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Atomausstieg Ein Geheimplan für die AKW-Betreiber

Ein streng vertrauliches Papier beschreibt ein Modell zur Finanzierung des Rückbaus deutscher Atomkraftwerke. Es sieht vor, das ein Teil der Kosten zunächst aus der Staatskasse überbrückt wird.
06.10.2011 - 12:09 Uhr 14 Kommentare
Proteste vor dem Atomkraftwerk in Grohnde im Frühjahr diesen Jahres. Quelle: dpa

Proteste vor dem Atomkraftwerk in Grohnde im Frühjahr diesen Jahres.

(Foto: dpa)

Düsseldorf/Stuttgart Bis 2022 müssen alle deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet werden, hat der Bundestag beschlossen. Unklar aber ist, wo der Strom nach der Energiewende herkommen soll. Die Stadtwerke sind zu klein, um die notwendigen Milliardeninvestitionen in erneuerbare Energien zu stemmen. Und die großen Energieversorger erhalten praktisch kein Kapital mehr, seit der Atomausstieg beschlossen ist - weder von Aktionären noch von Banken oder Anleihegläubigern. Denn die enormen Risiken, die den Konzernen beim Rückbau der Kernkraftwerke entstehen, sind den Investoren zu hoch.

Ein möglicher Ausweg wird derzeit bei den Energieversorgern, aber auch in eingeweihten Kreisen in Berlin diskutiert. Der streng vertrauliche Plan, dessen Eckpunkte dem Handelsblatt bekannt sind, wurde von der Investmentbank Lazard erarbeitet. Er sieht eine Atomstiftung vor, die es den Versorgern ermöglichen soll, bis zu 50 Milliarden Euro in erneuerbare Energien zu investieren.

Nach dem Vorschlag könnten die Konzerne ihre Meiler in eine staatliche Stiftung einbringen. Die Risiken, die sie an die Stiftung abgeben, liegen bei etwa 28 Milliarden Euro. Im Gegenzug müssten sie ihre gesamten Atomstrom-Einnahmen aus den verbleibenden Meilern bis 2022 bei der Stiftung abliefern. Die Summe beläuft sich auf circa 15 Milliarden Euro.

Die Differenz von 13 Milliarden Euro gleicht der Staat aus - im Gegenzug erhält er Schuldscheine der ehemaligen Atomkonzerne. Die Unternehmen können diese Forderungen nur gegen Investitionen in erneuerbare Energien ablösen.

Wenn ein Konzern beispielsweise zwei Milliarden Euro in einen Offshore-Windpark investiert, der sich eigentlich nur bei Kosten von 1,8 Milliarden Euro wirtschaftlich betreiben ließe, könnte das Unternehmen die Differenz von 200 Millionen mit dem Schuldschein verrechnen. Diese Summe gibt der Staat in diesem Fall an Subventionen dazu, damit der Windpark gebaut wird.

Experten schätzen, dass so ein Anreiz entsteht, mindestens einen "hohen zweistelligen Milliardenbetrag" in erneuerbare Energien oder auch in die nötigen Stromtrassen zu investieren. "Grundsätzlich könnte das ein erfolgversprechender Weg sein, die Energiewende voranzubringen", sagte der Vorsitzende der Energiegewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, dem Handelsblatt..

Finanzielle Klemme

Jahrzehnte lieferten Kernkraftwerke ihren Betreibern fantastische Gewinne: Biblis A und B in Hessen, Isar 1, Philipsburg 1 und Neckarwestheim 1 in Süddeutschland sowie Unterweser, Krümmel und Brunsbüttel im Norden. Doch seit März stehen die Reaktoren nur noch nutzlos herum. Für Eon, RWE, EnBW und Vattenfall sind sie nur noch eine große Last. Der Rückbau wird langwierig und teuer. Und in den kommenden elf Jahren werden neun weitere Anlagen abgeschaltet.
Die Reaktorkatastrophe von Fukushima und die folgende Energiewende in Deutschland haben die Energiekonzerne in eine ernste finanzielle Klemme gebracht. Die zuverlässigen Cash-Flows sind weggebrochen, die Rückstellungen für Rückbau und Entsorgung der Anlagen belasten die Bilanzen mit rund 30 Milliarden Euro.
Die Konzerne kämpfen deshalb verzweifelt um ihre Kreditwürdigkeit. Eon wurde gestern von der Ratingagentur Moody's mit Blick auf den Atomausstieg abgestraft, die Einstufung von A2/Prime-1 auf A3/Prime-2 zurückgenommen. Damit liegt Eon nur noch knapp im A-Bereich. Hauptkonkurrent RWE war schon im Sommer entsprechend heruntergestuft worden. Für die Energiekonzerne ist das fatal. Mit einem Rating im "B"-Bereich wird für sie nicht nur die Kapitalbeschaffung teurer. Vor allem hätten die Handelstöchter Probleme, ihre milliardenschweren Trading-Geschäfte umzusetzen. Handelspartner pochen schließlich auf eine gute Bonität, viele setzen ein "A"-Rating in den teuren Geschäften voraus.

Michael Vassiliadis, Vorsitzender der Gewerkschaft IG BCE, sorgt sich vor diesem Hintergrund um die Zukunft der großen Energiekonzerne - und der Energiewende. Ohne die großen Energieversorger sei ein Gelingen der Energiewende kaum vorstellbar. Heute sei deren Investitionsfähigkeit aber eingeschränkt, zudem würden Investitionen aus betriebswirtschaftlicher Rationalität vor allem im Ausland getätigt: "Wir wollen Investitionen in erneuerbare Energien in Deutschland", sagte er dem Handelsblatt.

Steinkohlebergbau dient als Vorbild

Er unterstützt deshalb die Pläne, eine Stiftung für die deutschen Kernkraftwerke zu prüfen. Das Vorhaben ist ebenso spektakulär wie politisch heikel. Nur wenige Führungskräfte aus der Energiebranche und Politiker sind eingeweiht. Nach Informationen des Handelsblatts arbeitet die Investmentbank Lazard aber schon seit Wochen auf eigene Initiative an einem entsprechenden Modell. Vertreter von Lazard wollten sich auf Anfrage nicht äußern.
Als Vorbild für die Pläne dient die Ruhrkohle-Stiftung.
Informierten Kreisen zufolge sieht der Plan in seinen Eckpunkten so aus: Die Energiekonzerne lagern auf freiwilliger Basis ihre Atommeiler in eine staatliche Stiftung aus.
Die Stiftung übernimmt die Risiken, die im Zusammenhang mit dem nötigen Rückbau der Meiler und der Endlagerung des Atommülls auf den Konzernen lasten - der Barwert dieser Risiken beträgt etwa 28 Milliarden Euro.
Im Gegenzug erhält die Stiftung die Einnahmen, die den Konzernen bis 2022 aus den Reststrommengen der Meiler zufließen - deren Barwert beläuft sich auf etwa 15 Milliarden Euro.
Für die Differenz, also rund 13 Milliarden Euro, unterzeichnen die Konzerne Schuldscheine, die sie bis zu einem festgelegten Datum mit Investitionen in erneuerbare Energien abgelten müssen. Dabei wird ihnen aber nicht die Gesamtinvestition erstattet, sondern nur der Teil, der nach heutigem Stand der Technik unwirtschaftlich ist. Wenn ein Konzern beispielsweise zwei Milliarden Euro in einen Windpark investiert, der 1,8 Milliarden Euro Gewinn abwirft, kann er Schuldscheine über 200 Millionen Euro ablösen. Damit ergäben sich Investitionen in grüne Energieformen mindestens "in Höhe eines hohen zweistelligen Milliardenbetrages", sagte ein Manager, der mit den Plänen vertraut ist.
Als Vorbild für die Pläne dient die 2007 gefundene Lösung für die Abwicklung des deutschen Steinkohlebergbaus. Die RAG, die ehemalige Ruhrkohle, steckte damals in einem ähnlichen Dilemma wie heute die Energiekonzerne. Die lukrativen Bereiche, insbesondere die Chemiesparte, mussten für die langfristigen Schäden des Kohlebergbaus haften. Nach zähem Ringen wurden der auslaufende Bergbau und die Deckung der langfristigen Lasten von der RAG-Stiftung übernommen. Die wirtschaftlichen Bereiche wurden in den Mischkonzern Evonik überführt, dessen Dividenden und Aktien zur finanziellen Ausstattung der RAG-Stiftung dienen sollen.

Pläne werden konkret geprüft

Klar ist, dass das aktuelle Vorhaben politisch äußerst heikel ist - wie übrigens damals auch die Gründung der RAG-Stiftung. Klar ist aber auch, dass es eine elegante Lösung der Energieprobleme beinhaltet. "Politik und Unternehmen sollten prüfen, ob sie sich auf ein Bündnis zum wechselseitigen Vorteil einlassen können", sagt IG-BCE-Chef Vassiliadis. Es dürfe aber keine einseitigen wirtschaftlichen Vorteile für die großen Versorger geben.
"Wenn überhaupt, dann hat eine solche Stiftung nur dann eine Chance, wenn die Energiekonzerne sie ausreichend ausstatten", sagt ein mit den Plänen vertrauter Manager. Die Konzerne hätten trotz des Nullsummenspiels einen großen Vorteil: Ihre Bilanzen würden mit den Risiken aus dem Rückbau der Meiler um einen Posten entlastet, der ihnen den Zugang zum Kapitalmarkt enorm erschwert.
In Baden-Württemberg wird für die EnBW schon ein konkretes Modell diskutiert.
Noch sind viele Fragen offen, vor allem im Steuer- und Atomrecht. Aber ein Unterstützer betont: "Bei der Ruhrkohle ist auch etwas gelungen, was jahrelang als unmöglich galt."
In Baden-Württemberg werden entsprechende Pläne konkret geprüft. Die grün-rote Landesregierung will den teilstaatlichen Energiekonzern EnBW zum grünen Vorzeigekonzern umbauen - und sich Partner unter Regionalversorgern suchen. Diese würden aber von den Altlasten in der Kernenergie abgeschreckt, sagt ein mit den Überlegungen in Baden-Württemberg Vertrauter. Die EnBW könnte deshalb unabhängig davon, ob es eine große Lösung für die gesamte Branche gibt, die Kernkraftwerke in eine Stiftung ausgliedern: eine "schwarze EnBW". Die "weiße EnBW" könnte sich dann auf das Zukunftsgeschäft konzentrieren.

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14 Kommentare zu "Atomausstieg: Ein Geheimplan für die AKW-Betreiber"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Mit der gemeinsamen Währung müssen mehr Menschen mitarbeiten und sollten sich dazu bekennen und das ist schwieriger, weil viele Menschen sind einfach auch viele eine ganz eigene Meinung und die Vielzahl denkt nur an sich. Aber dass mit Geld dennoch alles berechnet wird und Rücksicht genommen wird, bleibt dennoch sinnvoll, sonst würde jeder machen, was er will. daran sollten wir auch immer denken und sicherlich in der vergangen Zeit ist viel passiert, aber nur sich an die vergangene Zeit zu klagen ist auch keine Lösung. Wir müssen da weiter arbeiten, wo wir jetzt stehen und da wir richtige Probleme bekommen werden, mit unserer Energie und das ist Tatsache und der Atomausstieg einfach nur übers Knie gebrochen wurde ist auch nicht richtig, denn Deutschland alleine bringt es das der Umwelt nicht viel. Umdenken ist soweit ein guter Weg gewesen, aber jetzt zwingen wir etwas, wo wir unsere eigene Gesetze brechen werden. Die Tatsache ist, wir müssen damit leben, was wir haben, sonst ist das unser eigenes Totesurteil und wir müssen weiter Entwickeln, erst wenn wir etwas haben, das eine umfangreiche umweltfreundliche Energie bringt, dann können wir es auch schaffen, aber das dauert auch seine Zeit und lässt sich nicht vorgeben. Zum Beispiel beim Abfall haben wir das Recycling eingeführt. Sowas könnten wir das auch bei der Energie machen. Es gibt nun auch ein Gedanke, dass mit der Kernfusion Energie gewonnen werden kann, das ganze ist nicht neu, nur dass es geschafft wird, das ganze kontrolliert zu machen, war bisher nicht möglich, aber die Entwicklung hierzu wird immer noch einige Jahre dauern. Nur daran sollten wir alle mithelfen und wenn es wählt nur durch wählen und uns öffentlich dazu aussprechen, vernünftig einen Weg zu gehen mit unserer Energie. Daher sollte jeder darüber nachdenken, eine umfangreiche umweltfreundliche Energie neu zu schaffen. Wenn jemand eine Möglichkeit findet, kann diese Präsentieren. Vielleicht findet jemand was.

  • Das Hauptproblem wird in Zukunft bleiben, woher soll die Energie kommen? Wir leben alle mit der Energie und wachsen weiter mit der Energie. Es ist praktisch unmöglich im Jahre 2022 ohne Atomkraft zu leben. Zum ausgleich wurde schon ein Kohlekraftwerk gebaut, mit den neuesten Anforderung, für unsere Umwelt. Leider haben wir nicht viel für Wasserkraft. Es stehen ein par kleine Wasserkraftwerke an den Flüssen, aber wir haben einfach nichts, wo Deutschland was großes bauen kann. Windkraftanlagen und Solarenergie sind dagegen nur peanuts. Sie zerstören die Landschaft, bei Windkraft wird auch wieder Energie verbraucht und die Geräusche stören auch der Umwelt, so wie schon unser Verkehr, können auch nur in einer bestimmten Windstärke betrieben werden und beide haben einen sehr schlechten Wirkungsgrad. Die Solarzellen selbst können zwar noch weiter entwickelt werden, so dass der Wirkungsgrad sich dann bessert, aber Solaranlagen müssten mehr in der Wüste stehen, wo das Licht am besten gewonnen werden kann. Es wird sowieso kommen, dass wir für unsere Energie wesentlich mehr zahlen müssen und dann wird es mit der Armut in Deutschland weiter gehen und auch unsere Krimilalität und es jammern jetzt schon immer mehr, aber wir Menschen sind einfach leicht beeinflussbar und so haben wir uns für diese Regierung entschieden. Weil sich ständig unsere Regierung ändert, ändert sich auch ständig die Entscheidungen. So wie es dann sein wird, werden wir unsere Energie mehr vom Ausland kaufen und sauber wird die Energie da auch nicht hergestellt. Unsere Währung bleibt aber dennoch auch wichtig, denn es muss was geben, womit wir im allgemeinen damit Handeln und einteilen, nur mit der Gemeinschaftswährung, wofür ich auch nicht gerade dafür war, haben wir auch den Nachteil uns von anderen mehr abhängig gemacht. Daher wäre es schon gut, dass wir danach schauen, dass unsere Währung einen guten Wert hält. Mit der Gemeinschaftswährung ist das ganze nur schwieriger.

  • Also irgendwie scheint mir hier der Punkt verfehlt zu sein (jedenfalls in den Kommentaren) - sie regen sich hier über Geld auf: Schonmal darüber nachgedacht wieviel uns diese Wahnsinnige Finanzkrise gekostet hat? Da sind die Peanuts für den Rückbau echt lächerlich. Außerdem geht es beim Thema Atomenergie nicht um Geld sondern um Technologie und Zukunft. Die EE Seifenblase ist schon fast am Boden (zu teuer und nur weil der Deutsche Staat subventioniert heißt das nicht das EE etwas gutes sind - sie zerstören die deutsche Technologiebranche und den Geist der Bürger - von einem Industrieland zu Bauernstaat) und ihr habt nichts zu tun als über Geld zu meckern? Dieser Wahnsinnige Börsenunsinn - Märkte die Gelder verleihen, was für ein Unsinn - und der Hype um die EE auf den die Deutschen reingefallen (inkl. Euro) sind zerstören unsere Wertschöpfung (denn wirkliche Wertschöpfung funktioniert nicht mit Finanzdienstleitungen sondern nur mit physischer Prouktion) und wir jubeln hurra und machen mit. Ich sag schonmal auf wiedersehen CDU; die FDP ist ja schon weg; die Grünen werden sich nochwas halten aber keinen Aufschwung haben und die SPD ist sowieso Lachnummer Nr. 1... Ich als Ende-20iger sage: Vielen Dank liebe 68er und Nachfolger ihr habt unser Land kaputtregiert - die Bevölkerung verdummt (vorallem die Akademiker und Industriemanager sind heute dümmer als jemalszuvor) - wird Zeit das eine neue Generation ans Ruder kommt: aber bitte nicht die Piraten...

  • Ich finde dieses neue Konzept eigentlich nicht schlecht.

    Die grossen Energieversorgen können dann gleich zweimal Geld verbienen: EEG Umlage und Subvention. Trotz der jüngst ordentlich angehobenen EEG Vergütung für Offshore Windparks kann ich als gtrosser Versorger "ausrechnen", dass der Betrieb trotz EEG nicht rentabel ist und deswegen nochmal Geld einsammeln. Praktisch. Ist auch eine sehr faire Lösung, wenn ein STadtwerk einen Offshore Park aufbauen will, muss es allein mit der EEG Umlage auskommen. Nur Ex-Betreiber von Atomkraftwerken werden belohnt, finde ich gut. Gleiche Chancen für alle Marktteilnehmer! Nee, Spass beiseite. Man muss den grossen Energieversorgern einfach mal kräftig unter die Arme greifen, die Investitionen in Erneuerbare haben sich einfach noch nicht gelohnt. Sieht man Z.B. bei Vattenfall, eigene Stromerzeugung 2009 in Deutschland: 92% Kohle, 1,3% aus Erneuerbaren (1,2% Biomasse + 0,1% Wind). http://kraftwerke.vattenfall.de/#/countries/germany
    Merkwürdig: Deutschlandweiter erneuerbarer Anteil 18%
    Bitte helft den Konzernen!

  • @Anonymer Benutzer: Icke

    Was hat denn die Bildung von Rückstellungen mit dem Cash-flow zu tun?

  • Ich verstehe den Artikel eher so das die Bildung der Rückstellungen i.H.v. 30 Milliarden den Cashflow derart schmälert das deswegen das Rating gesenkt wurde.

    Wenn man unterstellt das Eon dieses Jahr 6-7 Milliarden Bruttogewinn erwirtschaftet und 10 Jahre lang je 3 Mrd. für die Rückstellung beiseitelegt belastet das die Bonität ganz erheblich.

  • Die Rückstellungen sind fein. Nur geht wohl so ziemlich jeder davon aus, dass diese Summe nicht reicht. Genau wegen diesem Risiko bekommen die seit Jahren hochprofitablen Stromerzeuger ja nun eine schlechtere Bonität attestiert. Wenn der Steuerzahler nun diese Risiken übernimmt, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass er am Ende zig Milliarden draufzahlt.

    Der noch nicht abgeschlossene Rückbau des DDR-Kraftwerks Greifswald/Lubmin hat bisher übrigens über 3 Mrd. EUR gekostet. Das war besonders groß, aber es ist wahrscheinlich, dass 30 Mrd. für den Rückbau von 19 westdeutschen Reaktoren nicht ausreichen. Schon gar nicht, wenn man Kosten für die dauerhafte Lagerung des Mülls einrechnet.

    Nur nebenbei: ich bin kein strikter Atomkraftgegner. Aber ich sehe hier erneut das Schema "Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren". Da will ich nicht mehr mitspielen.

  • @ Guido,
    gerade das dezentrale System behagt weder Konzernen noch Politik.
    Wenn jedes geeignete "Süddach" einbezogen würde sähe die Energiebilanz ganz anders aus.
    Das Problem ist hat unverändert eine "Stromspeicherung".

  • Die Kraftwerksbetreiber haben jahrzehntelang Milliardenngewinne gemacht. Das nun der Bürger und Steuerzahler den bei dem Milliardengeschäft entstandenen Müll auf seine Kosten entsorgen soll, ist unglaublich.


    in einen faschistischen system ist das vollkommen normal...was glaubt ihr dann?..der faschismus ist das zussamenschluss von konzernen und 'staat'...ein system von und für der konzernen und gegen der bürger..

    wir leben in so einen system...der angeblichen 'kampf gegen der faschismus'..gegen der NPD oder extremen rechts parteien ist nur enen ablenkung....wir leben längst in so einen system...und wird so weiter wenn die leute nicht auf die strasse gehen..

  • Elegante Lösung oder Taschenspielertrick? Für den Rückbau haben die Konzerne zu Lasten des Fiskus bisher 30 Mrd € an Mitteln angesammelt. Wenn diese Mittel nicht in die Stiftung eingebracht werden, ist das Ganze nicht mehr als ein Taschenspielertrick. Dann geht es darum, die Risiken zu sozialisieren und darum, dass ausgewählte Player sich ihre Investitionen in Erneuerbare erst vom Steuerzahler subventionieren und dann nochmal vom Stromkunden bezahlen lassen wollen.

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