Aptiv als neuer Konzernname Autozulieferer Delphi macht auf RWE

Der Autozulieferer Delphi gehört zu den großen Automobilausrüstern der Welt. Im Wettstreit um Technologie für das autonome Fahren wagt das Unternehmen einen großen Schritt – und teilt sich auf.
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Der Autozulieferer ist unter anderem Lieferant von BMW. Quelle: PR
BMW mit Aptiv-Technik

Der Autozulieferer ist unter anderem Lieferant von BMW.

(Foto: PR)

LondonDer vermeintliche coolere Teil des Automobilzulieferers Delphi – der Teil, der sich unter anderem mit autonomem Fahren und Roboter-Autos beschäftigt – erhält einen neuen Namen. Ab sofort firmiert der Teil als Aptiv und wird organisatorisch vom jetzt Delphi Technologies getauften Rest getrennt. Beide Firmen sind ab sofort in den USA börsennotiert, haben ihre Zentralen aber weiter in Großbritannien.

Das Unternehmen wählt damit einen ähnlichen Weg wie der deutsche Energieversorger RWE. Der hatte das zukunftsorientierte Geschäft mit erneuerbaren Energien und Dienstleistungen in eine Firma mit neuem Namen („Innogy“) gepackt, der klassische Teil mit Atom- und Kohlekraftwerken behielt die etablierte Bezeichnung.

Vorstandschef Kevin Clark glaubt, dass bereits im kommenden Jahr die Grundlage für selbst fahrende Autos gelegt werden wird. Die neue Konzernstruktur soll diesem technologischen Durchbruch Rechnung tragen. Aptiv wird 147.000 Mitarbeiter haben und hat seinen Sitz in Gillingham, Großbritannien. Es soll für den bevorstehenden Umbruch in der Zulieferindustrie gerüstet sein, wenn Hochtechnologie und Vernetzung eine deutlich größere Rolle spielen werden. In der viel kleineren Sparte Delphi Technologies sind etwa 5.000 Ingenieure beschäftigt und konzentrieren sich auf die Entwicklung von Verbrennungs- und Elektromotoren. Der Konzernsitz ist in London.

Die Gewinner im europäischen Automarkt
Platz 10 - Kia
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Schwebe wie ein Schmetterling, steche wie eine Biene – diesen Ratschlag von Profiboxer Mohammad Ali übersetzen die Koreaner mit dem Stinger in ein Automodell. Im Oktober konnte Kia kräftig zulegen. Der Absatz in der EU wuchs um 10 Prozent auf 38.000 Fahrzeuge. Im Gesamtjahr beträgt das Plus bislang 8,5 Prozent.

Platz 9 - Skoda
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In Wolfsburg dürfte der Neid auf die tschechische Schwester zunehmen. Anders als die Kernmarke legt Skoda auch im Oktober um 11,2 Prozent auf 55.000 verkaufte Fahrzeuge zu. Das Jahresplus beträgt ordentliche 7,1 Prozent.

Platz 8 - Renault
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Die Franzosen haben im Oktober einen außergewöhnlich erfolgreichen Verkaufsmonat in der EU hingelegt. Mit einem Plus von 16,8 Prozent auf 88.900 verkaufte Fahrzeuge gewinnen sie Marktanteile.

Platz 7 - Peugeot
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Die SUV-Strategie von PSA-Chef Carlos Tavares trägt Früchte. Die neue Opel-Schwester gehört mit einem Plus von 17,7 Prozent und 76.700 verkauften Fahrzeugen zu den großen Gewinnern im europäischen Automarkt.

Platz 6 - Alfa Romeo
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Time to say goodbye, wie Andrea Boccelli singt? Von wegen. Trotz jahrelanger Verkaufsgerüchte hat sich die italienische Premiummarke des FCA-Konzerns immer wieder berappelt. Mit 6.200 Fahrzeugen ist der Absatz im Oktober um 18,7 Prozent gestiegen, im Gesamtjahr sogar um 31,9 Prozent. Schuld ist der SUV Stelvio.

Platz 5 - Jeep
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Die Lebensversicherung des FCA-Konzerns schwächelte zuletzt. Im Oktober kann die amerikanische Marke wieder deutlich um 19,8 Prozent auf rund 9400 verkaufte Fahrzeuge zulegen. Seit Jahresbeginn ist der Absatz allerdings nur leicht im Plus.

Platz 4 - Dacia
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Erfolgsmodelle wie der Duster polieren die Absatzbilanz des Renault-Konzerns auf. Die rumänische Billigtochter legt im Oktober um 20 Prozent auf 34.600 Fahrzeuge zu, seit Jahresbeginn um 11,2 Prozent.

Zur ersten Kundengruppe für selbstfahrende Autos würden voraussichtlich Unternehmen mit Lieferwagen und Taxis im Fuhrpark zählen, erwartet der bisherige Delphi-Chef Clark, der künftig Aptiv führen wird. „Wenn sie sich den gewerblichen Markt anschauen – also Bereiche, in denen sie Berufsfahrer haben – dort gibt es große finanzielle Anreize, selbstfahrende Fahrzeuge einzusetzen“, so Clark im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Diese Kunden sind bereit, einen viel höheren Preis zu bezahlen.“

Delphi war einst eine Sparte des US-Autoherstellers General Motors (GM), wurde dann als selbstständiges Unternehmen geführt und rutschte 2005 in die Insolvenz. Später kaufte eine Investorengruppe die Firma und schuf daraus das britische Delphi.

GM hat angekündigt, 20 voll-elektrische Fahrzeuge bis 2023 auf den Markt zu bringen und Roboter-Taxis bereits im Jahr 2019 auf die Straße zu bringen. Das zur Google-Mutter Alphabet gehörende Waymo hat bereits mehr als sechs Millionen Testkilometer mit autonom fahrenden Autos absolviert und will bald ein marktreifes Produkt präsentieren.

Für Privatkunden macht Aptiv-Chef Clark jedoch zunächst keine Hoffnungen auf ein Roboter-Auto vor der Haustür. Dieses Marktsegment werde sich nicht vor 2025 erschließen lassen. Zunächst müssten die Kosten für wichtige Laser-Messinstrumente („Lidar“) durch den zunehmenden Einsatz in gewerblichen Fahrzeugen sinken. Derzeit würden die Kosten der Lidar-Systeme dazu beitragen, dass ein System zum autonomen Fahren zwischen 80.000 und 150.000 Dollar koste. Der Preis könne bis 2025 auf voraussichtlich 5.000 Dollar fallen, so seine Schätzung.

Vor dem separaten Börsengang als Aptiv hatte Delphi mehrere Start-ups gekauft, um sich technologische Know-how einzuverleiben. Für 450 Millionen Dollar kam NuTonomy mit Sitz in Boston im Oktober zum Konzern dazu, unter anderem um die Einführung von Roboter-Taxis in Singapur zu beschleunigen.

Aptiv arbeitet gemeinsam mit Intel und dessen Sparte Mobileye an Selbstfahr-Systemen, die es ab 2019 Autokonzernen anbieten will. Im Laufe des Jahres war Delphi einem Technologie-Konsortium beigetreten, an dem neben Intel und Mobileye auch BMW beteiligt ist.

  • Bloomberg
  • mdo
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