Auf Kapitalerhöhung geeinigt Conergy wird seine Schuldenlast los

Drei Jahre nach der Beinahe-Pleite steckt der Solarkonzern Conergy zwar immer noch in der Krise. Doch jetzt, kurz vor Weihnachten, gibt es einmal gute Nachrichten: Die Kreditgeber konnten sich auf eine Kapitalerhöhung einigen. Künftig werden aber die Hedge-Fonds das Sagen haben.
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Conergy Werk: Der Solarkonzern ist dank einer Kapitalerhöhung seine Schuldenlast los. Quelle: dpa

Conergy Werk: Der Solarkonzern ist dank einer Kapitalerhöhung seine Schuldenlast los.

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MÜNCHEN. Der Solarkonzern Conergy hat einen ungünstigen Termin für seine Weihnachtsfeier gewählt. Am vergangenen Donnerstag ließen knapp 200 Mitarbeiter in einer Kneipe im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel das Jahr Revue passieren. Es gibt Bier und Wein, Cocktails kosten aber extra. Statt eines Büfetts wird Finger-Food gereicht. Der spartanische Rahmen ist der Lage angemessen. Drei Jahre nach der Beinahe-Pleite steckt das Unternehmen noch immer in der Krise, und am vergangenen Donnerstag mischte sich die Sorge vor einer Insolvenz in viele Gespräche.

Laut einem Gutachten ist Conergy mit 321 Millionen Euro überschuldet, eine Einigung mit den Kreditgebern musste laut den Verträgen bis zum morgigen Dienstag her. Dass es schneller gehen könnte, ahnten einige am Donnerstag schon. Denn Finanzvorstand Sebastian Biedenkopf kam verspätet zur Weihnachtsfeier und verschwand mit einigen Mitarbeitern aus seiner Abteilung zügig. Seit Freitagabend herrscht nun Gewissheit: Conergy ist gerettet, der bessere Termin wäre der Freitagabend gewesen.

Die Kreditgeber einigten sich auf einen Kapitalschnitt und eine folgende Kapitalerhöhung. Finden sich nicht genügend Abnehmer für die neuen Aktien, dann wandeln die Hedge-Fonds York Capital und Sothic Kredite in Anteile der Solarfirma um. Was Biedenkopf als "zufriedenstellenden Kompromiss" darstellt, ist für die Aktionäre ein schwerer Einschnitt. Für acht Aktien sollen sie eine behalten. In einem zweiten Schritt soll das Kapital um zwei Drittel erhöht werden. Der Anteil der Commerzbank sinkt von 29 Prozent auf unter zehn Prozent. Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben künftig die Hedge-Fonds das Sagen bei Conergy, mit genau diesem Ziel hatten sie bei den Hausbanken Conergy-Kredite erworben.

Mit dem Refinanzierungskonzept sollen die Schulden um 188 Millionen gesenkt werden, sagte Biedenkopf. Er rechnet fest mit der Zustimmung der Aktionäre, die Ende Februar oder Anfang März auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über das Konzept abstimmen sollen. "Da die Commerzbank Teil der jetzt gefundenen Lösung ist, bin ich zuversichtlich, dass auch die Hauptversammlung zustimmt", sagte er dem Handelsblatt.

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