Arzneimittelhersteller Bieterkampf um Stada nimmt Fahrt auf

Ein dritter Investor meldet Interesse am Arzneimittelhersteller Stada an - eine internationale Beteiligungsgesellschaft, wie es in Finanzkreisen heißt. Die Offerte setzt nun die anderen Bieter unter Zugzwang.
Update: 17.02.2017 - 07:35 Uhr Kommentieren

Kommt es bei Stada zum Übernahmekampf?

Kommt es bei Stada zum Übernahmekampf?

FrankfurtDer Bieter-Wettlauf um Stada gewinnt an Tempo: Der hessische Arzneimittelhersteller hat nach eigenen Angaben inzwischen einen dritten Interessenten an der Hand. Dieser biete – bisher noch unverbindlich – 58 Euro je Aktie für die Übernahme von Stada, teilte das Unternehmen am Donnerstagabend in Bad Vilbel bei Frankfurt mit. Das entspricht 3,6 Milliarden Euro, 100 Millionen oder zwei Euro je Aktie mehr als der Finanzinvestor Cinven bisher zu zahlen bereit ist.

In Finanzkreisen hieß es, auch der neue Interessent sei eine große internationale Beteiligungsgesellschaft. Stada selbst nannte keinen Namen, betonte aber, das Angebot stehe unter bestimmten Bedingungen.

In der kommenden Woche werde ein konkretes Angebot des Finanzinvestors Advent erwartet, der zwar bereits offiziell Interesse bekundet, seine Offerte aber noch nicht beziffert hat, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen. Neben Cinven und Advent gelten die Beteiligungsfirmen Permira, CVC und Bain Capital als Interessenten für den Hersteller des Erkältungsmittels Grippostad und der Sonnenmilch Ladival. Advent, CVC, Permira und Bain wollten sich nicht dazu äußern.

Die 58-Euro-Offerte setzt die anderen Bieter unter Zugzwang. Advent hatte Finanzkreisen zufolge zunächst vorsichtiger geplant als Cinven und wollte dessen 56-Euro-Angebot allenfalls leicht übertrumpfen. Nun liegt die Latte zwei Euro je Aktie höher. "Gleich zu Beginn 60 Euro auf den Tisch zu legen, wird sich aber kein Bieter trauen", sagte einer der Insider. Schließlich bekommen die Interessenten erst jetzt Zugang zu internen Daten, die ihnen eine genauere Analyse der Lage von Stada erlauben.

Die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 20: Astellas
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Gemessen am reinen Pharmaumsatz ist Astellas die Nummer zwei der japanischen Pharmaindustrie. Der Schwerpunkt liegt auf Transplantationsmedizin, Onkologie und Antiinfektiva. Die Japaner kamen im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 11,1 Milliarden Dollar.

Platz 19: Boehringer
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Das Labor von Boehringer Ingelheim: Der zweitgrößte deutsche Pharmakonzern ist fest in Familienhand. Die Schwerpunkte liegen auf Mittel gegen Atemwegserkrankungen wie etwa das Lungenmittel Spiriva. Ein weiteres bekanntes Mittel ist Pradaxa, das zur Thrombose-Prävention eingesetzt wird. Geschätzter Umsatz 2015: 12,6 Milliarden Dollar.

Platz 18: Takeda
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Takeda ist der größte japanische Pharmahersteller und bietet Mittel in verschiedenen Therapiegebieten. Die Japaner haben sich 2014 durch die Fusion mit Nycomed deutlich vergrößert und kamen voriges Jahr auf einen Pharmaumsatz von 13,8 Milliarden Dollar.

Platz 17: Allergan
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Allergan hieß früher einmal Actavis und ist unter anderem Hersteller von Botox. 2015 machte das Unternehmen einen Umsatz von 15,1 Milliarden Dollar.

Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

Platz 15: Novo Nordisk
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Die Produktion von Langzeitinsulin der Firma Novo Nordisk: Der dänische Arzneihersteller ist einer der weltweit führenden Anbieter von Mitteln gegen Diabetes. Er kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 16,1 Milliarden Dollar.

Platz 14: Bristol-Myers Squibb
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Der New Yorker Konzern hat seinen Schwerpunkt bei Mitteln gegen HIV und in der Immunologie, aber auch in der Onkologie. Der Pharmaumsatz lag 2015 bei 16,6 Milliarden Dollar.

Am Ende könnten sich auch zwei Bieter verbünden, um Stada zu schlucken. Gespräche über solche Allianzen liefen bereits, sagten zwei Insider. Gerade für Cinven und Permira, in deren jüngsten Fonds jeweils sieben Milliarden Euro liegen, wäre eine Übernahme von Stada ein Kraftakt. Advent könnte sich den Kauf aus seinem 13-Milliarden-Fonds dagegen locker alleine leisten. „Bei Advent stehen jetzt alle möglichen potenziellen Partner Schlange“, sagte ein Insider.

Während der Vorstand um Interims-Chef Matthias Wiedenfels als offen für einen Verkauf gilt, pochte der vom Pudding-Erben Carl Ferdinand Oetker geführte Aufsichtsrat bislang auf die Unabhängigkeit von Stada. Das Unternehmen erklärte am Donnerstag, der Vorstand habe die volle Unterstützung des Kontrollgremiums in den Gesprächen. Gleichwohl beschloss der Aufsichtsrat die Einrichtung eines „Ad-hoc-Ausschusses“ unter Leitung von Oetker, der den Vorstand bei den Gesprächen eng begleiten soll. Es gehe um die „Wahrung des Unternehmensinteresses“, begründete Stada den ungewöhnlichen Schritt. Am Freitag tritt Insidern zufolge der Aufsichtsrat zusammen – in kompletter Besetzung.

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