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Anteilserhöhung VW knackt bei MAN die nächste Marke

Volkswagen und MAN sind nun noch enger verbunden: Die Wolfsburger erhöhten ihren Anteil an dem Lkw-Bauer auf über 75 Prozent. An der Börse wurde die Aufstockung offenbar schon voller Vorfreude erwartet.
05.06.2012 Update: 05.06.2012 - 18:02 Uhr Kommentieren

Neue Chefetage verunsichert Anleger

Frankfurt/Hamburg Volkswagen treibt seine lange schleppende Allianz von MAN und Scania nun mit Hochdruck voran. Wenige Tage nach der Ernennung von Scania-Chef Leif Östling zum künftigen VW-Konzernvorstand für Nutzfahrzeuge erhöhten die Wolfsburger ihre Beteiligung an MAN von 73,76 Prozent auf 75,03 Prozent. Mit Überschreiten der Drei-Viertel-Mehrheit kann VW einen Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag mit MAN abschließen.

Volkswagen bekräftigte, man halte sich alle Optionen für die weitere Gestaltung eines integrierten Nutzfahrzeugkonzerns offen. "Das ist ein weiterer wichtiger Markstein, um auch im Nutzfahrzeuggeschäft unsere gemeinsamen Ziele im engen Schulterschluss zu erreichen", sagte VW-Chef Martin Winterkorn.

Europas größter Autobauer erhofft sich von einer engeren Zusammenarbeit der beiden Lkw-Konzerne mit der eigenen Transportersparte hohe Kostenvorteile. Zusammen sollen es MAN und Scania mit den in Europa führenden Lkw-Bauern Daimler und Volvo aufnehmen.

"Den eingeschlagenen Weg werden wir mit aller Konsequenz gehen", kündigte Konzernchef Martin Winterkorn an. Das sei wesentlich für die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit von MAN, Scania und Volkswagen. MAN werde dabei seine operative Eigenständigkeit behalten. An einen Verkauf der MAN-Motorensparte sei nicht gedacht, bekräftigte Winterkorn.

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    Analysten gehen davon aus, dass VW bei MAN stärker durchregieren will. "Ich schätze, dass VW weitgehende Durchgriffsmöglichkeiten haben will", sagte Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler. Mit Überschreiten der wichtigen Schwelle von 75 Prozent könne sich kein anderer Aktionär mehr querlegen. Frank Schwope von der NordLB rechnet damit, dass VW seinen MAN-Anteil auf bis zu 90 Prozent erhöhen wird. Von der Börse werde VW den Münchner Konzern voraussichtlich nicht nehmen. An Scania hält VW knapp 71 Prozent der Stimmrechte.

    Anleger setzten offenbar darauf, dass VW seinen MAN-Anteil weiter erhöht. Die Aktie des Münchner Lastwagenbauers legte zeitweise um fast zehn Prozent auf 85,68 Euro zu und führte die Gewinnerliste im Dax in einem schwachen Umfeld mit großem Abstand an.

    Mit der Berufung Östlings zum VW-Vorstand für Nutzfahrzeuge hatte Volkswagen am Wochenende einen umfassenden Konzernumbau eingeleitet. Östling soll den Posten am 1. September übernehmen. Für den Schweden räumt Jochem Heizmann im VW-Vorstand seinen Stuhl und übernimmt dafür das neu geschaffene China-Ressort. Der bisherige China-Chef Karl-Thomas Neumann, der zeitweise als Kronprinz von Winterkorn gehandelt wurde, verlässt Volkswagen voraussichtlich nach kaum zwei Jahren im Amt wieder.

    • rtr
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