Antrieb der Zukunft EADS und Co. planen Elektrojets

EADS, Diamond Aircraft und Siemens haben eine Kooperation beschlossen, um elektrische Flugzeugantriebe voranzutreiben. Doch bis zum ersten reinen Elektrojet ist es noch ein langer Weg.
Update: 18.06.2013 - 13:50 Uhr 7 Kommentare
Ein Modell eines EADS-Passagierflugzeugs mit Elektromotor, genannt „Voltair“. Quelle: dapd

Ein Modell eines EADS-Passagierflugzeugs mit Elektromotor, genannt „Voltair“.

(Foto: dapd)

MünchenDie Flugzeugbauer EADS und Diamond Aircraft wollen zusammen mit Siemens elektrische Jet-Antriebe entwickeln. Die drei Unternehmen schlossen auf der Luftfahrtmesse in Le Bourget eine entsprechende Vereinbarung, wie sie am Dienstag mitteilten. „Heute elektrifizieren wir die Luftfahrt und begeben uns auf die Reise zu den Antrieben der Zukunft. Elektroflugzeuge sind ein zentrales Element unserer Forschung für die Zukunft der Luftfahrt“, sagte EADS-Cef Tom Enders.

„Erst in den nächsten Jahrzehnten werden wir erfahren, wohin der Weg uns führt, welche Gestalt und Form der Elektroantrieb annehmen wird. Aber wir wissen, dass wir bei der Erprobung von Alternativen zu fossilen Treibstoffen keine Zeit verlieren dürfen.“

Ziel der Partnerschaft sei die Einführung von hybriden Antriebssystemen sowohl für Hubschrauber also auch für Großflugzeuge, hieß es.

Siemens hatte für ein Propellerflugzeug von Diamond Aircraft eine Hybrid-Maschine entwickelt, die aus einem elektrischen Antriebsteil und einem Elektrogenerator besteht, der von einem kleinen Kraftstoffmotor angetrieben wird. Dabei handelt es sich um einen sogenannten seriellen Hybrid-Antrieb, bei dem der Propeller nicht direkt mit dem Kraftstoffmotor verbunden ist, sondern nur mit dem Generator.

Mit dieser Antriebsart sei die Konstruktion von Flugzeugen möglich, "die völlig andere Eigenschaften als heutige Maschinen" hätten, erklärte Diamond-Aircraft-Inhaber Christian Dries. Treibstoffverbrauch und Abgasemissionen könnten um ein Viertel gesenkt werden. Auch der Lärm werde drastisch reduziert. Hohe Reisegeschwindigkeiten könnten schneller erreicht werden, und auch Senkrechtstarts würden einfacher.

Die ersten Zulassungen für Luftfahrzeuge mit reinem Elektroantrieb und mit Hybridantrieb soll in nächsten drei bis fünf Jahren erreicht werden.

  • rtr
  • afp
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7 Kommentare zu "Antrieb der Zukunft: EADS und Co. planen Elektrojets"

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  • Wäre da nicht seine Flotte (und daß sie Flüge nach "Kopenhagen" anbieten, die dann in Schweden landen), wäre er mein Held!

    Aber ein bißchen ist er's schon ... .

  • Hm, mache ich auch, nennt sich Senkrechtstarter :-)

  • Da fallen mir spontan die Fangnetze auf den Flugzeugträgern ein.

    Fängt man den Jumbo im Flug, kann er danach auf einem weichen Luftkissen aufsetzen!

    Oh Mann, was sind wir heute wieder gut!

    Spaß beiseite: Da wir im Hintergrund auch am Projekt einer radikalen Gymnasialreform arbeiten, habe ich vor kurzem einmal die Stundentafeln des bayerischen Gymnsaiums aufaddiert. Im "technisch-naturwissenschaftlichen" Zweig komme ich da einschließlich der vorausgehenden vierjährigen Grundschule auf:

    Religion: 988 Stunden
    Handarbeit/Werken/Kunst/Musik: 1330 Stunden.

    Das spricht für umfassende Bildung.

    "Echte Physik" gibt es - falls der Schüler nicht die Vertiefung in der Oberstufe wählt, gerade einmal 228 Stunden, und Wirtschaft und Recht (zwei zusammengemanschte Fachgebiete mit völlig unterschiedlichen Denkansätzen) lediglich 152. Wenn man sich diese Zahlen vor Augen führt, wird schnell klar, warum eigentlich das Deutsche Volk zur billigen Beute für alle Arten esoterischer Spinnerei geworden ist, und warum es möglich wurde, unser Erfolgsmodell Marktwirtschaft in subtilen Schritten gegen eine DDR-ähnliche Planwirtschaft auszutauschen. "Eine Million Elektroautos bis 2020" - so das "ambitionierte Ziel" der Kanzlerin.

    Mein Gegenentwurf lautet: Ein Elektroauto für Merkel - und dann raus mit ihr aus dem Amt.



  • Ich stimme meinen Vorkommentatoren voll zu. Der Grund ist wahrscheinlich, dass die Journalisten Geisteswissenschaftliche Berufe studiert haben und der Technik sehr fremd sind. Das mag übrigens auch der Grund für die sehr abwegigen Artikel zum Thema "Erneuerbare Energie", Kernenergie, Fracking und dergleichen sein.

    Ein Elektroflugzeug erfordert eine Stromquelle. Heutige Flugzeuge profitieren von der hohen Energiedichte fossiler Brennstoffe. Die Energiedichte von Batterien ist um ganz grob den Faktor 50 niedriger und damit ungeeignet.

    Realistisch erscheint in den kommenden Jahrzehnten als Alternative zum Kerosin synthetisch aus Erdgas erzeugtes Kerosin.

    Vandale

  • Sie hätten eher O Leary von Ryan Air benennen sollen. Dieser hat den Klimaschwindel als solchen benannt und den "Klimaforschern" empfohlen arbeiten zu gehen, oder fliegt dieser Boeing?

    Vandale

  • @klaus ermecke
    "Wir müssen lernen, die Spinner wieder "Spinner" zu nennen. Und in Sachen Energie im weitesten Sinne zwingt die Politik die Wirtschaft zur Unterwerfung unter die Spinnerei. "

    Völlig richtig, aber die Spinnerei ist auch in der "Forschung" weit verbreitet.

    Mein Lieblingsprojekt in der Richtung ist "GROLAS" (Ground-based Landing Gear System) welches erforscht wie Flugzeuge ohne Landing Gear starten und landen können.

    Braucht halt nur in jedem Flughafen dieser Welt ein Schlittensystem welches das Fahrwerk ersetzt. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit dafür?

  • Wir müssen lernen, die Spinner wieder "Spinner" zu nennen. Und in Sachen Energie im weitesten Sinne zwingt die Politik die Wirtschaft zur Unterwerfung unter die Spinnerei.

    Hier ist es die "Elektromobilität", ein Hype, der aus einer Reihe von ideologischen Motiven geschürt wird. Die völlige Unbrauchbarkeit des Versuchs, chemische Kraftstoffe durch Akkus aller Art mit einer wesentlich geringeren Energiedichte abzulösen, sieht man bereits bei den Autos, deren elektrische Varianten schwer und teuer sind und einen Fahrbereich bieten, der unter realistischen Bedingungen unter 100 km liegt. Sind die Akkus leergefahren, bedarf es einer vielstündigen Ladephase.

    Fluglinien und Hersteller verwenden viel Geld für Forschung und Tests, wie die Turn-Around-Zeiten am Boden vielleicht noch hier und da um die eine oder andere Minute verkürzt werden können - davon hängt die Zahl der täglich zu fliegenden Umläufe ab und damit die Profitabilität. Ich frage mich, ob Tom Enders seinem Billigfliegerkunden EasyJet, der gerade einen netten Auftrag angekündigt hat, empfehlen will, seine Flieger in einigen Jahren nach jeder Landung zwei Tage am Boden stehen zu lassen, um irgendwelche Akkus zu regenerieren. Oder will man Brennstoffzellen mit einem Fluid betanken? Dann sollte man allerdings den Kraftstoff lieber direkt verwenden - ohne die ideologiegetriebene Stufe "Elektro". Denn zusätzliche Energieumwandlungen verderben nur den Wirkungsgrad.

    Airbus weiß das natürlich, und EADS weiß es auch. Warum also jetzt die Verbeugung vor der wie besoffen wirkenden Berliner Elektro-Euphorie? Will EADS die Drohne reanimieren, die ausstehenden Anschlußaufträge für Eurofighter und A400M absichern, den blockierten (und nebenbei von der Liquiditätslage her völlig überflüssigen) A350-Entwicklungskredit loseisen? Oder hat man Angst vor immer neuen Kapriolen des aus Brüssel und Berlin getriebenen CO2-Klimawahns?

    Tom Enders weiß es. Da ich nebenbei auch Aktionär bin, werde ich ihn also fragen.

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