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Arzneimittelhersteller Neue Strategie für Stada – Dividende wird auf elf Cent zusammengestrichen

Stada-Chef Claudio Albrecht will den Arzneimittelhersteller neu aufstellen. Für höhere Investitionen wird die Dividende zusammengestrichen.
Update: 08.03.2018 - 15:19 Uhr Kommentieren
Stada Arzneimittel AG: Aktuelle News zum Pharmakonzern Quelle: Reuters
Stada

Der Arzneimittelhersteller will seine Position auf dem internationalen Markt ausbauen.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Der neue Stada-Chef Claudio Albrecht sieht bei dem Arzneimittelhersteller erhebliche Defizite und setzt ihm ehrgeizige Ziele. „Heute ist Stada kein wirklicher internationaler Spieler“, sagte Albrecht am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. „Uns fehlen Produkte, die schwer nachzumachen sind. Stada muss lernen, sich in neuen Märkten zu bewegen und sich neue Technologien anzueignen.“

Binnen fünf Jahren soll der Hersteller von Marken wie Grippostad und Ladival in Europa eine starke Nummer drei und weltweit Nummer fünf sein. Aktuell sieht sich Stada in Europa an fünfter und weltweit an neunter Stelle. Die Investitionen erhöht Albrecht dafür kräftig, die Dividende wird zusammengestrichen.

Allein die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sollen nach der milliardenschweren Übernahme durch die Finanzinvestoren Bain und Cinven von zuletzt sechs Prozent des Umsatzes auf acht Prozent im Zeitraum 2018 bis 2020 steigen. Weiteres Geld soll in den Umbau der Produktion und die Modernisierung der IT fließen, um die Kosten bis 2020 um 100 Millionen Euro zu drücken.

Das sind die größten Pharmakonzerne der Welt
Platz 10: Gilead Sciences
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Der US-Biotechkonzern beschäftigt etwa 8.000 Mitarbeiter und hat seinen Sitz in Kalifornien. Bekannt wurde es vor allem durch seine „1000-Dollar-Pille“ Sovaldi, ein wirksames, aber sehr teures Mittel gegen Hepatitis C. Umsatz 2017: 28,5 Milliarden Dollar.

(Quelle: Unternehmensangaben; Financial Times; Thomson Reuters)

(Foto: dapd)
Platz 8: Glaxo-Smithkline
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Die Briten sind stark im Impfgeschäft und haben Mittel gegen Depressionen und Atemwegserkrankungen im Portfolio. Der Konzern – dessen Sitz in London ist – kam 2017 auf einen Umsatz von etwa 40 Milliarden Dollar.

(Foto: dpa)
Platz 8: Merck & Co.
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Ebenfalls auf dem achten Platz finden sich die Amerikaner ein, die stark im Impfgeschäft und in der Frauengesundheit sind. Zusätzlich vermarkten sie auch Medikamente für Tiere. Pharmaumsatz 2017: 40 Milliarden Dollar.

(Foto: ap)
Platz 7: Sinopharm
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Auch das chinesische Unternehmen Sinopharm (Beispielbild) hat es in die Top10 geschafft. Im Jahr 2017 konnte es insgesamt etwa 41,3 Milliarden Dollar umsetzen.

(Foto: dpa)
Platz 6: Bayer
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Der größte deutsche Pharmakonzern hat sich im Gegensatz zu dem Jahr 2015 um ganze zehn Platze verbessern können. Der Umsatz 2017: 43,1 Milliarden Dollar. Top-Produkte sind beispielsweise der Gerinnungshemmer Xarelto und das Augenmedikament Eylea.

(Foto: dpa)
Platz 5: Sanofi
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Die Franzosen haben eine starke Basis in Deutschland und kommen auf einen Pharmaumsatz von 43,3 Milliarden Dollar. Die wichtigsten Medikamente sind das Diabetesmittel Lantus und das Herz-Kreislaufmittel Plavix. Bekannter dürfte das Schlafmittel Stilnox sein.

(Foto: Reuters)
Platz 4: Novartis
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Die Schweizer sind seit dem Jahr 2014 von dem ersten Platz auf den vierten Platz abgerutscht. Rund 49,2 Milliarden Dollar konnten sie im Jahr 2017 umsetzen. Novartis ist stark bei Krebsmitteln. Bekannte Marken sind das Schmerzmittel Voltaren und das Leukämiemittel Glivec.

(Foto: ap)

„Wir sind meilenweit davon entfernt Kostenführer zu sein. Das müssen wir verbessern“, sagte der ehemalige Chef des Ulmer Generikaherstellers Ratiopharm, der Stada seit dem Herbst als Interimschef führt. Die Zahl der Beschäftigten soll durch Fluktuation sinken, ein aktiver Stellenabbau ist nicht geplant.

Stada soll sich künftig auf drei Säulen konzentrieren – rezeptfreie Arzneimittel (OTC), Nachahmermedikamente (Generika) und Spezialpharmazeutika inklusive biotechnologisch hergestellte Nachahmerprodukte (Biosimilars). Bei letzteren werde der Fokus auf Krebsmitteln, Arzneien gegen Erkrankungen des Zentralen Nervensystems (ZNS) wie Parkinson, Diabetes und Augenheilkunde liegen.

Durch Zukäufe will Albrecht sowohl das Produktportfolio als auch die Präsenz insbesondere im Nahen Osten und in Nordafrika sowie Asien ausbauen. „Gerade der Iran bietet sehr große Chancen, da wollen wir unbedingt rein.“ Zudem bekräftigt Albrecht, dass man die Markenrechte am Sonnenschutzmittel Ladival zurückkaufen wolle, die 2013 unter dem ehemaligen Vorstandschef Hartmut Retzlaff verkauft worden waren.

Um sich die Investitionen leisten zu können, streicht der Konzern die Dividende auf elf Cent je Aktie zusammen. Für 2016 hatte Stada noch 72 Cent gezahlt. Im vergangenen Jahr bescherten gute Geschäfte in Belgien, Russland und Serbien Stada ein Umsatzplus von acht Prozent auf rund 2,3 Milliarden Euro. Auf dem Ergebnis lasteten indes Kosten im Zusammenhang mit der milliardenschweren Übernahme, der Konzerngewinn schrumpfte um ein Prozent auf 85,3 Millionen Euro. Allein für Berater bei der Übernahme gab Stada 45 Millionen Euro aus.

In diesem Jahr will Stada den bereinigten Umsatz auf knapp 2,5 Milliarden Euro plus oder minus fünf Prozent steigern. Für den bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) werden 480 Millionen Euro mit der selben Schwankungsbreite angepeilt. Im vergangenen Jahr wuchs er um neun Prozent auf 433 Millionen, wobei unter anderem Übernahmekosten herausgerechnet wurden.

Bain und Cinven hatten das Unternehmen 2017 für mehr als fünf Milliarden Euro übernommen. Sie hatten auch Albrecht als Übergangschef eingesetzt, der schon zum 1. September sein Amt an den Novartis-Manager Peter Goldschmidt übergibt. Albrecht zeigte sich überzeugt, dass sein Nachfolger keinen neuen Strategiewandel verordnen wird. Es sei offenkundig, was bei Stada alles im Argen liege.

  • rtr
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