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Aprilscherz Elon Musk scherzt über Tesla-Pleite

Fragwürdiger Aprilscherz: Der Tesla-Chef meldet via Twitter die Insolvenz seiner Firma. Dabei kämpft er tatsächlich mit gravierenden Problemen.
Update: 02.04.2018 - 18:33 Uhr 4 Kommentare

Elon Musk pokert – und kostet Tesla damit Millionen

Düsseldorf, Stuttgart, New YorkIn ein paar Stunden gebe es „wichtige Nachrichten“ zu verkünden, twitterte Tesla-Chef Elon Musk am Sonntag. Vier Stunden später wurde der Elektroauto-Pionier konkreter: „Trotz intensiver Versuche, Geld aufzutreiben, inklusive eines verzweifelten Massenverkaufs von Ostereiern, müssen wir leider mitteilen, dass Tesla komplett und absolut pleite ist. So pleite, man glaubt es gar nicht“, schrieb der 46-Jährige am 1. April.

In einem weiteren Tweet postete Musk ein Foto, das ihn selbst angelehnt an ein Tesla Model 3 zeigt, umgeben von „Teslaquilla“-Flaschen, wie er schreibt, und einem Pappschild auf der Brust mit der Aufschrift: „Bankwupt!“

Mit diesem Scherz macht sich der Chef des kalifornischen Autobauers über all jene lustig, die Tesla eine baldige Insolvenz prophezeien. Dabei haben die Kritiker durchaus einen Kritikpunkt. Viele Anleger sind zutiefst besorgt über die stockende Produktion und die schwierige Finanzlage des US-Konzerns.

Der Aktienkurs von Tesla sackte allein in der vergangenen Woche um rund 18 Prozent ab. Gut 17 Milliarden US-Dollar an Börsenwert wurden so vernichtet. Zum Wochenstart gab das Tesla-Papier abermals um zeitweise fast acht Prozent nach. Die Zeiten, in denen Tesla der wertvollste Autohersteller der USA war, sind vorbei.

Der einstige Börsenliebling wird von der Wall Street seit Wochen hart abgestraft. Tesla macht schwer zu schaffen, dass die Produktion seines Model 3 viel schleppender anläuft als geplant. Die Limousine mit einem Basispreis von 35.000 Dollar soll Tesla eigentlich den Durchbruch zum Massenhersteller ermöglichen. Allerdings gelingt es dem Konzern aktuell lediglich, einige Tausend Fahrzeuge pro Monat auszuliefern.

Ursprünglich hatte Tesla-Chef Musk versprochen, dass 5000 Fahrzeuge pro Woche vom Band rollen sollen. Dieses Ziel will Tesla jetzt zumindest bis zur Jahresmitte erreichen. Branchenkenner zweifeln aber daran, ob der Autobauer derzeit überhaupt schafft, 2500 Fahrzeuge pro Woche zu produzieren.

Musks Dilemma: Einerseits drängen die Käufer des Model 3 ebenso ungeduldig wie Investoren und Analysten darauf, dass Tesla seine Produktion endlich hochfährt. Andererseits muss der gebürtige Südafrikaner bei diesem Schritt sehr behutsam vorgehen. Jeder Produktionsfehler kann den Konzern später teuer zu stehen kommen.

Das zeigt auch der Rückruf der Luxuslimousine Model S vor wenigen Tagen. Gut 123.000 Fahrzeuge sind davon betroffen. Hintergrund sind rostende Schrauben, die die Servolenkung außer Kraft setzen können.

Prinzipiell sind solche Rückrufaktionen in der Autobranche nichts Ungewöhnliches. Die Dimensionen bei Tesla überraschen aber. Seit der Firmengründung haben die Amerikaner 280.000 Autos verkauft. Das heißt: Von dem aktuellen Rückruf ist fast die Hälfte aller jemals produzierten Fahrzeuge des Konzerns betroffen.

Für Schadenfreude in der deutschen Autoindustrie besteht angesichts der Probleme bei Tesla allerdings kein Anlass. Im Gegenteil. Denn die minderwertigen Schrauben stammen ausgerechnet von einem heimischen Konzern: Bosch. „Wir stehen in enger Abstimmung mit Tesla und unterstützen die getroffenen Maßnahmen“, sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Für den weltgrößten Autozulieferer ist dieser Fall besonders peinlich. Schließlich trifft es schon wieder die Lenkungs-Sparte. Erst im vergangenen Juni hatte diese Sparte großen Ärger mit dem Kunden BMW, weil die Schwaben wegen fehlender Gussteile eines italienischen Unterlieferanten Lenkungen an den bayerischen Autobauer nicht ausliefern konnten. Zeitweise standen deshalb bei BMW die Bänder sogar gänzlich still.

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4 Kommentare zu "Aprilscherz: Elon Musk scherzt über Tesla-Pleite"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wer sein Geld mit diesen Aktien verbrennt, kann sich nicht beklagen.

  • Passend zur dort wirklich kritischen Lage von gestern, auch noch ausführlicher:
    https://www.capital.de/wirtschaft-politik/tesla-akkustand-niedrig
    "Elon Musk war von Anfang an groß darin, die Zukunft zu verkaufen.
    Doch in der Gegenwart kann der Tesla-Chef allzu oft nicht liefern.
    Bald könnte seine Vision Vergangenheit sein:
    Geht dem Elektropionier die Luft aus?
    . . .
    Explodierende Akkus
    . . .
    Aktien statt Autos
    . . .
    Das Weltall ist das Limit
    . . .
    Tendenz negativ
    . . .
    Die Konkurrenz wacht auf
    . . ."
    (Seite 1-5)
    PS: immer noch an ihn treu-glaubende TESLA-Fanboys/girls,
    Ihr müßt bei der realistischen Lektüre sehr tapfer sein...!"

  • Und in einigen Monaten dürfte dieser 1. April-Scherz vom eigenen Hochstapler-Chef bittere Wahrheit werden...wetten!

  • "Tesla - Hasser" nennt also Musk seine Kritiker. Das ist doch etwas beleidigend für Menschen, die sich intensiv mit Tesla und dessen Zukunft beschäftigen.
    Und ein April - Pleite - Scherz nennt man in der Rhetorik Prolepsis - eine Vorwegnahme.
    Hat hiemit Musk die Tesla Pleite also angekündigt?

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