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Arzneimittel Deutsche Pharmafirma vertreibt unwirksame Krebsmedikamente aus Griechenland

Unwirksame Krebsmedikamente wurden einem Bericht zufolge auch in Deutschland verkauft. Diese rufen die Behörden nun zurück – und ziehen erste Konsequenzen.
21.07.2018 - 12:52 Uhr Kommentieren
Man gehe davon aus, dass diese Medikamente „eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit“ darstellen, sagte die griechische Polizei bereits im Mai 2018 zu dem Vorfall. Quelle: dpa
Medikamente

Man gehe davon aus, dass diese Medikamente „eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit“ darstellen, sagte die griechische Polizei bereits im Mai 2018 zu dem Vorfall.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Der Brandenburger Pharmabetrieb Lunapharm steht im Verdacht, fragwürdige Krebsmedikamente in Deutschland vertrieben zu haben. Dies geht aus einer Rückruf-Liste des Brandenburger Gesundheitsministeriums hervor, die dem „rbb“ vorliegt. Die Medikamente sollen demnach aus Krankenhäusern in Griechenland gestohlen und unter anderem auf einem Fischmarkt und in Privatwohnungen zwischengelagert worden sein.

Anschließend wurden die gestohlenen Medikamente per Flugzeug nach Deutschland verkauft, wo sie von Lunapharm vertrieben wurden.

Die griechischen und brandenburgischen Gesundheitsbehörden befürchten, die Medikamente könnten unwirksam sein, weil die Kühl- und Lagervorschriften nicht eingehalten worden sind. Welche das sind, ist nicht bekannt. Man gehe davon aus, dass diese Medikamente „eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit“ darstellen, sagte die griechische Polizei bereits im Mai 2018 zu dem Vorfall.

Das Ministerium hat auf seiner Website eine FAQ-Liste veröffentlicht, die unter anderem die 26 Medikamente aufführt, die die unter Verdacht stehende griechische Apotheke an Lunapharm geliefert hat. Wie aus einer Rückrufliste des Landesgesundheitsamtes hervorgeht, die dem rbb vorliegt, gingen die Medikamente an 19 Apotheken in neun Bundesländern.

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    Pharmahändler und Apotheken in Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt sind von Lunapharm in den Jahren 2015 bis 2017 mit den betroffenen Medikamenten beliefert worden. Die griechischen Behörden gehen von 10 betroffenen Arzneien bei bis zu 14.000 Packungen aus.

    Weitere Lieferungen aus den Jahren 2013 bis 2015 sind in der Rückruf-Liste nicht enthalten, obwohl Lunapharm bereits seit 2013 mit den Krebsmedikamenten aus Griechenland handelt, so Erkenntnisse des ARD-Politikmagazins „Kontraste“.

    Erst diese Woche riefen die Behörden in Brandenburg die betroffenen Medikamente, von denen viele offenbar bereits verbraucht wurden, zurück. Auch Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) hat auf die Anschuldigungen reagiert – und Lunapharm die Betriebserlaubnis entzogen .

    Man habe sich zu diesem Schritt entschieden, weil das Vertrauen in Lunapharm nach Gesprächen mit der Staatsanwaltschaft und aufgrund der vielen Verdachtsmomente, die sich daraus ergeben hätten, „erschüttert“ sei, sagte Golze am Freitag dem rbb.

    Zuvor hatte es seitens der Behörden auch keine Information der Öffentlichkeit gegeben, obwohl schon Ende 2016 erste Hinweise auf Unregelmäßigkeiten vorlagen.

    • HB
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