Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Angst vor Übernahme erleichtert Konzentration auf Kernfelder MAN beschleunigt Verkauf von Randgeschäften

Der neue MAN-Vorstandschef Hakan Samuelsson verschärft das Tempo, um den Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern gegen Übernahmen zu sichern. „Jedem ist klar, dass der Wandel zu mehr Internationalität und mehr Kapitalmarktorientierung nun beschleunigt werden muss, weil sich auch unsere Umwelt schneller ändert“, sagte der Vorstandschef in der Hauptversammlung.
  • Martin Buchenau (Handelsblatt)
Stärkere internationale Ausrichtung soll MAN erfahren.

Stärkere internationale Ausrichtung soll MAN erfahren.

HB MÜNCHEN. Mehrere Kleinaktionäre äußerten die Befürchtung, dass der Mischkonzern nach dem Ausstieg des Großaktionärs Regina ein Opfer von Finanzinvestoren werden könnte. Seit Jahren kursiert in der Finanzbranche die Auffassung, dass die Einzelteile von MAN mehr wert sind als der Konzern und dass in dem Industrie-Koloss viele stille Reserven schlummern.

Nach Samuelssons Ansicht ist ein hoher Aktienkurs der beste Schutz. Der Vorstandschef verteidigte aber die kürzlich als Heuschrecken bezeichneten Investoren. „Die Existenz der in letzter Zeit häufig kritisierten Finanzinvestoren hat für Unternehmen durchaus eine heilsame Wirkung, weil sie uns in Bewegung halten“, betonte er.

Offensichtlich verringert die Furcht vor einer Übernahme interne Widerstände im MAN-Konzern. Um das Unternehmen auf die fünf Bereiche Nutzfahrzeuge, Dieselmotoren, Druckmaschinen, Turbomaschinen und Ingenieurdienstleistung zu fokussieren, wurden in den vergangenen Wochen mehrere Randbereiche verkauft, darunter vor wenigen Tagen die Raumfahrttochter MAN Technologie.

In der Hauptversammlung gab MAN den Verkauf der Mehrheit seines Penzberger Komponentenwerks mit 700 Beschäftigten an das dortige Management bekannt. Bis Jahresende will Samuelsson auch die verbliebenen Reste des Autozulieferers SHW und MAN Wolfkran abstoßen. Als einzige nicht zu den Kernfeldern zählende Bereiche sind die profitablen Nischenanbieter Renk und MAN DWE nicht zum Verkauf vorgesehen.

Als erster Kernbereich könnten aber auch die Druckmaschinen Federn lassen, falls die defizitären Bogendruckmaschinen die in diesem Jahr angepeilte Gewinnschwelle trotz Kostensenkung nicht erreichen. „Wir beobachten die Entwicklung bei den Bogendruckmaschinen genau“, sagte Samuelsson.

Der Schwede handelt offensichtlich wesentlich schneller als sein Vorgänger Rupprecht, der den Verkauf von Randgeschäften zwar schon in die Wege geleitet hatte, sich aber mit Entscheidungen zur Trennung von Aktivitäten schwerer tat. Im Jahr 2004 hat MAN durch die Verkäufe 443 Mill. Euro Umsatz und 2200 Beschäftigte abgegeben. Dem Aktienkurs kommt der Tatendrang des neuen Chefs zugute. Seit seinem Amtsantritt stieg der Kurs um 27 Prozent auf 36 Euro.

Weiteren Rückenwind erhält der Konzern von der anhaltenden guten Auftragslage. Im April erhöhten sich die Auftragseingänge um 44 Prozent auf 1,7 Mrd. Euro. Ohne Großaufträge verbleibt immer noch ein Plus von 13 Prozent. Von Januar bis April stieg die Nachfrage um 47 Prozent auf 7,1 Mrd. Euro. Der Umsatz der ersten vier Monate lag mit 4,4 Mrd. Euro um elf Prozent über dem vergleichbaren Vorjahresumsatz.

Der anhaltende Aufwärtstrend lässt die Zuversicht des Konzernchef wachsen. „Wenn die Konjunktur sich nicht wesentlich verschlechtert, erwarten wir für MAN einen Zuwachs im Umsatz von über fünf Prozent“, sagte Samuelsson. Bislang hatte der Konzern ein Umsatzplus von genau fünf Prozent prognostiziert.

Tim Albrecht, der Vertreter des Investmentfonds DWS, bemängelte indessen, dass MAN noch weit von der Rendite des Konkurrenten Scania entfernt sei, wenn auch die angepeilten sechs Prozent erreicht würden. Um aufzuholen, will der MAN-Chef die Lohnkosten bei den Nutzfahrzeugen weiter senken.

Startseite
Serviceangebote