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Antragspflicht ausgesetzt Metallverband warnt vor „tickender Zeitbombe“ bei Insolvenzen

Niedersachsenmetall-Chef Volker Schmidt warnt in einem Interview vor kaschierten Insolvenzen. Für den Corona-Kurs der Regierung hat er wenig Lob übrig.
03.04.2021 - 14:32 Uhr Kommentieren
Der Verband lehnt Testpflichten für Unternehmen ab. Quelle: AP
Metallarbeiter

Der Verband lehnt Testpflichten für Unternehmen ab.

(Foto: AP)

Osnabrück Der Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbands Niedersachsenmetall, Volker Schmidt, warnt in der Coronakrise vor stark steigenden Insolvenzzahlen. „Dass die Bundesregierung mit Tunnelblick das wachsende Insolvenzrisiko vieler Betriebe offenkundig ausklammert, bereitet mir mittlerweile große Sorge“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag).

„Durch die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht wird das Problem im Grunde genommen nur kaschiert. Faktisch tickt hier eine Zeitbombe, und das Risiko, dass sie hochgeht, wird von Tag zu Tag größer.“

Schmidt zeigte sich grundsätzlich unzufrieden mit dem Corona-Kurs der Bundesregierung und hat beispielsweise kein Verständnis für die Androhung einer Testpflicht für Unternehmen.

„Es ist schon bemerkenswert, wie die Bundeskanzlerin die umfangreichen Maßnahmen ignoriert, die die Unternehmen selbst und zu hohen Kosten ergreifen. Ich denke, die CDU/CSU muss höllisch aufpassen, dass der Keil zwischen Bundesregierung und Wirtschaft durch Forderungen wie eine Testpflicht nicht noch größer wird als er ohnehin schon ist.“

Die in Niedersachsen vorgesehenen kommunalen Modellprojekte, um der Pandemie zu begegnen, sind laut Schmidt der richtige Weg. „Das ist ein mutiges Unterfangen, aber es wird extrem wichtige Hinweise darauf geben, wie eine umsichtige Lockerungsstrategie aussehen kann“, zitiert ihn die Zeitung. „Wenn Frau Merkel diesen Modellprojekten jetzt einen Riegel vorschieben will, wäre das bedauerlich, würde aber zum planlosen Agieren der Bundeskanzlerin passen.“

Mehr: Die Kanzlerin hat recht: Eine Testpflicht für Unternehmen muss her

  • dpa
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