Angst um deutsche Autoindustrie Merkel will weniger Datenschutz

Ein überzogener Datenschutz schadet nach Einschätzung von Kanzlerin Angela Merkel der Zukunft der Autoindustrie. Die massenhafte Ausbeutung von Nutzerdaten könnte dagegen Arbeitsplätze retten.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht am 16.10.2015 in Hamburg beim Deutschlandtag der Jungen Union: Zu viel Datenschutz schadet nur. Quelle: dpa
Deutschlandtag der Jungen Union

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht am 16.10.2015 in Hamburg beim Deutschlandtag der Jungen Union: Zu viel Datenschutz schadet nur.

(Foto: dpa)

BerlinWenn Deutschland im Umgang mit Daten nur auf Datenschutz setzt, werde die Autoindustrie den Wettbewerb um neue Zukunftstechnologien verlieren, warnte Merkel am Freitag in Hamburg auf dem Deutschlandtag der Jungen Union. Derzeit werde entschieden, ob Europa in der Autoindustrie künftig noch an der Spitze mitspielen könne.

Entweder setzten sich im Wettbewerb diejenigen durch, die über alle Daten der Besitzer oder Mieter von Autos verfügten. Oder aber der deutschen Industrie gelinge es, sowohl die besten Autos zu bauen als auch die besten digitalen Komponenten zu entwickeln. Hintergrund ist, dass amerikanische IT-Konzerne wie Google derzeit ins Autogeschäft drängen und selbst autonom fahrende Fahrzeuge entwickeln. Dazu entstehen neue Geschäftsmodelle, die auf der massenhaften Auswertung von digitalen Nutzerdaten basieren.

Nötig sei dafür ein anderes Verhältnis zur Nutzung von Daten, die der Rohstoff der Zukunft seien, forderte Merkel. "Wer nur auf den Schutzgedanken setzt, der wird das, was 'datamining' heißt, nicht schaffen können", sagte sie. Der Wegfall alter Jobs durch die Digitalisierung könne nur wettgemacht werden, wenn die Industrie "bei der Datenverarbeitung genau so gut ist wie bei der Verarbeitung von klassischen Werkstoffen", sagte die CDU-Vorsitzende. Abschottung wäre dabei ganz falsch.

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