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Anwalt Jan Bauer „Bayer hat unterschätzt, wie polarisiert die Debatte um Monsanto ist“

Der Anwalt für Corporate-Governance-Fragen glaubt, dass Bayer beim Kauf von Monsanto firmenkulturelle Aspekte massiv unterschätzt hat.
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Der Anwalt glaubt, dass Bayer die Debatte selbst bestimmen will. Quelle: Skadden
Jan Bauer

Der Anwalt glaubt, dass Bayer die Debatte selbst bestimmen will.

(Foto: Skadden)

Jan Bauer ist Anwalt für M&A und Corporate Governance. Er erläutert das Dilemma, in dem Bayer derzeit steckt.

Herr Bauer, Bayer hat sich für die Stakeholder-Mapping- Listen Monsantos entschuldigt, noch bevor deren Inhalt untersucht ist. War dies nötig?
Bayer hat sich im Übernahmeprozess von Monsanto früh entschieden, auch die Öffentlichkeit von den positiven Auswirkungen des Deals zu überzeugen. Der Konzern vermittelte das Gefühlt: Wir sind die Guten und bringen die Akquisition trotz aller bekannter Herausforderungen zu einem erfolgreichen Ende. Dies engt nun die Handlungsposition ein, will man nicht im Widerspruch zu eigenen Aussagen stehen.

Also die richtige Strategie?
Zumindest eine konsistente. Weil nicht klar ist, was noch ans Tageslicht kommt, wäre es gefährlich, nicht glaubhaft zu vermitteln, dass man allen Hinweisen nachgehe. Das hat Bayer geschafft. Es ist ein klares Signal für den Versuch, die Debatte zu bestimmen und sich nicht von der Öffentlichkeit treiben zu lassen, wie es bisweilen in vergleichbaren Fällen geschah. Überraschend war aber, dass sich Bayer so schnell öffentlich entschuldigt hat.

Wo sehen Sie die Probleme?
Es ist möglich, dass hinter den Listen weniger steckt als erwartet. Zudem ist durch das Vorpreschen Bayers und das Signal, der „Good Guy“ zu sein, das kulturelle Spannungsfeld zu Monsanto noch größer geworden. Monsanto war heftige Kritik seit jeher weit stärker gewohnt als Bayer und darin geübt, als „Bad Guy“ zu gelten. Monsanto in Bayers Welt einzufügen ist schwerer geworden.

Welche Fehler hat Bayer beim Monsanto-Kauf gemacht?
Der Konzern muss sich fragen, ob er nicht den Blick zu stark auf ökonomische Chancen gerichtet und kulturelle Aspekte vernachlässigt hat. Offensichtlich hat Bayer unterschätzt, wie polarisiert die Debatte um Monsanto ist und dass man nun auch selbst heftig angegangen wird.

Kann man eine Konsequenz für M&A-Deals ableiten?
Wahrscheinlich ist es nötig, auch bei Zukäufen im europäischen Kulturkreis oder in Amerika noch stärker unternehmenskulturelle Aspekte zu berücksichtigen, so wie etwa bei Akquisitionen in Asien.

Herr Bauer, vielen Dank für das Interview.

Mehr: Monsanto führte offenbar Spitzel-Listen in Europa. Wieso das zum Kulturkampf zwischen den Konzernen führt, lesen Sie hier.

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