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Arcelor-Mittal Darum setzt der weltgrößte Stahlkonzern künftig auf Wasserstoff

Der größte Stahlhersteller der Welt wagt einen Versuch – und will durch den Einsatz von Wasserstoff seine Klimabilanz am Standort in Hamburg verbessern.
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Darum setzt Arcelor-Mittal künftig auf Wasserstoff Quelle: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH
Arcelor-Mittal-Werk in Hamburg

Der weltgrößte Stahlhersteller plant eine Wasserstoff-Versuchsanlage.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)

Köln Die Bilder Tausender Schüler, die freitags für das Klima protestieren, haben längst auch die Vorstandsbüros der deutschen Stahlhersteller erreicht. Mit Thyssen-Krupp, Salzgitter und Voestalpine forschen mehrere große Produzenten derzeit an grünen Technologien, um ihren CO2-Ausstoß zu senken – vorwiegend durch den Einsatz von Wasserstoff.

Nun hat der größte Stahlhersteller der Welt sich entschlossen, einen ähnlichen Versuch zu starten: Am Standort in Hamburg plant Arcelor-Mittal ein Projekt, bei dem Wasserstoff sukzessive das bisher verwendete Erdgas ersetzt. „Wir haben die Genehmigungsanträge für den Bau der Anlage bereits eingereicht“, erklärte Arcelor-Mittal-Chef Frank Schulz am Donnerstag vor Journalisten in Köln.

In den nächsten Jahren soll für insgesamt 65 Millionen Euro eine Pilotanlage errichtet werden, die mithilfe von Wasserstoff sogenanntes direktreduziertes Eisenerz herstellen kann. Das wird anschließend zusammen mit Schrott in einem Elektro-Ofen geschmolzen. Erreicht der Anteil an Wasserstoff und grüner Energie dabei nahezu hundert Prozent, kann von grüner Stahlerzeugung gesprochen werden.

Doch bis dafür tatsächlich die Voraussetzungen vorliegen, dauert es womöglich noch Jahrzehnte. Ein Problem ist dabei vor allem die Versorgung mit ausreichend Wasserstoff. Bisher gibt es dafür praktisch keine Infrastruktur – und kaum Kapazitäten, um den immensen Strombedarf zu decken, der für die Elektrolyse des Gases benötigt wird.

Arcelor-Mittal setzt daher vorerst auf Wasserstoff, der als Nebenprodukt bei der Herstellung von Stahl derzeit ohnehin anfällt. „Unser Hamburger Werk bietet optimale Voraussetzungen“, so Deutschlandchef Schulz. „Ein Elektrolichtbogenofen mit Direktreduktionsanlage und Eisenerzlager sind ebenso vorhanden wie jahrzehntelanges Know-how in diesem Bereich.“

Auch andere Hersteller forschen derzeit daran, Wasserstoff in ihrer Produktion einzusetzen. So will Thyssen-Krupp bis 2050 insgesamt zehn Milliarden Euro investieren, um seine kompletten Anlagen zu ersetzen. Besonders früh dran war Salzgitter, die ihr Projekt Salcos bereits seit drei Jahren verfolgen.

In Hamburg produzierte Arcelor-Mittal im vergangenen Jahr knapp eine Million Tonnen Rohstahl, die Versuchsanlage soll dafür zunächst jährlich 100.000 Tonnen reduziertes Eisenerz liefern. Insgesamt belief sich die deutsche Produktion von Arcelor-Mittal im vergangenen Jahr auf 7,4 Millionen Tonnen, wobei ein Großteil davon auf die Standorte Bremen und Eisenhüttenstadt und der Rest auf Duisburg entfällt.

Für das laufende Jahr rechnet Schulz mit einer stabilen Entwicklung. Zwar kühle sich das Klima derzeit ab, „doch die Stimmung ist schlechter als die Lage“, so der Vorstandschef. Und gab die optimistische Aussicht: „Vielleicht gibt es noch einen Schnaps oben drauf.“

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