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Audi, BMW und Mercedes Gold auf vier Rädern

Audi, BMW und Mercedes sind in der Premiumklasse unangefochten. Das Geschäft mit den Nobelkarossen bleibt eine Gewinnmaschine. Wieviel Geld die Hersteller pro Auto verdienen – und wer besonders stark zulegen kann.
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BMW verteidigt Spitzenposition mit Rekordabsatz

Düsseldorf Mit einem zweiten Platz will sich in der Daimler-Zentrale Stuttgart-Untertürkheim niemand zufrieden geben. „Das Beste oder nichts“, wirbt der Hersteller fast trotzig, schließlich musste man die Premiumkrone beim Absatz vor Jahren schon an den Konkurrenten BMW abtreten. Als dann vor einigen Jahren auch noch die VW-Tochter Audi vorbeizog, schien die Katastrophe perfekt. Konzernchef Dieter Zetsche beschwor die Trendwende, versprach den Titel bis 2018 zurückzuholen. Mit neuen Modellen im Rücken greift Daimler nun wieder an - und verdient dabei deutlich mehr Geld pro Auto als die Konkurrenten.

Rund 43.300 Euro kostet ein Mercedes im Schnitt, zeigt eine neue Studie des CAR-Instituts der Uni Duisburg-Essen - ein Spitzenwert, den die Marke mit dem Stern seit zehn Jahren nicht mehr erreicht hat. Pro Fahrzeug verdient der Konzern damit durchschnittlich 3675 Euro.

Dazu trägt vor allem die neue S-Klasse bei, die in ihrem Segment den direkten Konkurrenten BMW 7er und Audi A8 technologisch voraus ist. In den Absatzzahlen legte das Spitzenmodell kräftig zu: Mit 84.900 abgesetzten Fahrzeugen im ersten Halbjahr konnte die S-Klasse die Verkäufe seit Jahresbeginn fast verdoppeln. Und das Modell beschert dem Hersteller eine ordentliche Marge. Der Einstiegspreis liegt bei 80.920 Euro, tatsächlich dürften die meisten S-Klassen dank zahlreicher Motorisierungs- und Ausstattungsvarianten aber für mehr als 100.000 Euro verkauft werden.

Bei der Konkurrenz stagniert das obere Segment dagegen. Bei BMW kommt der Herausforderer in der Spitzenklasse im nächsten Jahr - auf der IAA 2015 soll der neue 7er seine Premiere feiern. Ein Grund, warum die Verkäufe seit Jahresbeginn mit 75.300 Einheiten schlechter ausfallen als im Vorjahr. Vom Audi A8 wurden seit Jahresbeginn 30.600 Fahrzeuge verkauft, trotz dem jüngsten Facelift sind das nur leicht mehr als im Vorjahr. Eine komplette Neuauflage des Spitzenmodells wird erst für 2016 erwartet. Angesichts der relativ geringen Absatzzahlen dürfte der A8 längst nicht soviel zur Marge beitragen wie die S-Klasse.

Was die Hersteller pro Auto verdienen – oder verlieren
Sportlich und erfolgreich
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Ford (Europa) – minus 891 Euro

Der US-Autobauer Ford hat in seinem Europageschäft (im Bild der Ford Fiesta ST) mit hohen Verlusten zu kämpfen. Pro verkauftem Neuwagen aus Europa machte Ford im Gesamtjahr 2013 einen Verlust von 891 Euro – so viel wie kein anderer Massenhersteller. Die Ebit-Marge (Gewinn vor Zinsen und Steuern) lag bei minus 5,8 Prozent.

Das CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen unter Professor Ferdinand Dudenhöffer hat untersucht, wie profitabel die Automobilkonzerne sind. Berechnet wurden dabei die Gewinne vor Zinsen und Steuern (Ebit) für die reine Automobilsparte. Zulieferaktivitäten oder andere Geschäftsfelder wie Motorräder, Bank- und Immobiliengeschäfte blieben dabei unberücksichtigt.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)
Produktion Opel Adam
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GM Europa (Opel, Vauxhall) – minus 607 Euro

In seinem Europageschäft hat General Motors (GM) nach wie vor Probleme: Doch die Marken Opel (im Bild der Adam) und Vauxhall laufen trotz roter Zahlen wieder deutlich besser. Im Gesamtjahr fällt das Minus mit 607 Euro allerdings deutlich geringer aus als im Vorjahr (1.341 Euro). Die Ebit-Marge pro Fahrzeug liegt bei minus 4,2 Prozent.

(Foto: dpa)
A customer walks past a Peugeot car at a dealership in Marseille
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Peugeot-Citroën (PSA) – minus 370 Euro

Erstmals in 118 Jahren Unternehmensgeschichte hat die Familie Peugeot ihre Macht abgegeben. Neuer Partner der Franzosen: der chinesische Autoriese Dongfeng. Eindämmen konnte auch Peugeot-Citroën seinen Verlust pro verkauftem Fahrzeug. Nach 510 Euro im vergangenen Jahr beträgt das Minus nun 370 Euro. Die Ebit-Marge liegt bei minus 2,9 Prozent.

(Foto: Reuters)
82nd Geneva International Motor Show
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Seat – minus 331 Euro

Die VW-Tochter dämmt ihren Verlust pro verkauftem Auto ebenfalls ein. Im Jahr 2013 beträgt das Minus bei Seat (im Bild der Ibiza SC) noch 331 Euro – nach durchschnittlich 364 Euro in 2012. Die Ebit-Marge liegt bei minus 2,4 Prozent.

(Foto: dpa)
An employee inspects a Renault Clio 3 at the Renault automobile factory in Flins
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Renault – minus 283 Euro

Die Franzosen machen mit jedem verkauftem Auto durchschnittlich 283 Euro Verlust. Doch runderneuerte Massenmodelle wie der Clio (im Bild) oder der Twingo sollen auch die Franzosen wieder in die schwarzen Zahlen bringen. Im Jahr 2012 lag die Ebit-Marge noch bei minus 1,9 Prozent.

(Foto: Reuters)
A model poses beside a Fiat 500 GQ displayed on the company's booth during the first media day of the Geneva Auto Show at the Palexpo in Geneva
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Fiat – minus 224 Euro

Die Italiener leiden besonders unter der schwachen Nachfrage in Europa, die durchschnittlichen Verluste pro Fahrzeug legen weiter zu auf 224 Euro (2012: 77 Euro). Die Ebit-Marge liegt bei minus 1,5 Prozent. Rechnet man die Zuliefersparte und Ferrari-Maserati mit ein, kann Fiat (im Bild der Fiat 500 GQ) im Gesamtjahr aber ein positives Ergebnis erzielen.

(Foto: Reuters)
huGO-BildID: 30117647 Hostesses pose with the new Skoda Octavia displayed in World premiere at the Geneva International Motor Show on March 5, 2013 w
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Skoda – plus 567 Euro

Kein Autohersteller hat in absoluten Zahlen so viel Profit pro Auto eingebüßt wie die osteuropäische VW-Tochter. Mit einem Gewinn von durchschnittlich 567 Euro pro verkauftem Wagen landen Skoda aber immer noch locker in den schwarzen Zahlen. Die Ebit-Marge von Skoda (im Bild der Skoda Octavia) ist mit 5,1 Prozent sehr ordentlich.

(Foto: AFP)

Wie sich im Segment der Oberklasse besonders viel erwirtschaften lässt, haben Hersteller wie Porsche und Ferrari vorgemacht, die ihren Mutterkonzernen VW und Fiat in den vergangenen Jahren zwischen 15 und 20 Prozent Rendite einbrachten. „Mit den richtigen Stückzahlen und der richtigen Strategie liefern hochwertige Autos weiterhin Bilderbuchgewinne“, sagt CAR-Studienautor Ferdinand Dudenhöffer. Genau hier hängt Daimler die Konkurrenten ab - und strebt nun nach höherem. Mit dem GT des Sportwagenablegers AMG hat Daimler erstmals einen direkten Konkurrenten für den Porsche 911 aufgelegt.

VW-Tochter Audi wird dagegen immer mehr zum Premium-Kompaktwagenbauer. Jeder dritte verkaufte Audi kommt mittlerweile aus der Kompaktklasse, Umsatztreiber sind der kompakte SUV Q3 und die verschiedenen Varianten des A3.

Audi sackt erstmals unter 30.000 Euro
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  • Bei der Bilderserie werden keine aktuelle Daten verwendet.

  • Unter Dr.-Ing. Wendelin Wiedeking erwirtschaftete Porsche über Jahre eine Rendite von 26%.
    Die Marke VW hat derzeit eine Rendite von 2%.